Verband bestätigt es

Huskies: Selbst bei Insolvenz der KEBG kann Team um Aufstieg spielen

Kassel. Silberstreif am Horizont für die Fans der Kassel Huskies: Selbst im Falle einer Insolvenz der Kasseler Eissporthallen-Betriebsgesellschaft KEBG könnte die Eishockey-Mannschaft bei einer Fortsetzung des Spielbetriebs noch um den sportlichen Aufstieg in die zweite Liga spielen.

Im Bangen um den Erhalt der Huskies in der aktuellen Form steht eine Entscheidung kurz bevor. „Es gibt keine neuen Signale, die kurzfristig auf eine gravierende Änderung der wirtschaftlichen Situation hoffen lassen“, erklärte am Dienstag Stefan Traut, der Geschäftsführer der Kasseler Eissporthallen-Betriebsgesellschaft KEBG. Nach HNA-Informationen wird das bedeuten: Um angesichts eines Fehlbetrags von rund 250 000 Euro einem Strafverfahren wegen Insolvenzverschleppung vorzubeugen, wird Traut am heutigen Mittwoch beim Amtsgericht die Zahlungsunfähigkeit der KEBG anmelden müssen.

Die einzige vage Hoffnung, eine Insolvenz doch noch abwenden zu können, liegt in einem Gespräch von Oberbürgermeister Bertram Hilgen am Mittwochmorgen mit Edith und Simon Kimm, den Inhabern der Eissporthalle.

Tatsächlich aber wäre ein Insolvenzantrag nicht zwingend das Aus für die Huskies, sondern, wie Traut betont, „auch eine Maßnahme zum Erhalt“. Sogar ein sportlicher Aufstieg in die Zweite Liga wäre dann noch möglich. Denn dieser Schritt biete die große Chance zur Fortsetzung des Spielbetriebs in der Oberliga-Endrunde ab 14. Februar und danach sogar in der Relegations-Runde zur DEL 2.

Nur eine Fortsetzung des Spielbetriebs würde der KEBG weitere Einnahmen u. a. durch Eintrittsgeld ermöglichen. Und das bei einer Entlastung des Etats für Februar, März und April um insgesamt 350 000 bis 400 000 Euro für die Gehälter der Angestellten in Verwaltung und Eishalle, für Spieler und Trainer. Sie würden bei einer Zahlungsunfähigkeit in diesem Zeitraum von der Agentur für Arbeit bezahlt werden - also vom Staat.

Aus Trauts Sicht könnte diese Variante einem Insolvenzverwalter sogar eine Chance bieten, bis zum Saisonende „die Uhr auf Null zu stellen“. Dann nämlich, wenn die Fans in den Endrunde wieder verstärkt die Halle füllen. Und wenn es gelingt, mit Gläubigern wie dem Finanzamt Kompromisse auszuhandeln.

Artikel aktualisiert um 20 Uhr

Sogar der sportliche Aufstieg in die Zweite Liga wäre trotz einer Insolvenz der KEBG weiter möglich. „Entscheidend ist für uns zunächst, dass der Verein Eishockey-Jugend Kassel nicht insolvent ist. Denn er ist bei uns als Mitglied gemeldet, nicht die KEBG. Somit ist die EJK unser Ansprechpartner“, erklärte Oliver Seeliger, als Direktor Spielbetrieb beim Deutschen Eishockey-Bund zuständig auch für die Oberligen.

Von genau dieser Konstellation ist Traut offenbar ausgegangen beim Versuch zu retten, was zu retten ist – in Absprache mit Marc Berghöfer, dem Vorsitzender des 500 Mitglieder zählenden Vereins. „Die sportliche Spielberechtigung liegt ausschließlich bei der EJK, die auch die Abgaben an den Verband überweist“, bestätigt Berghöfer. Die KEBG übernimmt die wirtschaftliche Abwicklung des Spielbetriebs der ersten Mannschaft, den Betrieb der Eissporthalle und unterstützt den Klub finanziell. „Wir als Verein sind mit der KEBG wirtschaftlich im Reinen“, erklärte der EJK-Chef, „wir haben die vereinbarten Zahlungen erhalten.“

Von Gerald Schaumburg

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