Ausgerechnet am 18. Geburtstag

Kasseler Justin Schütz von NHL-Team Florida Panthers ausgewählt

+
Vor dem Anruf in Salzburg: Andrea, Robin, Justin und Torsten Schütz (von links). 

Eigentlich wollte der gebürtige Kasseler Justin Schütz nur in seinen 18. Geburtstag reinfeiern. In Salzburg, wo er an der Akademie von Red Bull seit 2014 ausgebildet wird. Doch dann bekommt er kurz vor Mitternacht einen Anruf, der schlagartig alles auf den Kopf stellt.

Denn dieser Anruf kommt nicht etwas von einem Freund, der sich im Datum geirrt hat. Er kommt aus Miami. Von den Florida Panthers. Dem NHL-Team. Und natürlich will der Verein aus der nordamerikanischen Profiliga Schütz nicht vorzeitig gratulieren. Vielmehr teilen sie ihm persönlich mit, dass sie ihn gerade gedraftet haben – sich also bei der größten und wichtigsten Talentshow des internationalen Eishockey für den U18-Nationalspieler entschieden haben. 

Der Draft geht über mehrere Runden. Bereits in Runde eins war der Schweinfurter Dominik Bokk von den St. Louis Blues ausgewählt worden. Die Wahl auf Schütz fiel in Runde sechs an Position 170, 271 Talente wurden insgesamt gewählt.

Schütz ist der erste Spieler aus der Eishockey-Jugend Kassel, den Young Huskies, der im NHL-Draft gezogen worden ist. Den jungen Stürmer zu erreichen, ist zunächst nicht möglich: Am Sonntagmorgen um 10.15 Uhr hebt das Flugzeug ab, das ihn via Philadelphia nach Miami bringt. Dort nehmen ihn die Panthers in Empfang. Er selbst hat seine Gefühlslage zumindest bei Instagram kundgetan – mit Hashtags, also Schlagworten, die für sich sprechen: Neben dem Logo der Florida Panthers steht: „Proud to be a panther“ (Stolz, ein Panther zu sein) und: „A Dream comes true“ (Ein Traum wird wahr).

Diese Geburtstagstorte bekam Justin Schütz an seinem 18. Geburtstag. 

Ähnlich aufgewühlt sind die, die Justin an seinem Geburtstag in Salzburg zurücklässt: die Eltern Andrea und Torsten Schütz, die in Dörnhagen wohnen, Bruder Robin aus Köln, dazu Lasse Bödefeld, der beste Freund aus Kasseler Kindertagen, der im DNLII-Team der EJK spielt, und Cousin Kevin Jorch von den 89ers.  

Justin feiert am Samstag mit seinen Freunden vor, gegen 23 Uhr will die Familie dazukommen. Doch dann ist plötzlich alles anders. „Justin hat den Draft gar nicht verfolgt, wir haben ihn während des Fußballspiels am Handy über die NHL-App geschaut. Aber just in dem Moment, als er gezogen wurde, haben wir gar nicht hingeschaut“, berichtet Andrea Schütz. Ein paar Augenblicke später aber hat sie ihren Sohn schon am Telefon. „Völlig aufgeregt, sprachlos, unfassbar stolz“, fasst sie dessen Gemütslage zusammen.

An Feiern ist erst einmal nicht mehr zu denken. Die Eltern setzen sich mit den Betreuern in der Akadmie in Verbindung. Justin braucht seine Eishockey-Ausrüstung, den Reisepass. „Abends um 22 Uhr ist das schon eine Herausforderung.“ Die Eltern packen, sammeln anschließend noch Justin bei dessen eigener Feier ein, nehmen ihn mit ins Hotel. „Um 1 Uhr nachts haben wir in kleinem Kreis noch einmal in Ruhe angestoßen.“

An Schlaf ist kaum zu denken. Um fünf Uhr bricht die Gruppe auf nach München. Um 10.15 Uhr hebt das Flugzeug ab – mit dem nun volljährigen Justin. Aber ohne die eigens für ihn gebackene Geburtstagstorte. Die isst die Familie in Salzburg allein. Aber vielleicht hebt sie ihm ja ein Stück auf.

Am 1. Juli kehrt Justin Schütz vom Trainingscamp des NHL-Teams zurück. „Und dann wissen wir auch, wie es weitergeht. Im Moment müssen wir uns erst mal sortieren“, sagt Andrea Schütz. „Justin jedenfalls will die Zeit nutzen. Er ist stolz und total motiviert.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.