Das neue Selbstbewusstsein

Kassels Huskies: Darum war der Derbysieg gegen Frankfurt so schön

So sehen Derbysieger aus: Die Huskies (von links) Stefan Della Rovere, Jens Meilleur, Patrick Klöpper, Braden Pimm, Adriano Carciola, Tim Lucca Krüger, Bastian Schirmacher und David Kuchejda jubeln nach dem 4:3-Erfolg gegen die Löwen. Foto: Fischer

Kassel. Derbysiege sind schön. Derbysiege tun gut. Derbysiege sagen vieles aus. Und Derbysiege begeistern auch die Eishockey-Prominenz.

So geschehen am Freitagabend in der Kasseler Eissporthalle, als 5200 Fans den 4:3-Erfolg der Huskies nach Verlängerung gegen die Löwen Frankfurt bejubelten. Ein Überblick.

1. Das beispielhafte Drittel:Zeigt, wie sich die Huskies in den vergangenen Wochen entwickelt haben. Beim 4:5 im Hinspiel bestimmten die Frankfurter überwiegend das Tempo, waren in entscheidenen Situationen schneller, dominanter. Jetzt aber, in den ersten 20 Minuten in Kassel, da waren die Huskies drückend überlegen, stets läuferisch wie gedanklich schneller. Selbst 21:8-Torschüsse drücken die Überlegenheit nicht komplett aus. „Wir hätten mit drei, vier Toren führen müssen. Ohne Weitzmann im Frankfurter Tor wäre das auch der Fall gewesen“, sagte Huskies-Trainer Rico Rossi.

2. Das neue Selbstbewusstsein: Die Frage nach dem Mann des Abends beantwortete Rossi mit einem zustimmenden Nicken. Klar, Braden Pimm wäre ein Kandidat wegen des entscheidenden Tores zum 4:3 (das Video unten hat uns Nutzer Florian Dahnert überlassen). Doch Rossis Nicken galt Jens Meilleur. „Absolut, ein starkes Spiel von ihm. Er kommt immer besser in Tritt“, sagte der Coach. Mit den Saisontoren zehn und elf verlieh der Stürmer seinem Formanstieg Ausdruck. Er steht damit zugleich sinnbildlich für das neue Selbstbewusstsein der Huskies. Denn im Schatten von Pimm und James Wisniewski haben auch viele andere einen Leistungssprung gemacht. Michi Christ etwa dreht nicht nur als Einheizer nach dem Spiel auf, sondern wird auch während der Partien immer auffälliger. Er ist ein guter Beweis dafür, dass Statistik nicht alles ist. Denn aktuell steht er „nur“ bei zwei Toren und zwei Vorlagen.

3. Die kleinen Dinge: Machten den Unterschied aus zwischen zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Wie etwa die Tore bewiesen. Dem 1:1 der Frankfurter ging ein Scheibenverlust Kevin Maginots hinter dem eigenen Tor voraus, dem 2:3 in falscher Wechsel der Huskies. „Damit haben wir die Frankfurter zum Alleingang eingeladen“, sagte Rossi. Die Huskies aber hatten jeweils die richtigen Antworten parat. Ihr Plus: Sie erarbeiteten sich ihre Tore und waren noch dazu in Überzahl unglaublick effektiv – drei Tore sprechen für sich. „Wir haben unsere Treffer herausgearbeitet. Das war heute der Unterschied“, befand Rossi.

Der Mann für die Humba: Michi Christ gibt nach Spielende lautstark den Takt mit einem Megafon vor. Foto: Fischer

4. Der hohe Besuch: Den hat’s in Kassel schon länger nicht mehr gegeben. Am Freitagabend aber waren mit Franz Reindl, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), und Michael Pfuhl, Technischer Direktor des DEB, gleich zwei hohe Herren vor Ort. Erst im Rathaus bei Oberbürgermeister Christian Geselle, Simon Kimm und Huskies-Geschäftsführer Joe Gibbs, dann zum Derby in der Eissporthalle. Warum? Das deutete Geselle in einem kurzen Facebook-Eintrag an: „Die DEB-Spitze zeigt sich mehr als angetan von den Plänen, eine zweite Eisfläche zu errichten und stellt Kassel das Prädikat „Verbandsstützpunkt Nachwuchs“ in Aussicht. Nach Hamburg wären wir die zweite Stadt in Deutschland mit diesem Titel.“ Hätte was. Wir bleiben dran am Thema.

5. Die Party danach: War natürlich wunderbar nach dem Derbysieg. Kaum ein Zuschauer verließ sofort die Halle – es sei denn, er wollte zurück nach Frankfurt. Zum Genießen haben wir hier nochmal das Video von der Humba:

Gefeiert wurde aber auch noch im Sonderzug nach Tölz.

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