Angebote an drei Spieler abgegeben

Christs zweite Karriere? Huskies-Stürmer: „Habe Spaß als Verteidiger“

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Michi Christ

Kassel. Was haben Greg Johnston, Stephan Retzer, Sven Valenti und Alex Heinrich gemeinsam? Alle vier Eishockeyspieler wurden in der Geschichte der Kassel Huskies von Stürmern zu starken Verteidigern umfunktioniert. Der nächste in dieser Folge könnte nun Michi Christ werden.

„Mir macht das Spaß hinten. Ich hätte überhaupt kein Problem damit, wenn der Trainer sagen würde, ich solle weiterhin als Verteidiger spielen“, sagte Christ nach seinem starken Auftritt gegen Herne an der Seite von Alexander Engel. „Ich hatte es ja selbst angeboten, hinten auszuhelfen angesichts so vieler Ausfälle.“

Kompromisslos und erfolgreich in den Zweikämpfen, sicher und mit viel Übersicht im Aufbauspiel – Michi Christ überzeugte auf Anhieb. „Und das, obwohl ich kein einziges Mal als Verteidiger trainiert hatte, sondern kurzfristig für Gregor Stein eingesprungen bin.“

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Bei allem neuen Ehrgeiz ist der 24-Jährige, der unzufrieden war mit seinen Leistungen als Stürmer, aber realistisch genug zu wissen, „dass echte Bewährungsproben nur Spiele gegen Frankfurt oder Duisburg sein werden“. Sollte Neuverteidiger Christ die aber bestehen, könnte es tatsächlich etwas werden mit der zweiten Karriere.

Denn die Suche der Huskies nach neuen Abwehrspielern als Ersatz für Daniel Willaschek und um Alex Heinrich wieder für den Sturm freizubekommen, gestaltet sich schwieriger als erwartet. Gute Stürmer sind leichter zu bekommen. Offenbar sind aber drei Vertragsangebote der Kasseler rausgegangen an ausländische Verteidiger, um im Falle einer Verletzung von Brad Snetsinger oder Branislav Pohanka gewappnet zu sein. Als Kandidaten gelten u. a. die Ex-Huskies Ryan Gaucher (35, zuletzt Arizona Sundogs/CHL) und Jean-Philippe Coté (31), der bei Syracuse Crunch (AHL) und im NHL-Team Tampa aktiv war.

„Deutsche Abwehrspieler aber sind kaum zu kriegen“, berichtet Trainer Rumrich. Spekuliert aber noch auf ein Aufräumen bei den Klubs in DEL und DEL2, die frühzeitig keine Aussicht mehr haben auf Playoff-Teilnahmen. Rumrich: „Aber wenn überhaupt, dann kommen diese Leute erst Ende Januar auf den Markt, wenn die Transferzeit endet.“ Michi Christ sei daher „eine echte Option“.

Und auch Fabian Pyszynski mache seine Sache sehr ordentlich, lobte Rumrich den 20-Jährigen. „Er macht keine Experimente, spielt einfach und konstruktiv. Allein körperlich muss er noch deutlich zulegen.“ Und was machen die Verletzten? Gregor Steins Leistenbeschwerden könnten so weit abklingen, dass er schon Morgen in Herne oder am Sonntag im Heimspiel gegen Königsborn (18.30 Uhr) wieder dabei sei, hofft Rumrich.

Semen Glusanok werde noch zwei, drei Wochen fehlen. Stürmer Florian Böhm trainiert wieder und erhofft sein Comeback für den 10. Januar in Duisburg, Benny Finkenrath absolviert inzwischen wieder leichtes Torwarttraining mit deutlich aufsteigender Tendez. Keine schlechten Perspektiven also für Michi Christ und die Huskies fürs neue Jahr.

Von Gerald Schaumburg

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