Gerald Schaumburg über das Aus der Kassel Huskies

Kommentar: Huskies sind vor die Hunde gegangen

Kassel. Sie haben gekämpft wie die Löwen, um nach Rainer Lippes Misswirtschaft doch noch die Kurve zu kriegen. Und doch sind die Huskies vor die Hunde gegangen.

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Aufgrund der Altlasten aussortiert von Liga-Funktionären, die mit einem parteilichen Fachblatt eine Hetzkampagne gegen die Schlittenhunde inszeniert haben. Und die trotz aller Pannen, Patzern und Peinlichkeiten auch noch Recht bekommen haben. Ins Abseits gestellt von Richtern, die bis heute den Nachweis schuldig bleiben, dass die DEL-Verantwortlichen auch wirklich Recht haben. Denn noch immer wissen wir alle nicht - und für viele ist das Kernfrage -, ob und warum für die Sanierung einer Kapitalgesellschaft im Sport das in der übrigen Wirtschaft legale Mittel einer Planinsolvenz nicht angewendet werden darf.

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Der Kampf der Huskies gegen die Pleite

Wenn es nun also vermutlich keine endgültige Entscheidung darüber vom Bundesgerichtshof geben wird, bleibt dem selbstgefälligen Tun der DEL-Funktionäre Arnold, Fabel, Tripcke und Co. weiterhin Tür und Tor geöffnet. Dr. Fritz Westhelle hat einige Mängel im kranken System der DEL aufgezeigt. Die bleiben, auch wenn die Huskies nun von der Bildfläche verschwinden. Aber selbst aus Kasseler Sicht war bei Westhelles Auftritten längst nicht alles Gold, was glänzt. Auf die inakzeptable Ausladung zum Gesellschafter-Treff bei der WM hat er - bei allem Verständnis - zu emotional reagiert. Dass er den Ingolstädter Arnold als Hanswurst bezeichnete, war respektlos. Auch sein Wettern über Richter und Gerichte zeugte nicht von Diplomatie.

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Die Huskies und die HNA – kritisch hinterfragt

Vor allem aber ist Westhelle und Huskies-Inhaber Dennis Rossing vorzuwerfen, dass sie alles auf die Karte DEL gesetzt haben. Es gab keinen Plan B, keinen Rettungsanker. Den 13 Klubs der zweiten Liga fehlt ein 14. Mitspieler - es könnten die Kasseler sein. Vielleicht auch jetzt noch. Wenn die Ober-Huskies einen neuen, letzten Anlauf starten würden. Danach freilich sieht es nicht aus. Und so bleiben ein Scherbenhaufen und viele Fragezeichen. Verloren sind rund 100 Arbeitsplätze, die Ideale und Idole einer großen, treuen Fangemeinde, viel Geld von Dennis Rossing, mittelständischen Betrieben und Institutionen und nicht zuletzt eines: eine emotionale Heimat, die über viele Jahre viele Menschen in ihren Bann gezogen hat. Und: Wie gern hätten wir erlebt, wie gut die neue Mannschaft spielt. Eine Huskies-Meute, die nun ein Phantom bleiben wird.

  Von Gerald Schaumburg

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