Zwei Chancen für einen Sieg

Huskies, macht den Sack zu! Sechs Gründe, warum die Kasseler heute ins Finale kommen

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Wir wollen euch jubeln sehen: Thomas Merl (rechts) und Mathias Müller – hier gegen Frankfurt – zeigen, wie es geht.

Kassel. Die erste Chance haben sie verpasst, die zweite nun wollen sie nutzen. Unbedingt. Denn niemand ist erpicht darauf, am Sonntag um 18.30 Uhr noch zu einem echten Showdown dann in Ravensburg anzutreten.

Mit dem vierten Sieg im Halbfinal-Duell gegen die Towerstars wollen die Eishockey-Cracks der Kassel Huskies heute ab 19.30 Uhr in der Eissporthalle den Sack zumachen, die Serie beschließen und mit jubelnden Fans in die Endspiele mit den Bietigheim Steelers einziehen.Sechs Gründe, warum es heute klappen sollte:

1. Das Wissen um die eigene Stärke: „Die Jungs wissen, was sie können und was sie wollen.“ Rico Rossi hat vollstes Vertrauen in seine Truppe. Klar: Wer auf eigenem Eis Frankfurt auf dem Weg zum Sweep mit 5:2 und 4:0 bezwingt und danach Ravensburg 8:2 sowie 7:1 abfertigt, der darf auf seine Heimstärke vertrauen. Wer zudem großartige Comebacker-Qualitäten zeigt und nimmermüden Kampfgeist, der darf mit breiter Brust antreten - aber nicht leichtfertig werden.

2. Die Physis: Obwohl offenbar einzelne Kasseler angeschlagen sind - wie gewiss auch einzelne Ravensburger -, spricht der Faktor Physis klar für die Huskies. Denn während bei den Towerstars die Paradereihe mit Goldhelm Brian Roloff, Konstantin Schmit und Austin Smith in allen Duellen ganz viel Eiszeit hatte, um die Kohlen aus dem Feuer zu reißen, konnten die Kasseler die Last auf viel mehr Schultern verteilen. Auch die vierte Reihe mit den Rackerern Michi Christ, Austin Wycisk und Dorian Saeftel sorgte für reichlich Entlastung.

3. Der Lerneffekt: Spiel zwei am Bodensee verloren die Kasseler 1:6 - und gewannen danach 7:1 zu Hause. Spiel fünf in Ravensburg war beim 3:6 lange offen und viel härter umkämpft. Drei Gegentore gab’s in Unterzahl, eines ins verwaiste Huskies-Tor. Also sagt Trainer Rossi: „Bei fünf gegen fünf waren wir besser. Und wenn wir zu unserer Disziplin zurückfinden, der Strafbank fernbleiben und auch unsere Specialteams in Unter- und Überzahl zur alten Form zurückfinden, dann haben wir allen Grund, optimistisch zu sein.“

4. Die Abwehr:  Offensive gewinnt Spiele, Defensive gewinnt Meisterschaften - getreu diesem Motto nicht nur von Hans Zach werden die Huskies mit ihrem überragenden Torwart Markus Keller heute alles tun, zunächst den Kasten sauber zu halten. Was nicht leicht sein wird, denn der Rivale ist stets brandgefährlich mit hartenb, schnellen und wendigen Stürmern, die ganz nah vor Keller für viel Druck sorgen. Und sie haben offensiv starke Verteidiger. Was die Huskies aber auch als Chance sehen. Trainer Rossi: „Vielleicht haben wir gute Gelegenheiten zum Kontern.“

5. Die Perspektive: „Die Ravensburger haben am Freitag viel mehr Druck als wir“, sagt Trainer Rico Rossi. Sie nämlich müssen siegen, wenn sie noch nicht in den Urlaub geschickt werden wollen. Rossis Huskies indes bliebe selbst bei einer Niederlage noch eine letzte Chance zum Weiterkommen. Allerdings in Ravensburg, wo die Trauben sehr hoch hängen. Am Sonntag, 18.30 Uhr.

6. Die Fans: „Sie tragen uns über kleine Schwächen und zum Sieg.“ Kapitän Manuel Klinge und das Team setzen erneut auf die Huskies-Fans. Aber: Erst 3000 Tickets waren gestern Abend abgesetzt. Die anderen 3100 gibt es noch im Vorverkauf, online und ab 14 Uhr in der Halle.

Eine Frage, fünf Antworten: Was tun Sie, damit die Huskies weiter kommen?

Ein Betreuer: 

Frank Schönewolf, seit 2003 einer der Betreuer: „Um 4.30 Uhr stehe ich auf , nach der Arbeit bin ich ab 14.30 Uhr in der Halle. Dort bereiteich alles vor, genau wie immer. Die Wäsche aus dem Trockner nehmen, Trikots und Stutzen bereitlegen, die Föhne zum Trocknen der Handschuhe, die Handtücher. Und natürlich werde ich die Kleidung tragen, die ich bei den beiden Heimsiegen gegen Ravensburg anhatte. Das bringt Glück.“

Ein Fan: 

Tina Kunkel aus Lohfelden, seit 34 Jahren ein überzeugte Fan der Huskies: „Ich werde den ganzen Tag über aufgeregt sein und hoffe, mir kurzfristig noch eine Eintrittskartebesorgen zu können. Sonst werde ich meinen Schal umhängen und daheim mitfiebern und natürlich ganz fest die Daumen drücken. Ich werde Radio HNA hören und den Liveticker lesen, das ist total spannend und aufregend. Die Jungs schaffen das!“

Ein Vater: 

Pippo Carciola, Vater von Husky Adriano und Towerstar Fabio, Inhaber der Trattoria Pippo: „Ich koche meinen Jungs ihr Lieblingsessen. Fabiokommt Donnerstagabend mit den Towerstars und isst dann Banjo Maria, Rindfleisch mit Nudeln. Adriano bekommt am Freitagmittag wie immer Pasta Faggioli, Nudeln mit Bohnen. Und dann hoffe ich, dass der Bessere gewinnen wird. Zum Glück habe ich zwei Daumen, die ich drücken kann.“

Eine Spielerfrau: 

Satu Saarnio, seit Juli 2014 Freundin von Torwart Markus Keller: „Auf jeden Fall lasse ich Markus einen langen Winterschlaf machen. Normalerweise koche ich für ihn, aber anSpieltagen bereitet er sich immer Reis und Fisch zu. Ich esse dann etwas anderes. Um 17 Uhr verlassen wir die Wohnung, ich mache ihm Mut, sorge für gute Stimmung und gehe dann mit anderen Spielerfrauen noch einen Kaffee trinken.“

Ein Sohn:  

Xavier Boisvert, neun Jahre alt, Sohn von Co-Trainer Hugo Boisvert und bei der Eishockey-Jugend Torwart der U 10: „Ich ziehe meine Huskies-Jacke an, wo Boisvert draufsteht, und meine Cap von den Young Huskies auf. Dann kann ich das Team richtig anfeuern. Auf der Tribüne und hinter der Glasscheibe in der Lounge. Und wenn Papa losfährt, dann wird er ganz dolle gedrückt. Denn es wird nicht so leicht diesmal.“

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