Erstes Heimturnier der Eishockeyjugend U7

Kleine Huskies ganz groß

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Den Puck fest im Blick: Lotta Rath (Nummer 9) von der Eishockeyjugend Kassel beim Derby gegen die Löwen aus Frankfurt. 

Kassel. Es sind die Gesänge der Fans. Das Gleiten und zähe Kratzen der Kufen auf dem Eis. Die manchmal ruppigen Bodychecks der dick ausstaffierten Spieler.

Die schreienden Anfeuerungen der Eltern und vor allem der grandiose Jubelsturm, wenn die Huskies ein Tor schießen. Alle Regeln haben die Kinder noch nicht verstanden. Aber mit ihren großen Trikots und den langen Schlägern machen sie einen professionellen Eindruck.

Es ist das erste Heimturnier der Eishockeyjugend Kassel (EJK) U7, das in der Eissporthalle stattfand. Und die Kleinsten spielten ganz groß auf. Zu den Gastmannschaften zählten der RT Bad Nauheim, die Löwen Frankfurt und die Luchse aus Lauterbach.

Für die Nachwuchsspieler ist es eine prägende Erfahrung. Rund 100 Eltern und Zuschauer sind gekommen, schwenken Fahnen und unterstützen ihren Nachwuchs lautstark. Gespielt wird auf einem Drittel der Eisfläche. Die Teams sind mit Jungen und Mädchen gemischt, und die Spiele finden gleichzeitig auf verschiedenen Flächen statt.

Gelungener Vormittag

Für Ernst Reschetnikow, Trainer der Kasseler U7, war es ein gelungener Vormittag. „Es war das erste Turnier überhaupt, das wir für die Kleinen ausgetragen haben und ein voller Erfolg.“ Denn der Spaß und nicht die anschließende Platzierung der Mannschaften stand im Vordergrund. Auf Schlägerhaltung und Laufbewegung seines Teams hat der 30-Jährige dann doch geachtet. Immer wieder gibt er Anweisungen von der Außenlinie. Seine Begründung: „Die Jugend ist sehr wichtig für den Verein. Hier wird auch viel für die Kinder getan.“

Stürzen sich oft alle Kinder auf den kleinen, runden Gummipuck, lassen sich teilweise auch erste Spielzüge erkennen. Einige bringen bereits Erfahrungen mit, die Bewegungen fallen ihnen daher nicht schwer – so ist es auch bei Leon.

Der Sechsjährige hat früher auch mal Fußball gespielt, doch Eishockey gefällt ihm deutlich besser: „Den Körpereinsatz und die Härte auf dem Eis finde ich sehr gut.“ Die Begeisterung dafür liefert auch sein Vater, der selber Eishockey gespielt hat.

Aber auch ein bekannter Spieler aus der nordamerikanischen Profiliga NHL zählt zu seinen Vorbildern. Wenn es nach ihm geht, möchte er später in der ersten Bundesliga spielen. „Das wäre mein Traum“, sagt Leon.

Doch damit der Traum in Erfüllung geht, bedarf es noch viel Spielpraxis. Und die hat sich jetzt beim Turnier in Kassel geboten. Sei nie da, wo der Puck ist, sondern da, wo er hinkommen wird. Das haben sie ihm beigebracht.

Und Ernst Reschetnikow, der das letzte Spiel seiner Eishockeyjugend gegen den RT Bad Nauheim gesehen hat, ist stolz: „Das ist unsere Zukunft, die sollen mal für das Kasseler Eishockey stehen.“

Er weiß, dass es noch ein weiter Weg ist, aber er freut sich über seine kommenden Aufgaben. Es ist das Eishockey, was ihn restlos begeistert. Die Eissporthalle ist längst sein zweites Wohnzimmer.

Familiäre Atmosphäre

So wie für viele andere Eltern, die aus Kassel, Frankfurt, Lauterbach und Nauheim kommen. Liebevoll und familiär ist das Zusammentreffen. Küsschen, Drücker und Aussagen wie „Bis bald“ zum Abschied. Und immer geht es irgendwie ums Eis. Um Trainingscamps, Fahrgemeinschaften, Ausrüstung und das Benzin. Warum haben sie sich auch so einen intensiven Sport ausgesucht? Aber sie wollen es ihren Kindern möglich machen. Mit aller Macht. Für die Kinder ist es die Begeisterung rund um den schwarzen Puck. Sie haben sie tief aufgesogen.

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