Seit 1991 im Verein

Milan Mokros: Talentschmied der Huskies wird 60 Jahre alt

Als Trainer ist Milan Mokros in seinem Element.

Kassel. Seit 20 Jahren prägt der einstige Abwehrstratege Milan Mokros die Talentförderung im Kasseler Eishockey. Am 4. Juli wird Huskies-Urgestein "MM" 60 Jahre alt.

Mokros anno 1990.

Seine Lebensgeschichte bietet Stoff für einen guten Film. Die harte Eishockeyschule im tschechischen Karvina (Nordmähren), der Abschied mit 18 nach Vitkovice, die nationale Meisterschaft 1981, kurz darauf die spektakuläre Flucht mit Kumpel Josef Volek über Jugoslawien nach Ravensburg, nach 18 Monaten Sperre und einer Verurteilung in Abwesenheit wegen Fahnenflucht dann die Profizeit in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und ab 1991 in Kassel.

Doch das, was eine Laudatio auf Milan Mokros zu seinem 60. Geburtstag am 4. Juli begründet, ist weitaus unspektakulärer, aber viel nachhaltiger: Seit genau 20 Jahren prägt der einstige Abwehrstratege die Talentförderung im Kasseler Eishockey. Als Cheftrainer, „aber auch als Mädchen für alles im Klub“, wie er sagt.

Diese Aufgabe ist sein Leben, auch wenn der Leithund über den Verein EJK hinaus viele Spuren setzt. Die erste Mannschaft der Huskies hat er trainiert, 2011 sogar als Oldie noch einmal die Schlittschuhe geschnürt, als der Regionalliga-Titel gefeiert wurde. Ohne die vielen Talente, die „MM“ selbst mit seinen Mitstreitern hervorgebracht hatte, wäre das Kasseler Eishockey 2010 gestorben.

„Seit 26 Jahren bin ich nun hier, und Kassel ist meine Heimat geworden“, bilanziert Mokros. In Düsseldorf hatte er seine Christa kennengelernt, mit Tochter Saskia fühlt sich die Familie hier wohl, pflegt aber natürlich auch die Kontakte zu Mutter und Bruder in der Eishockey-Hochburg Karvina.

Mokros (2.v.l.) mit seinen Stammtisch-Kumpels Shane Travers, Mathias Kolodziejczak und Mario Feigl (v.l.).

Talente wie Nationalspieler Moritz Müller, Derek Dinger, Manuel Klinge, Michi Christ, Alex Heinrich, die Carciola-Brüder und Mirko Pantkowski hat Mokros ausgebildet. „Heute haben wir aktuell fünf Kasseler in den Nationalteams U16 bis U20. Aber leider spielen sie in der Fremde“, sagt er. „Es wäre das Größte, wenn sie irgendwann wieder Huskies wären.“ Denn, so lautet Mokros’ Motto: „Aus Kassel, für Kassel. Wegen des Herzbluts.“

Dieses Kriterium gilt auch bei der Suche nach einem Nachfolger. Noch sind ein paar Jahre Zeit, „aber nachdem Sven Valenti nach Mannheim gegangen ist wäre es schon gut, wenn Leute wie Klinge, Heinrich oder Christ beim Nachwuchs einsteigen würden“. Bis dahin gibt es vielleicht endlich auch eine zweite Eisfläche. „Aber über diese unendliche Geschichte könnte man auch einen Film drehen“, sagt Jubilar Mokros.

Das sagen Weggefährten

Shane Tarves (63), einst Mitspieler: „Milan ist ein Glücksfall für Kassel und für das Eishockey. Woanders könnte er sicher mehr verdienen. Er ist mit Herz und Seele dabei, gibt alles für diesen Sport und lebt dafür. Und er ist ein toller, netter Kerl. Mit einer harten Schale, aber einem weichen Kern. Er leistet seit vielen Jahren super Arbeit, bringt junge Leute voran. Milan war und ist noch immer eine treibende Kraft in der Eissporthalle.“

Michi Christ (28), als Jugendspieler von Mokros trainiert: „Milan ist ein absolutes Vorbild und weiß genau, wovon er spricht im Eishockey. Er hat hart gefordert, aber auch super gefördert. Er war schon ein wenig ein Schleifer, aber mit dem Herzen am rechten Fleck. Als Jugendlicher hast Du einen Riesenrespekt vor ihm, gehst jedem Streit aus dem Weg. Heute sind wir mehr auf Augenhöhe, lachen miteinander. Früher gab er strikt Anweisungen, heute freue ich mich über seinen Rat.“

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