Eishockey-Talent wurde gedraftet

Kasseler Schütz über seine Zeit beim NHL-Klub Florida Panthers

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Erste Schritte auf großer Bühne: Der Kasseler Justin Schütz, den die US-Amerikaner in Unkenntnis des Ü zu Justin Schutz gemacht haben, spricht im Video der Florida Panthers.

Kassel. Der Kasseler Justin Schütz ist seit Sonntag in Miami beim NHL-Team der Florida Panthers. Dort lebt er jetzt seinen Traum.

Einen, in den er so unvermittelt hineingerutscht ist, dass er sich auch Tage später immer noch kneifen könnte. Braucht er aber nicht, denn er steckt mittendrin.

Dort läuft das „Development Camp“ (Entwicklungscamp) für jene Talente, die der Klub gedraftet hat. Und einer dieser 33 Jungs, die aus ganz Europa und Nordamerika kommen, ist Justin Schütz.

Der Traum

„Als ich Kassel damals verlassen habe, hätte ich mir nie träumen lassen, dass all das tatsächlich mal passiert“, sagt der 18-Jährige. „Das ist eine Riesenchance und der Beweis, dass ich mich gut entwickelt habe“, sagt er, nachdem er in Miami angekommen ist. In Salzburg, wo er an der Akademie von Red Bull ausgebildet wird, hatte er am Samstag von der Wahl der Panthers erfahren. „Das war wie im Film.“ Am Sonntag, seinem 18. Geburtstag, saß er im Flugzeug nach Miami. Am Montag stand er erstmals dort auf dem Eis.

Der Trainings-Alltag

Klar, dass in der besten Liga der Welt alles nicht nur eine, sondern gleich mehrere Nummern größer ist als in der europäischen Heimat. Das fängt schon beim Gelände an. „Überall hängen Fotos von der Profi-Mannschaft, das ist schon sehr geil“, schreibt Schütz via Whatsapp. Über den Kurznachrichtendienst ist es einfach, die Heimat an den vielen Eindrücken teilhaben zu lassen. Der tägliche Blick auf Vorbilder wie Verteidiger Aaron Ekblad, Kapitän Aleksander Barkov und Torhüter Roberto Luongo motiviert zusätzlich.

Dazu kommt der genauestens durchgeplante Alltag. Die Panthers wollen die Zeit intensiv nutzen. General Manager Dale Tallon erklärt das in einem Facebook-Video so: „Nach dem Draft ist es spannend, die Jungs live auf dem Eis zu erleben.“ Dass die Talente kein Kurzurlaub an Miamis Traumstränden erwartet, ist auch klar. Konkret heißt das für Schütz, seinen Zimmerkollegen Max aus Texas und all die anderen: Ihr Tag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück um 6.30 Uhr im Hotel. Was folgt, ist ein täglich neues Programm. Nach den Medizinchecks zu Beginn wechseln sich nicht nur Einheiten auf dem Eis und im Kraftraum ab. „Es gibt auch Training darin, wie man sich als Profispieler gegenüber den Medien verhalten muss“, sagt Schütz und kam als einer der Ersten auch gleich im Panthers-Video über den Draft zu Wort. Doch nicht nur das interessiert die Journalisten vor Ort. „In einem anderen Interview wurde ich gefragt, ob ich schon gesehen hätte, dass Deutschland bei der WM verloren hat.“ Gesehen hatte der Schalke-Fan das WM-Debakel gegen Südkorea zwar nicht, denn es lief gerade Eistraining. Schütz’ Antwort aber dürfte Jogi Löw gefallen haben: „Ich hoffe, dass sie in vier Jahren bei der nächsten WM wieder gewinnen.“

Und Schütz lernt viel Neues kennen – Golf etwa. „Das habe ich noch nie gemacht. Das war schon ein bisschen komisch“, gesteht er und fügt an: „Aber es hilft, Leute kennenzulernen.“

So geht es jetzt weiter

Am 30. Juni endet das Camp. Danach geht’s zurück in die Heimat. Im Gepäck hat er nicht nur das Trikot mit seinem Namen und dem Logo der Florida Panthers, sondern auch viel Motivation.

Erst einmal will er in Österreich die Matura machen, das Abitur, sich als Eishockeyspieler weiter entwickeln und dann im Sommer 2019 zum nächsten Camp der Panthers, die nicht nur die Rechte an Schütz haben, sondern ihn auch weiter im Blick behalten werden. „Jetzt liegt es an mir, etwas daraus zu machen“, sagt er. Damit der Traum von der NHL, der gerade begonnen hat, weitergeht.

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