Nummer 19 geehrt

„Ab jetzt ein Husky forever“: Ehrenplatz für Sven Valenti in der Eissporthalle

Kassel. Die Kasseler Eishockey-Legende Sven Valenti ist am Freitagabend geehrt und als fünfter Spieler in die imaginäre Ruhmeshalle aufgenommen worden. Dazu wurde sein Trikot mit der Nummer 19 in Form eines Banners an der Stirnwand der Eissporthalle gehisst.

Einen Moment lang ist er ganz für sich. Steht mitten auf der leeren Eisfläche und schaut nur das Video, das auf der Leinwand abgespielt wird. „Ab jetzt bist du ein Husky forever.“

Sagt Stephane Richer, der Kasseler Aufstiegstrainer von 2008 über den, der da gerade für sich steht und doch nicht allein ist. Schließlich wird Sven Valenti am Freitagabend geehrt. Eine Kasseler Eishockeylegende, dessen Nummer 19 nun nicht mehr vergeben wird. Denn genau aus diesem Grund ist der 42-Jährige nicht allein. Mehr als 4000 Zuschauer sind gekommen, um einen Großen der Huskies-Historie zu ehren.

Mitten unter Fans

Sein Ehrentag aber beginnt mit einer Vermisstenmeldung. „Wo ist Sven?“. Fragt erst Frank Schönewolf, Betreuer der Huskies draußen vor der Halle. In der Champions Bar, eine Etage höher, dieselbe Frage: „Wo ist er denn?“, fragt Manuel Klinge und blickt sich suchend um. Die ersten 20, 30 Fans sind schon da. Verwaist allerdings steht noch der Tisch da, an dem der Gesuchte schon sitzen sollte, um Autogramme zu schreiben. Mit ein paar Minuten Verspätung taucht er auf. „Er stand im Stau“, klärt Huskies-Trainer Rico Rossi auf. „Eigentlich wollte er überhaupt keine Aufmerksamkeit. Aber er hat sich diesen Tag verdient.“ Typisch Valenti eben.

Noch einmal in Blau-Weiß

Eine Stunde vor Beginn des Spiels gegen die Freiburger Wölfe geht’s in die Kabine. Die Huskies haben ihren langjährigen Verteidiger noch einmal lizensiert. Er sitzt auf Klinges Platz, noch ohne Schlittschuhe, als seine Mitspieler rauslaufen zum Aufwärmen. Erst dann verwandelt er sich noch einmal in einen Husky. Streift noch einmal das Trikot mit der Nummer 19 über.

Und dann wird’s emotional. Denn dann kommen Momente, die Valenti immer als seinen Traum bezeichnet hat. Einen Traum, von dem er nicht dachte, dass er sich erfüllen würde. Gemeinsam mit seinem Sohn Yannik (17) ist er Teil der Starting Six. Zwei Valentis, zwei Eishockey-Generationen. Und nicht nur das: Mit Mirko Pantkowski, Michi Christ, Adriano Carciola und Alex Heinrich stehen alle Kasseler Jungs bei Beginn gemeinsam auf dem Eis

Symbolisch spielt der 42-Jährige das erste Bully. Es ist sein 603. Spiel in Blau-Weiß. Vier Sekunden nach Beginn wird die Partie unterbrochen. Die Huskies haben sich richtig was einfallen lassen. Ein Video mit Valentis schönsten Huskies-Momenten läuft ab. Klar, sein Tor gegen Duisburg, die Meisterschaft. Gänsehaut, Teil eins. Gänsehaut, Teil zwei, schließt direkt an. Langjährige Weggefährten Valentis haben Vidoebotschaften geschickt. Dabei sind unter anderen Richer, Stephan Retzer, Tobi Abstreiter, Brad Snetsinger und Familie Wycisk aus Kanada. „Nach deinem Tor gegen Duisburg bist du fast aus den Schlittschuhe gesprungen“, erinnert sich Austin Wycisk. Das Schlusswort gehört Christ, Heinrich, Carciola und Klinge. „Hallo Stammtischbruder, es war uns eine Ehre mit dir in der Kabine gewesen zu sein.“

Kasseler Eishockey-Legende Sven Valenti in Ruhmeshalle aufgenommen

Und dann blicken alle hoch zur Wand der Eissporthalle. In blauem Blinklicht wird dort Valentis Nummer 19 enthüllt. Ergriffen bedankt er sich. „Danke für diesen tollen Abend. Und danke dafür, dass ich einmal mit meinem Sohn auf dem Eis stehen kann.“

Was folgt, ist viel Applaus. Für den Trikottausch mit Yannik. Für die letzte Ehrenrunde. Für die letzte Welle mit den Fans. Für den letzten Gang in die Kabine.

Rubriklistenbild: © Fischer

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