Warum Rossi, Lange und Fritzmeier auf die Huskies setzen

Trainer-Experten sind sich sicher: „Kassel wird es machen“

Muss heute Verantwortung übernehmen: Huskies-Torjäger Phil Cornet lauert vor dem Tor und nimmt Torhüter Leon Doubrawa die Sicht. Rechts: Bietigheims Matt McKnight.
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Muss heute Verantwortung übernehmen: Huskies-Torjäger Phil Cornet lauert vor dem Tor und nimmt Torhüter Leon Doubrawa die Sicht. Rechts: Bietigheims Matt McKnight.

Vor jeder Playoff-Runde haben drei Trainer für uns einen Teamvergleich vorgenommen. Mit allen haben wir vor dem entscheidenden Finalspiel der Huskies gesprochen.

Kassel – Sie alle haben auf die Kassel Huskies gesetzt in ihren Teamvergleichen vor Beginn des Viertel- sowie Halbfinals und des Endspiels: Unsere Experten Rico Rossi als langjähriger Kasseler Coach, der mit Dresden zu Saisonbeginn noch gegen beide Teams gespielt hat, Harry Lange, Trainer der Roten Teufel aus Bad Nauheim, und Franz Fritzmeier vom Kasseler Erzrivalen Frankfurt.

Doch was sagen sie zur engen Serie gegen die Steelers und zum heutigen Showdown? Wir haben erneut mit ihnen gesprochen.

Rico Rossi

„Puh, das war keine einfache Art, ein Spiel zu verlieren, 1,5 Sekunden vor dem Ende. Aber ich glaube an die Huskies. Sie haben das erfahrenste Team der Liga. Wenn eine Mannschaft es schaffen kann, damit umzugehen und das wegzustecken, dann Kassel. Aber: Die Huskies kassieren zu viele Tore, müssen defensiv konzentrierter sein, machen zu viele Fehler.“

Rico Rossi

„Es wird kein Spiel für schwache Nerven. Ich rechne mit mindestens sechs Toren. Taktisch werden die Trainer sicher nichts ändern, der größte Faktor wird der Kopf sein. Ein Endspiel ist immer Kopfsache. Auch für Bietigheim ist die Situation nun eine neue. Die Steelers haben das Momentum auf ihrer Seite. Aber in einem Endspiel gibt es keine Favoriten mehr.“

Harry Lange

„Es sind zwei richtig gute Mannschaften, die es da miteinander zu tun haben. Ich habe vom vierten Spiel nur das Schlussdrittel gesehen. Aber da war die Maxime: Kassel rennt an, Bietigheim macht die Tore. Hinten haben die Huskies aktuell ein paar Spieler, die Fehler produzieren, die man von ihnen nicht kennt. Dazu sind die Steelers vorn brutal gefährlich, Preibisch mit seinem schnellen Antritt ist ein Gefahrenherd.“

Harry Lange

„Es gilt die Frage: Wer behält die Nerven? Jetzt brauchst du Typen, Anführer. Bei den Huskies müssen zwei, drei Spieler vorangehen, vorn müssen sie drauf gehen, die Checks zu Ende fahren und hinten solide stehen. Gegen Bietigheim muss auch mal ein Alleingang reingehen. Bietigheim hat in den beiden anderen Serien zweimal 2:0 geführt und doch erst im fünften Spiel gewonnen. Jetzt erleben sie das Umgekehrte. Auch die Steelers fangen jetzt an zu überlegen. Auch sie haben jetzt was zu verlieren.“

„Heute muss die Lust zu gewinnen, größer sein als die Angst zu verlieren. Und du musst ein Kurzzeitgedächtnis haben. Auch wenn ein Spiel fünf immer auch Kaffeesatzleserei ist und viel passieren kann: Ich glaube trotzdem, Kassel wird es machen, denn am Ende des Tages setzt sich die Qualität durch und davon hat Kassel mehr.“

Franz Fritzmeier

„Ich bin schon überrascht, dass Bietigheim noch am Leben ist. Jetzt ist alles möglich, das habe ich ja im Teamvergleich schon gesagt, sollte es zu Spiel fünf kommen. Kassel darf keine fünf Gegentore bekommen. Dabei hat Bietigheims Topscorer Sheen ja noch nicht einmal gespielt. Die Huskies haben den Steelers zu viel Platz gegeben, zu viel zugelassen. Das vierte Spiel war zu offen. Und ein 5:4 ist eigentlich kein Ergebnis, das typisch ist für Kassel.“

Franz Fritzmeier

„Wenn es heute wieder so in die Höhe geht, dann wird es schwer. Und auch wenn sie die entscheidenden Gegentreffer zweimal spät kassiert haben – die Spiele haben sie nicht in letzten Minute verloren. Es gilt jetzt, ruhig zu bleiben und nicht zu viel zu reden, 60 Minuten konstant zu spielen. Sie müssen nicht rausgehen und spielen, als ob sie das Spiel im ersten Drittel gewinnen müssen. Die Huskies sind so gut durch die Saison gekommen. Erstmals spüren sie Druck. Heute werden wir sehen, wie sie damit umgehen.“

„Ich tippe trotz allem immer noch auf Kassel. Die Huskies waren die Besten über die gesamte Saison. Die Chancen stehen 60 zu 40.“

Von Michaela Streuff

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