Ramalamadingdong ohne Fans

Kassel Huskies unterliegen im ersten Testspiel Bietigheim 2:4

Ungewohnte Kulisse: Die neuformierte Mannschaft der Kassel Huskies vor leeren Rängen während des ersten Testspiels.
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Ungewohnte Kulisse: Die neuformierte Mannschaft der Kassel Huskies vor leeren Rängen während des ersten Testspiels.

Die Kassel Huskies haben das erste Testspiel in der Vorbereitung auf die neue DEL-2-Saison verloren. Gegen die Bietigheim Steelers unterlagen sie 2:4.

Kassel - Leere. Der Blick auf verwaiste Ränge, einen verwaisten Heuboden. Das ist das Erste, das einem entgegenschlägt, während sich unten auf dem Eis beide Mannschaften aufwärmen. Viel mehr aber ist nicht los, eine gute halbe Stunde vor dem ersten Bully. Es ist nicht nur die längste Sommerpause des Kasseler Eishockeys, die an diesem Freitagabend nach 222 Tagen mit dem ersten Vorbereitungsspiel auf die neue DEL2-Saison zu Ende geht – die Kassel Huskies gehen auch die ersten Schritte in eine Eiszeit, in der coronabedingt nun so vieles anders sein wird, als es einmal war.

Dass der Gegner wie im letzten Spiel am 1. März Bietigheim Steelers heißt – es ist eine schöne Pointe. Dass die Kasseler anders als am 1. März 2:4 (1:1, 0:1, 1:2) verlieren – nicht mehr als eine erste Momentaufnahme nach der ersten gemeinsamen Trainingswoche der Huskies, die bei diesem Auftritt neun Neue integrieren müssen.

Schon der Weg in die Halle ist anders. Keine wartenden Fans, keine Bratwurst. Stattdessen Fiebermessen, Aufnahme der Kontaktdaten, Maskenpflicht, vorgegebene Wege für die wenigen Journalisten, die dabei sein dürfen.

Denn es fehlen ja die, die neben den Hauptdarstellern auf dem Eis diesen Sport zu etwas Besonderem machen: die Fans. Noch dürfen sie nicht live dabei sein, noch fehlt die Freigabe des Gesundheitsamtes für das Hygienekonzept.

Und so sind die Ordner, die an diesem Abend ihre Einweisung in die Abläufe in Zeiten von Corona erhalten, die Einzigen, die versprengt auf der Haupttribüne die Partie verfolgen. Ebenso wie Stürmer Michi Christ, der geschont wird. Auch der werdende Papa Troy Rutkowski ist noch nicht dabei. Dafür aber alle anderen Neuzugänge, ebenso wie Derek Dinger und Marco Müller, mit denen Gespräche über neue Verträge laufen. Noch fehlen auch die neuen Trikots, die großen Huskies laufen im weißen Dress der kleinen Huskies der Eishockey-Jugend auf.

Und dann, ja dann, wird tatsächlich auch wieder Eishockey gespielt. Die ersten Schritte zurück ins Spiel sind hektisch, stürmisch auf beiden Seiten. Doch dann sind die Huskies in Überzahl: Ryan Olsen jagt aus einem Winkel, der spitzer kaum sein könnte, den Puck von der linken Seite ins Netz (13.). Und dann schallt auch tatsächlich Ramalamadingdong durch die Halle. Doch ohne kreisende Schals und den Jubel der Fans ist das ziemlich merkwürdig.

Also richten sich die Blicke wieder aufs Eis. Dort gelingt den Steelers der Ausgleich – aus nahezu identischer Situation wie den Huskies zuvor, nur von rechts. Riley Sheen befördert die Scheibe über Jerry Kuhns Fanghand ins obere Eck (16.). Beim zweiten Gegentreffer indes steht er nicht mehr zwischen den Pfosten. In der 32. Minute darf Leon Hungerecker ran – und nur 21 Sekunden nach dem Wechsel gleich hinter sich greifen, als Pascal Schoofs zum 2:1 für die Gäste trifft (33.). Beim dritten Gegentreffer lupft Alexander Preibisch die Scheibe über den am Boden liegenden Hungerecker (45.) zum 3:1, Brett Breitkreuz trifft kurz darauf zum 4:1 (51.). Doch die Huskies geben nicht auf: Mit Brett Cameron trifft ein weiterer Neuzugang zum 2:4 (52.). Wieder ertönt das Ramalamadingdong, die Mannschaftskollegen gratulieren mit Schlägen gegen das Plexiglas. Am Ende werden die Beine schwer, die Strafzeiten-Konten wachsen. In doppelter Unterzahl verhindern die Kasseler den fünften Gegentreffer. Dann ist Schluss. Huskies-Trainer Tim Kehler verschwindet als Letzter in die Kabine. An diesem ungewöhnlichen Abend. (Michaela Streuff)

SR: Engelmann/Gavrilas, Z: - , Tore: 1:0 (12:25) Olsen (Granz - 5:4), 1:1 (15:04) Sheen (Pokorny, Renner), 1:2 (32:05) Schoofs (Zientek, Preibisch - 5:4), 1:3 (44:24) Preibisch (Zientek, Stephan -4:5), 1:4 (50:14) Brett Breitkreuz (Stretch, Prommersberger - 5:4), 2:4 (51:53) Cameron (Spitzner, Tramm)

Strafminuten: Kassel 14 - Bietigheim 14

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