Voller Respekt und mit viel Ruhe

Huskies-Trainer Kehler kehrt Sonntag nach Frankfurt zurück

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Erst ist nun der alleinige Chef an der Bande der Kassel Huskies: Trainer Tim Kehler. Gleich sein zweiter Einsatz führt ihn am Sonntag zum Ex-Klub nach Frankfurt.

Für Tim Kehler ist das Hessenderby in der DEL2 am Sonntag ein besonderes: Der aktuelle Trainer der Kassel Huskies tritt erstmals beim Ex-Klub in Frankfurt an.  

Aufregung? Diese Gefühlslage scheint Tim Kehler kaum zu kennen. Auch in schwierigen Situationen – und davon hat er bei den Kassel Huskies in den vergangenen fünf Wochen durchaus einige erlebt – bleibt er ausgesprochen ruhig. Analysiert mit derselben Präzision und Offenheit die Niederlage seines Teams beim Aufsteiger ebenso wie den überraschenden Erfolg gegen den Tabellenführer der DEL2. Aufregung, die würde deshalb auch gar nicht so recht zu dem Kanadier passen.

Nach dem Abschied von Bobby Carpenter hat er an diesem Wochenende nicht nur erstmals als alleiniger Cheftrainer das Sagen an der Bande. Sein erstes Auswärtsspiel am Sonntag führt ihn in alter und doch neuer Funktion auch noch gleich zu seinem Ex-Klub (18.30 Uhr - live im Ticker und mit einer Besonderheit im Radio).

Dabei reicht die Paarung Frankfurt gegen Kassel schon auf dem Papier aus, um Aufregung bei den Beteiligten hervorzurufen. Denn Südhessen gegen Nordhessen, Löwen gegen Huskies, dieses Duell gehört zu den Derbyklassikern in Eishockey-Deutschland. Mit Coach Kehler haben die Huskies nun einen auf ihrer Seite, der auch die andere bestens kennt. Und in Frankfurt hat er eine erfolgreiche Zeit erlebt. „Ich freue mich sehr darauf“, sagt er. Eben weil er trotz des bitteren Abschieds, nämlich seiner Entlassung fast auf den Tag genau vor drei Jahren, am 21. Dezember 2015, vieles bewegt und erreicht hat mit den Löwen.

Als er 2013 als Cheftrainer bei den Frankfurtern anheuerte, spielte der Klub ebenso wie die Huskies in der Oberliga. Es war seine erste Station in Deutschland, die zweite erst in Europa, nachdem er nach erfolgreichen Jahren als Junioren-Coach in Nordamerika zunächst den ungarischen Erstligisten Miskolci betreut hatte. Kehlers Erfolge mit den Löwen sprechen für sich: Meister in der Oberliga West 2014 und Aufstieg in die DEL2, Einzug ins Playoff-Halbfinale gleich in der ersten DEL2-Saison. Mit 49 Siegen in Serie stellten die Frankfurter unter Trainer Kehler eine deutsche Rekordmarke auf. „Ich würde diese Zeit für nichts eintauschen wollen. All die Erfahrungen, die ich in Frankfurt gesammelt habe, haben mich besser und zu dem gemacht, der ich heute bin.“

Klar, in diesen Jahren kreuzten sich auch immer wieder die Wege zwischen seinen Löwen und den Huskies. Zehnmal insgesamt. „Diese Derbys gehören zu den Spielen, an die ich mich bis heute erinnere.“

Kehler spricht voller Respekt über Frankfurt. „Es ist eine tolle Eishockeystadt mit lautstarken Fans, die ebenso hungrig auf Erfolg sind wie die Mannschaft. Auch wenn sich das Gesicht des Teams natürlich seit meiner Zeit stark verändert hat.“ Brett Breitkreuz ist der einzig verbliebene Löwe aus Kehlers Frankfurter Zeit. Und ausgerechnet der fehlt im Derby verletzungsbedingt. Mit dessen Bruder Clarke, derzeit in Weißwasser, habe er nach wie vor Kontakt, sagt Kehler.

Neugierde aber wird seine Rückkehr begleiten. „Ich bin gespannt darauf, wie es sich anfühlt, nun in der Kabine des Gästeteams Platz nehmen“, sagt er. „Aber ich kann nicht einschätzen, ob es auch Pfiffe gegen mich geben wird so wie für Richie Mueller bei dessen erster Rückkehr. Aber so oder so: Wenn das Publikum eine Reaktion zeigt, zeigt das immer auch Respekt für diese Person.“

Aus der Ruhe bringen würde ihn das sicher nicht. Emotional aber könnte der 47-Jährige nach Spielende werden. Wenn ihm mit seinen Huskies ein Derbysieg gegen den Ex-Klub gelingt. Denn das weiß auch der kühle Kopf Kehler: Derbysiege sind besonders schön.

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