Fünf Ausländer im Kader

Vor dem Playoff-Viertelfinale: Kassel ist für Frankfurt kein Wunschgegner

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Rückt in den Fokus: Frankfurts Torhüter Antti Karjalainen (Mitte) dürfte die Nummer eins in den Playoffs sein. Mit im Bild: Nils Liesegang (links) und Brett Breitkreuz.

Frankfurt. Richtig glücklich waren die Frankfurter mit der Viertelfinal-Paarung nicht. Ihr Wunschgegner waren die Roten Teufel aus Bad Nauheim, bekommen aber haben sie nun ihren Erzrivalen, die Kassel Huskies.

Am Dienstag beginnt die Playoff-Serie am Ratsweg (19.30 Uhr). „Es ist kein Wunschkonzert. Wenn wir Meister werden wollen, müssen wir jeden schlagen“, betont Sportdirektor Franz-David Fritzmeier.

An einen Sweep wie in den Vorjahren glaubt niemand. Man geht von einem langen Duell aus. „Ein Highlight für alle Eishockey-Fans. Wir stellen uns auf einen großen Derby-Fight ein“, sagt Löwen-Dompteur Paul Gardner.

Die Torhüter

Das größte Kopfzerbrechen bereitet dem kanadischen Coach das Ausländer-Problem. Die Löwen verfügen über fünf starke Kontingentspieler, von denen einer auf die Tribüne verbannt werden muss. Schuld war die unglaubliche Verletzungsserie der Löwen-Torhüter. Als die Saison begann, standen den Frankfurtern drei fitte Keeper zur Verfügung: Brett Jaeger, der Held der Playoffs 2017, sowie die Förderlizenzspieler Florian Proske (Mannheim) und Hannibal Weitzmann (Köln).

Ein Luxusproblem, so schien es. Doch Pustekuchen. In der Vorbereitung verletzte sich Jaeger. Noch kein Problem: Proske und Weitzmann erledigten den Job abwechselnd. Im Dezember aber ging’s los. Proske plagten die Adduktoren. Bis Ende des Jahres quälte er sich im Training, war als Back-up dabei. Irgendwann ging es nicht mehr. Er musste die Saison vorzeitig beenden. Weitzmann verabschiedete sich am 2. Weihnachtsfeiertag mit einem Sieg über Ravensburg. Eine Bänderverletzung sorgte für eine Zwangspause, erst vor wenigen Tagen fing er mit dem Training an. In der Not musste der kaum genesene Jaeger ins Tor. Er hätte noch Zeit gebraucht, doch die gab’s nicht. Fritzmeier, der im Januar den entlassenen Rich Chernomaz als Sportdirektor beerbte, reagierte. Aus Finnland wurde der 22-jährige Antti Karjalainen bis zum Saisonende ausgeliehen.

Die Ausländer

Sein Einsatz verurteilt aber jeweils einen Leistungsträger zum Zuschauen. Gardner entschied sich für das Prinzip Rotation. US-Topscorer CJ Stretch sowie die Kanadier Pat Jarrett, Wade MacLeod und Matt Pistilli bleiben abwechselnd draußen. „Unsere Importspieler haben darauf gut reagiert, weil wir das Prozedere vorher abgesprochen haben. Es ist nicht das, was ich favorisiere, denn wir müssen dadurch einen guten Spieler draußen lassen. Aber es ist nach derzeitigem Stand unsere beste Lösung, die wir haben“, deutet Gardner an, dass auch in den Playoffs der finnische Keeper auflaufen wird. Die Ausfälle

Verzichten müssen die Löwen auf Vladislav Filin (Außenbandriss). Offen ist die Lage bei den Förderlizenzspielern. Die Stürmer Lucas Dumont und Eric Valentin bleiben mit Sicherheit in Frankfurt, wie es beim Verteidiger Dominik Tiffels sowie dem Kölner DNL-Stürmer Dani Bindels sein wird, muss in Einzelfällen verhandelt werden.

Die Grundlage für einen breiten Kader lieferten die drei im Januar verpflichteten Spieler: Verteidiger Maximilian Faber sowie Stürmer Martin Schymainski vom DEL-Team der Krefeld Pinguine sowie der von den Huskies gekommene Lukas Koziol.

Die Disziplin

Viel wird davon abhängen, ob es der Mannschaft gelingt, in den Playoffs disziplinierter als in der Hauptrunde zu spielen. 885 Strafminuten wurden in den 52 Spielen (Schnitt 17,02 Minuten) gegen die Löwen ausgesprochen. 297-mal spielten sie in Unterzahl, nur 222-mal in Überzahl. Und so erzielten sie trotz des besten Powerplays der Liga nur 56 Treffer in Überzahl, während sie in Unterzahl 63 Gegentore hinnehmen mussten. Paul Gardner ist zuversichtlich, dass dies in den Playoffs besser sein wird. „Wir haben uns in der zweiten Saisonhälfte bereits zum Positiven entwickelt. Die Anzahl der Strafminuten gegen uns ist deutlich nach unten gegangen.“

Von Michael Löffler

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