Huskies-Chef Dr. Westhelle tritt zurück / Beratung über Etat für 2. Liga

Kein Geld in der Kasse

Händeringend suchten Dr. Fritz Westhelle (links) und Huskies-Eigner Dennis Rossing eine Lösung für die Huskies in der DEL - gefunden wurde sie nicht. Nun ist die Kasse leer und der Weg in die 2. Liga scheint versperrt zu sein. Foto: Herzog

Kassel. Gespräche, Telefonate, Konferenzen, Besprechungen - bei den Kassel Huskies gab es gestern einen Tag voller Hektik. Dass am Ende die Bemühungen von Erfolg gekrönt sind, der Weg in die 2. Liga beschritten werden kann, ist nach wie vor äußerst zweifelhaft. Zwar erklärte uns gestern DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke, dass die DEL nicht querschießen werde, wenn die Huskies in die 2. Liga wollten. Ansonsten blieb man aber hart.

So wisse die DEL noch nicht, ob sie die Beschwerde beim Bundesgerichtshof gegen den Insolvenzplan zurückziehen werde. Ein rechtskräftiger Insolvenzplan wäre aber überhaupt erst Voraussetzung für ein Spielen in der 2. Liga.

Bevor man sich bewege, seien Gespräche mit den Huskies nötig, sagte Tripcke. So müssten beide Seiten darüber reden, wie man etwa die horrenden Anwaltskosten (sechsstellige Summen) aufrechne. Tripcke: „Wir müssen erst mal klären, welche Ansprüche wir gegen die Huskies haben und wie es dann weitergehen könnte.“

Außerdem wisse die DEL nicht, wer nun der richtige Ansprechpartner bei den Huskies sei. Geschäftsführer Dr. Fritz Westhelle kündigte gestern an, noch in dieser Woche sein Amt niederlegen zu wollen. Er sei nur Geschäftsführer geworden, weil die Huskies jemanden mit „insolvenzrechtlicher Kompetenz“ gebraucht hätten. Inzwischen stellte er bei Gericht den Antrag, das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung aufzuheben.

Die letzte Amtshandlung von Dr. Westhelle bei den Huskies: Er wollte gestern bis zum Abend mit anderen einen so genannten „Businessplan“ für die 2. Liga ausarbeiten. Dann wird man auch wissen, ob überhaupt mit Sponsorengeldern zu rechnen ist.

Damit sah es bisher offensichtlich eher düster aus. Denn Tatsache ist, dass Sachwalter Dr. Franz-Ludwig Danko beim Amtsgericht beantragt hat, dass die finanzielle Masse der Huskies für „unzulänglich“ erklärt wird, wie es im Fachjargon heißt. Das bedeutet, die Huskies haben kein Geld, um das laufende Geschäft zu finanzieren.

Und auch die Gläubiger könnten in die Röhre gucken. Denn auch wenn der Insolvenzplan rechtskräftig ist, sagt das noch nichts darüber aus, dass auch genug Geld da ist, um die verabredete Quote von 20 Prozent (bei zwei Millionen Schulden 400 000 Euro) bezahlen zu können.

Dr. Danko: „Die Aufgabe der Huskies-Geschäftsführung ist es nun, Geld zu besorgen und den möglichen Spielbetrieb in der 2. Liga zu sichern.“

Erst wenn genug Geld da ist, könne er den Antrag beim Amtsgericht zurücknehmen, sagte Dr. Danko. Auch Huskies-Eigentümer Dennis Rossing hatte sich in dem Insolvenzplan verpflichtet, noch einmal 150 000 Euro zu zahlen. Geflossen ist das Geld laut Dr. Danko noch nicht.

Von Frank Thonicke

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