Nach der 0:1-Derbypleite in Bad Nauheim

Kassel Huskies: „Und täglich grüßt das Murmeltier"

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Das Murmeltier lässt grüßen: Der Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ steht derzeit sinnbildlich für die Lage der Kassel Huskies.

Ein bisschen dürfte sich Tim Kehler in diesen merkwürdigen Tagen der Kassel Huskies in einen Hollywoodklassiker aus den 90er-Jahren hineinversetzt fühlen: „Und täglich grüßt das Murmeltier“.

Denn nach einem Wochenend-Spieltag in der DEL2 sieht sich die eine Hälfte des Cheftrainergespanns derzeit mit der fast schon verrückten Situation konfrontiert, dass die Huskies an einem Wochenende zwei Gesichter präsentieren. Dass sie erst ein starkes Spiel abliefern, wie etwa beim 5:2 gegen Spitzenreiter Ravensburg am Freitag, dem dann ein deutlich schwächerer Auftritt folgt. Wie am Sonntag bei der 0:1-Niederlage im kleinen Hessenderby bei den Roten Teufeln in Bad Nauheim.

„Nach einem großartigen Auftritt am Freitag haben wir es nicht geschafft, an diese Leistung anzuknüpfen“, stellte Kehler fest. Wie eben auch an den Wochenenden zuvor. Die Huskies scheinen bei ihrer Suche nach Konstanz irgendwie gefangen in einer Zeitschleife, in der sich alles ständig wiederholt. Ganz so wie der von Bill Murray verkörperte Hauptdarsteller Phil Connors in „Und täglich grüßt das Murmeltier“, der einen bestimmten Tag immer wieder von vorn erlebt.

Die Parallelen zwischen Huskies und Hollywood liegen auch für Kehler auf der Hand. „Unglücklichweise ja“, fügt er hinzu. „Wenn es nicht gut läuft, sehe ich einiges, das sich wiederholt: zu komplizierte Dinge im Angriff, fehlende Entschlossenheit in den gefährlichen Zonen vor dem gegnerischen Tor – denn nur so können wir auch Treffer herausspielen.“

Allein der Blick aufs Ergebnis genügt, um das Manko im Kasseler Spiel auszumachen. Es lag nicht am jungen Torhüter Leon Hungerecker. Er war für den angeschlagenen Marcel Melichercik zwischen die Pfosten gerückt, wurde nach Spielende als bester Husky ausgezeichnet und erhielt ein Sonderlob von Nauheims Trainer Christof Kreutzer: „Ich verstehe nicht, warum bei den Huskies ein Ausländer im Tor steht, wenn sie einen so guten jungen deutschen Torwart haben.“ Es war auch nicht die Kasseler Defensive, die nur einen Gegentreffer zuließ. Knackpunkt gegen die Roten Teufel war die Offensive. Nur 71 Tore in 27 Spielen – damit sind die Huskies derzeit Schlusslicht der Liga. „Wenn wir in einem Derby zu Null spielen, sagt das vieles aus. Der Torhüter der Nauheimer war hungriger auf Paraden als wir auf Treffer“, kritisierte Kehler. Dabei schickten die Huskies vier Sturmreihen aufs Eis.

Auftritt von Neuzugang Sebastien Sylvestre

Sinnbildlich war der Auftritt von Neuzugang Sebastien Sylvestre. Gegen Ravensburg steckte er alle mit seiner Angriffslust an, in der Wetterau hingegen verzettelte er sich in Einzelaktionen und kassierte unglückliche Strafzeiten, saß unter anderem bei der doppelten Unterzahl auf der Bank, als Radek Krestan das entscheidende Tor gelang. „Er war am Freitag viel besser. Er hat versucht, viele Situationen individuell zu lösen. Die Strafen waren auch ein Ausdruck seiner Frustration über fehlenden Erfolg“, sagte Kehler, der die Flaute im Sturm aber nicht allein am Neuzugang festmachen wollte. „Wir haben insgesamt viel zu wenig Pucks vors Tor gebracht, sind zu selten in die gefährlichen Zonen gegangen.“

Am Ende gelingt es der Filmfigur Connors übrigens, sich aus der Zeitschleife zu befreien. Für ihn gibt’s ein Happy End. Etwas, das sich die Huskies auf ihrer Suche nach Konstanz auch sehnlichst wünschen.

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