Erster gegen Zweiter ab 19.30 Uhr in Kassel 

"Heute ruht die Freundschaft": Husky Denis Shevyrin über das heutige Topspiel gegen Bad Nauheim 

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Husky im Höhenflug mit Bad Nauheimer Vergangenheit: Verteidiger Denis Shevyrin.

Erster gegen Zweiter, Derby: Der 20. Spieltag in der DEL2 hält für die Kassel Huskies mit Bad Nauheim einen Leckerbissen bereit. Wir haben mit einem gesprochen, der die Roten Teufel bestens kennt: Denis Shevyrin.  

In der Saison 2018/2019 trug Denis Shevyrin, der jetzige Spieler der Kassel Huskies, das Trikot der Bad Nauheimer. Wir sprachen mit ihm über ... ... das Spitzenspiel: Es freut mich sehr, dass dieses Derby ein Topspiel ist. Die Nauheimer spielen eine super Saison. Es wird ein spannendes Spiel, weil wir zuhause immer versuchen, hart und mit der Scheibe zu spielen. Die Nauheimer sind etwas passiver, aber nichtsdestotrotz ein sehr gefährlicher Gegner, weil sie aus der Passivität aggressiv ins Forechecking gehen und Konter fahren.

... die Drähte zu den Roten Teufeln: Einer meiner besten Freunde, Marcel Kahle, spielt dort. Auch zu Daniel Stiefenhofer, Huba Sekesi und Torhüter Felix Bick habe ich Kontakt. Im Vorfeld des Derbys aber ruhen die Kanäle. Die Konzentration gilt dem Spiel, da bleibt keine Zeit für Freundschaft.

... die Rolle Bad Nauheims in der Karriere und den Wechsel nach Kassel: Nauheim war für mich wie ein Reset-Button. Nach einigen Jahren in Iserlohn, in denen ich eine Rolle gespielt habe, mit der ich nicht zufrieden war, hatte ich ein bisschen den Spaß am Eishockey verloren. Bad Nauheim kam genau richtig. Es hat mich weitergebracht. Ich habe wieder Spaß bekommen. Kassel hatte ich erst gar nicht auf dem Schirm. Für mich gab es in der der Zweiten Liga Frankfurt als großen Verein und Bietigheim. Die Steelers waren immer stark. Aber ich habe viele Gespräche geführt und hatte schnell den Eindruck, dass die Huskies eine sehr starke, professionelle Organisation sind mit einer bestimmten Vision und mit einem Trainer, der einen Stil spielt, in den ich sehr gut reinpasse.

. seine Rolle auf dem Eis: Ich mag es, viel und in wichtigen Situationen auf dem Eis zu sein. Ich mag es, die Scheibe an meinem Schläger zu haben und offensive Parts als Verteidiger zu übernehmen. Das ist das Spiel, das ich spielen möchte.

... den Liga-Spitzenwert +18 in der Plus/Minus-Statistik (gibt an, ob ein Spieler häufiger bei eigenen Toren als bei Gegentreffern auf dem Eis steht):Das ist eine sehr wichtige Statistik für einen Verteidiger. Und wenn ein Verteidiger sagt, dass er ein Offensiv-Verteidiger sein möchte, dann ist +18 durchaus nicht schlecht. Aber ich mache niemals die zwei Tore gegen Landshut, wenn die Mannschaft nicht so spielt, wie sie spielt, und mir die Treffer auflegt. Diese Partie war eine Charakterleistung. Es ist schön, dass es für mich persönlich gut läuft, aber das Wichtigste ist, dass wir als Team Erfolg haben.

... die Mannschaft und Ziele: Ich habe schon nach ein, zwei Wochen in der Vorbereitung gesagt: Der Charakter in dieser Mannschaft ist überragend. Das hat man schon gemerkt, bevor wir auf dem Eis waren. Wir haben sofort sehr viel zusammen unternommen, das Training bei Marinko Neimarevic hat uns zusammengeschweißt. Die Spieler hatten sofort Interesse, sich kennenzulernen. Das habe ich selten erlebt. Und all das bringt eine sehr gute Basis für den Erfolg. Ich bin kein Hellseher, man setzt sich aber natürlich Ziele. Und wenn man sieht, wie die Saison gerade läuft, wachsen die Ziele immer mehr. Ich habe vor der Saison gesagt, ich komme nach Kassel, um meine erste Meisterschaft zu feiern. Das Ziel hat sich nicht verändert, wenn überhaupt nur verstärkt.

...  das Zusammenspiel mit Spencer Humphries: Wir spielen gut zusammen. Wir sind ähnliche Spielertypen. Er ist groß, spielt physisch, er hat ein sehr gutes Stellungsspiel. Da kann ich mir noch etwas abschauen. Er hat einen super Schuss, er koordiniert unser Powerplay, ist mit Leib und Seele dabei. Er mag es auch, nach vorn zu gehen. Wir wissen zu kommunizieren. Wenn er nach vorn geht, bleibe ich beispielsweise hinten. Wir lesen einander sehr gut.

... seine Wurzeln: Meine ganze Familie ist russisch, ich bin in Sankt Petersburg geboren, habe acht Jahre dort gelebt und bin dann nach Deutschland gekommen. Es war eine neue Sprache, ein neues Land, eine neue Kultur. Aber Eishockey hat definitiv geholfen, mich hier einzuleben. Ich bin in die erste Klasse ins zweite Halbjahr gekommen und habe in dem Halbjahr Deutsch gelernt, auch durch die Hilfe meiner Uroma und meiner Großeltern väterlicherseits, die schon hier waren.

... russische und deutsche Seiten: Das Familiäre, das man eher zurückhaltender ist und viel mit der Familie macht, dazu die Loyalität, die den Russen sehr wichtig ist – das ist in mir. Typisch Deutsch ist wohl die Disziplin – im Sinne von Trainieren, wenn es nicht geht, das Durchziehen, wenn etwas wehtut. Und Pünktlichkeit, auch wenn die nicht immer klappt.

... das Leben neben dem Eishockey: Ich studiere Psychologie an einer englischen Fern-Universität. Das klappt, wenn man ein bisschen Disziplin hat: Wir sind vormittags in der Kabine, danach studiere ich quasi in Teilzeit, etwa 12 bis 16 Stunden pro Woche.

Denis Shevyrin (24) stammt aus St. Petersburg und ist in Recklinghausen aufgewachsen. Im Krefelder Nachwuchs ausgebildet, machte er das Abitur in den USA während seiner Zeit bei den Minnesota Magicians. Stationen: Iserlohn mit Leihen nach Herne und Bietigheim, dann in Nauheim. Ist bei Freundin Janica in festen Händen. Macht sich stark für die Aktion „Movember“, die sich dem Kampf von Männerkrankheiten wie Prostatakrebs widmet. Spenden und einen signierten Schläger von Shevyrin gewinnen geht hier:

zu.hna.de/movember2019

„Wir schießen die meisten Tore in der Liga, und haben dennoch das schlechteste Überzahlspiel aller Teams in der DEL2“, sagte Huskies-Trainer Tim Kehler vor dem Duell mit Freiburg. Es galt, eine Negativserie zu beenden.

3:4 lautet der Endstand für die Kassel Huskies in der DEL2 gegen Heilbronn. Wieder war es ein mitreißendes Spitzenspiel, wieder gab es kein Happy End.

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