Kasseler heute zu Gast in Bayreuth

Wie Trainer Tim Kehler die Zukunft der Huskies plant

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Er gibt die Marschroute auch 2020/21 vor: Huskies-Trainer Tim Kehler.

Heute Abend sind die Kassel Huskies zu Gast in Bayreuth (20 Uhr). Sicherheit gibt dabei die erste wichtige Personalmeldung: Trainer Tim Kehler bleibt.

Wer mit Tim Kehler spricht, der merkt schnell: Diese Entscheidung ist ihm nicht schwergefallen. Seine Vertragsverlängerung und sein zweites Ja-Wort zu den Kassel Huskies, dem aktuellen Tabellenführer der Zweiten Deutschen Eishockey-Liga, war Formsache. Der Kanadier begründet die Entscheidung mit warmen Worten: „Ich schätze die Gelegenheit, die mir Joe Gibbs bietet. Mir gefällt die Richtung, in die sich der Verein entwickelt. Es ist eine aufregende Aufgabe, ein Team aufzubauen, das um den Aufstieg in die DEL mitspielen kann.“

Dabei dürfte Kehler auch andere Vereine auf sich aufmerksam gemacht haben. „Wenn du Erfolg hast, generierst du natürlich Interesse“, erklärt er, ohne aber weiter ins Detail zu gehen. „Das Trainer-Geschäft ist hart. Wenn du die Sicherheit haben kannst, an dem Ort bleiben zu dürfen, den du kennst, dann ist die Entscheidung einfach.“

Kurzum: Kehler weiß, was er an den Huskies hat. Und die Huskies wissen, was sie an ihrem Cheftrainer haben, der seit November 2018 in Kassel arbeitet. Den letztjährigen Krisenklub, der frühzeitig in den Pre-Playoffs scheiterte, hat er umgekrempelt. Dass die Huskies die meiste Zeit der Saison von Platz eins grüßten, ist nicht zuletzt sein Verdienst. Sein alter Vertrag habe keine Klausel beinhaltet, wonach der sich automatisch beim Erreichen der Playoffs verlängere, sagt der 48-Jährige. „Wir haben einen neuen Deal. Auch der neue Vertrag läuft für eine Saison.“

Eine Saison, an deren Ende im Idealfall der Aufstieg in die DEL stehen soll. „Das ist möglich, einfach aber wird das nicht“, sagt Kehler. Die Arbeit für das große Ziel, sie hat längst begonnen. „Wir arbeiten zwölf Monate im Jahr daran. Der Prozess läuft ständig. Klar kommen da neue Herausforderungen auf uns zu, neue Drucksituationen. Aber das bedeutet, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen. Dieser Druck ist gut“, erklärt der Kanadier.

Schwerpunkt dieses Prozesses ist natürlich die Kaderplanung. Nicht wenige der aktuellen Huskies hatten sich im vergangenen Sommer für die Huskies entschieden, weil sie mit Trainer Kehler zusammenarbeiten wollten. Auch deshalb haben die Huskies gut daran getan, die wichtigste Weiche Cheftrainer frühzeitig zu stellen. Das weiß auch Kehler. „Der Trainer hat nun mal den größten Einfluss auf die Spieler. Zu wissen, mit wem sie es zu tun haben, gibt ihnen die wichtigsten Informationen über einen Klub.“ Seit gut sechs Wochen bekommt der Coach in Sachen Kaderplanung Unterstützung von einem Scout. Alex Stein heißt er und gehört nun fest zu den Huskies. „Er ist in einer ganzen Reihe von Ligen unterwegs“, erklärt Kehler.

Wie weit die Planungen für die Saison 2020/21 vorangeschritten sind, dazu will sich der Kanadier aber nicht äußern. Der Grund liegt auf der Hand: „Wir konzentrieren uns voll und ganz auf die Gegenwart. Wir spielen eine sehr gute Saison und fiebern jetzt den Playoffs entgegen.“

In den vier noch ausstehenden Spielen der Hauptrunde geht’s für die Huskies nun darum, Platz eins zu sichern. Motivationsprobleme sieht der Coach angesichts der bereits sicheren Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale nicht. Im Gegenteil. Es geht jetzt darum, dem Team den Feinschliff für die K.o.-Runde zu verpassen.

Heute Abend sind die Kasseler zu Gast bei den Bayreuth Tigers (20 Uhr), am Sonntag kommt Bad Tölz (18.30 Uhr). „In Bayreuth ist es immer schwer. Und die Tigers kämpfen noch darum, die Playdown-Plätze zu verlassen“, warnt Kehler.

Immerhin: Topscorer Ben Duffy kehrt zurück und macht dem Trainer nun in einem Punkt das Leben schwer – im positiven Sinne allerdings: Denn mal abgesehen von Alex Heinrich (Saisonaus), kann Kehler personell endlich wieder aus dem Vollen schöpfen.

14 Tage hat Tim Kehler, Trainer der Kassel Huskies, nach der Einreise in Kanada in Quarantäne verbracht - so will es die dortige Regierung. Wir haben mit ihm gesprochen.

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