Schutz vor Corona

Huskies-Trainer Kehler in Quarantäne: Telefonate, Puzzeln und Sport

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Haben zwei Wochen gemeinsam in Quarantäne verbracht: Huskies-Trainer Tim Kehler, Lebensgefährtin Sandy und deren Tochter Alexandra.

14 Tage hat Tim Kehler, Trainer der Kassel Huskies, nach der Einreise in Kanada in Quarantäne verbracht - so will es die dortige Regierung. Wir haben mit ihm gesprochen.

  • Kassel Huskies-Trainer Tim Kehler ist in seine Heimat Kanada gereist
  • Kassel Huskies wurden wegen Corona abgesagtAlle Spiele der Nach seiner Ankunft in Vancouver hat Kehler

Nach seiner Ankunft in Vancouver hat Kehler 14 Tage in Quarantäne verbracht

Gestern war für ihn Tag eins. Tag eins nach der Quarantäne, die im Englischen so viel treffender auch als Isolation bezeichnet wird. Denn die ersten zwei Wochen unmittelbar nach der Einreise in seine kanadische Heimatstadt Vancouver musste Tim Kehler, Trainer des Eishockey-Zweitligisten Kassel Huskies, in den eigenen vier Wänden verbringen. So ist in Tagen von Corona die Vorgabe der kanadischen Regierung für alle Rückkehrer.

„Aber ich war nicht allein. Alexandra, die Tochter meiner Lebensgefährtin Sandy, ist nur einen Tag vor mir aus Kalifornien heimgekehrt, wo sie studiert. So waren wir immerhin zu dritt“, erklärt Kehler am Telefon.

Kassel Huskies: Trainer genießt Quarantäne mit Blick auf Vancouvers Skyline

Und zu dritt lässt sich die Quarantäne ja auch deutlich einfacher ertragen als allein. Friedlich sei es zugegangen, sagt er und lacht: „In der unteren Etage habe ich mich ausgebreitet, Sandy und Alexandra oben. So konnten wir uns gar nicht in die Quere kommen.“

Der Trainer der Kassel Huskies lebt mit seiner Familie in North Shore, einem Stadtteil, der zum Großraum Vancouver zählt, und von dem aus man einen traumhaften Blick auf die markante Skyline der Metropole mit Stanley Park und Wolkenkratzern hat. Zumindest der hat in den vergangenen 14 Tagen auch über das Gefangensein in den eigenen vier Wänden hinweg geholfen – ebenso wie eine klare Struktur des Tages.

Kassel Huskies: Tim Kehler empfindet Quarantäne als Herausforderung

„Es ist schon eine Herausforderung, 14 Tage in Isolation zu sein und trotzdem aktiv und beschäftigt zu bleiben“, gesteht Kehler. Das Vormittagsprogramm hat dabei gewissermaßen die Zeitzone vorgegeben. Vancouver liegt neun Stunden hinter Deutschland. Wenn beim Trainer der Kassel Huskies der Tag beginnt, ist hierzulande Nachmittag.

„Vormittags meiner Zeit habe ich mit Europa telefoniert, mit den Huskies, mit Spielern, Beratern.“ Nachmittags seiner Zeit, dann, wenn in Europa die Abendstunden beginnen, lief für den 48-Jährigen die Zeit für sich selbst an.

Kassel Huskies: Sport, Telefonate und Puzzeln helfen Quarantäne zu überstehen

Fitnessprogramm daheim, Telefonate mit der Familie, deutschsprachige Bücher lesen, Nachrichten schauen, gemeinsame Mahlzeiten und Aktivitäten mit Sandy und Alexandra. „Spieleabend, Puzzeln, Kino-Abende, bei denen jeder von uns reihum den Film ausgesucht hat.“

So also sind nun zwei Wochen ins Land gegangen. „Gott sei Dank geht es uns gut. Ich hatte mir vorher mit Blick auf die Reise Gedanken gemacht. Und ich bin froh, dass unsere Spieler aus Kanada und den USA auch alle gut heimgekommen sind“, sagt der Trainer der Kassel Huskies.

Seit dem gestrigen Montag darf er offiziell wieder raus aus dem Haus. „Einen großen Unterschied aber macht das gar nicht“, sagt Kehler. „Denn die Situation hier ist dieselbe wie in Deutschland. Alles ist geschlossen.“

Kassel Huskies: Tim Kehler muss noch auf Fitnesstudio und Golfplatz verzichten

Die Wege ins Fitnessstudio und zum Golfplatz, wo er sich in den Sommermonaten so gern aufhält, fallen also weg. Besuche bei Angehörigen, die im näheren Umkreis leben, die aber seien noch drin.

Und so wird sich der Trainer der Kassel Huskies mit seiner Familie wohl einfach so weitermachen wie nach der abrupten Abreise aus Kassel. Die Ereignisse der letzten Woche in Deutschland, von Absage der Playoffs bis hin zu letzten Spielergesprächen, scheinen fast wie aus einer anderen Zeit.

Kassel Huskies: Trainer hält Entscheidung, alle Spiele abzusagen für richtig

Heute sagt Kehler: „Es war die einzig richtige Entscheidung, alles abzusagen. Auch wenn es mir für unsere tolle Mannschaft, die Fans, die uns die ganze Saison über so hervorragend unterstützt haben, leidgetan hat. Ich mache mir Gedanken über das Virus, Menschengruppen und die Zukunft des Sports auf der ganzen Welt. Manches ist ungewiss, aber ich bin optimistisch, dass wir da durchkommen werden.“

Am Ende ist es eine klare Angelegenheit: Mit einem Sieg gegen die Bietigheim Steelers haben die Kassel Huskies die Hauptrunde beendet.

Eben erst hat er eine Gehirnerschütterung auskuriert, da hat es Huskies-Stürmer Richie Mueller schon wieder erwischt.

Michael Roth hat es geschafft. Zwei Wochen musste der Handball-Trainer in häusliche Quarantäne. Nun sieht es so aus, dass er Covid-19 überstanden hat.

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