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Kassel Huskies nach Kehler-Entlassung: Es war „Zeit für einen Wechsel“

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Von: Pascal Spindler

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Tim Kehler
Nicht länger im Amt: Tim Kehler war seit 2018 Trainer in Kassel, wurde jetzt entlassen. © Fischer, Andreas

Tim Kehler ist nicht länger Chefcoach der Kassel Huskies. Nun haben sich Ex-Trainer und Geschäftsführung zur Entlassung geäußert.

Kassel - Tim Kehler muss gehen. Der 50-Jährige ist nicht länger Trainer der Kassel Huskies. Das gab der Eishockey-Zweitligist am Mittwoch bekannt. Als Nachfolger präsentierte der Klub den zuletzt vereinslosen 45 Jahre alten Kanadier Corey Neilson.

Der Zeitpunkt der Entscheidung kommt dabei durchaus überraschend, schließlich gewannen die Huskies zuletzt am Montagabend 4:3 nach Penaltyschießen bei den Lausitzer Füchsen, zeigten nach dem desolaten 1:7 in Kaufbeuren eine Trotzreaktion, ein anderes Gesicht. Für die Verantwortlichen reichte das allerdings nicht, zu schwankend waren die Huskies-Leistungen in dieser Saison. In der letzten Saison konnte das Team unter Kehler noch die Hauptrundenmeisterschaft feiern, das große Ziel Wiederaufstieg wurde im Finale jedoch verpasst.

Kassel Huskies: Verantwortung gegenüber Fans und Sponsoren

„Grund für Tims Entlassung ist die allgemeine Situation rund um unsere Mannschaft. Klar gab es in dieser Saison wegen Corona immer wieder Wellen in unseren Leistungen, aber in der Mannschaft steckt viel Potenzial“, sagt Huskies-Geschäftsführer Joe Gibbs auf Anfrage unserer Zeitung und ergänzt: „Wir haben die Saison noch nicht aufgegeben, wollen noch einmal etwas erreichen und die Saison nicht einfach auslaufen lassen. Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Fans und Sponsoren. Deshalb haben wir reagiert.“

Kehler stieß während der Saison 2018/19 zu den Huskies, fungierte damals zunächst an der Seite des US-Amerikaners Bobby Carpenter, ehe er alleiniger Cheftrainer wurde. Nach dem Aus in den Pre-Playoffs 2019 rangierten die Huskies in der Folgesaison nach dem Ende der Hauptrunde auf dem zweiten Platz. Die anstehenden Playoffs wurden aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt.

Kassel Huskies: Tim Kehler einer der erfolgreichsten Huskies-Trainer

Die vergangene Spielzeit war die beste unter Kehler. Die Huskies scheiterten erst in einem dramatischen Playoff-Finale gegen die Bietigheim Steelers, verspielten DEL-2-Meisterschaft und Aufstieg. In dieser Saison können die Kasseler aufgrund eines bürokratischen Fehlers nicht aufsteigen, starteten schlecht in die Saison und zeigten sich auch danach in ihren Leistungen nicht konstant genug. Aktuell stehen die Huskies auf dem 6. Tabellenplatz und müssen aufpassen, nicht noch in die Pre-Playoffs abzurutschen.

„Ich hätte die Saison mit meiner Mannschaft sehr gerne beendet, deswegen bin ich natürlich enttäuscht. Als Trainer möchtest du die Spielzeit immer zu Ende bringen“, sagt Kehler zu seiner Entlassung. Darüber hinaus wolle er sich bei Geschäftsführer Gibbs bedanken, dass er ihm in den vergangenen Jahren die Möglichkeit gegeben habe, bei den Huskies das Traineramt auszuüben.

Kehlers Hauptrunden-Statistik in Kassel

Saison 2018/2019: 15 Siege, 10 Niederlagen, keine Niederlage nach Verlängerung oder Penaltyschießen (Cheftrainer seit Dezember 2018)

Saison 2019/2020: 30 Siege, 10 Niederlagen, 5 Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen

Saison 2020/2021: 38 Siege, 7 Niederlagen, 4 Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen

Saison 2021/2022: 24 Siege, 18 Niederlagen, 2 Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen (Freigestellt im Februar 2022)

Ein Blick auf die Statistik zeigt, wie erfolgreich der Kanadier in Kassel war: Kehler stand in 196 Spielen als Cheftrainer hinter der Bande, gewann dabei 119 Partien. Allein in der DEL-2-Hauptrunde gingen die Huskies unter seiner Führung 107 Mal als Sieger vom Eis. „Ich habe mich hier immer sehr wohl gefühlt und bin stolz darauf, was wir erreicht haben. Ich verlasse Kassel und weiß, dass der Klub nun in einem deutlich besseren Zustand ist, als er es bei meiner Ankunft 2018 war“, sagt Kehler zum Abschied.

Kassel Huskies: Corey Neilson übernimmt das Traineramt

Laut Gibbs sei der bisherige Huskies-Trainer bereits am Dienstag über seine Entlassung informiert worden. „Ich hatte ein sehr gutes Gespräch mit Tim. Er hat die Entscheidung, die wir sportlich treffen mussten, verstanden.“ Wenig später habe das Team die Nachricht erhalten. „Ich glaube, die Mannschaft ist etwas enttäuscht. Viele Spieler haben schon sehr lange mit Tim zusammengearbeitet. Aber ich denke, auch sie haben erkannt, dass es Zeit für einen Wechsel ist“, sagt Gibbs.

Mit Corey Neilson haben die Huskies bereits einen Nachfolger präsentiert. Sollten bis Freitag alle behördlichen Auflagen geklärt sein, wird der letztmals in der DEL 2 in Weißwasser aktive Trainer zum ersten Mal für die Huskies am Rand stehen. Gegner dann: ausgerechnet Weißwasser (19.30 Uhr). (Pascal Spindler)

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