Nico Schnell spielt für die Eishockeyjugend Kassel und träumt von der großen Karriere als Profi

Kracher von der Blauen Linie

Träumt von einer großen Karriere: Nico Schnell, der für die Eishockeyjugend Kassel spielt und seit dieser Saison auch bei den Hannover Scorpions in der Oberliga zum Einsatz kommt. Foto:  Fischer

Kassel. Über seinen Lieblingsplatz in Kassel muss Nico Schnell nicht lange nachdenken: „Die Eissporthalle“, sagt der 18-Jährige Offensiv-Verteidiger der Eishockeyjugend Kassel (EJK) entschieden. Hier ist er vor zwölf Jahren das erste Mal mit Eishockey in Berührung gekommen. Seine Eltern nahmen den damals Sechsjährigen mit zu den Spielen der Kassel Huskies. Zunächst Fan des DEL-Teams, wollte er dann unbedingt selbst aufs Eis. Sein älterer Bruder André, der regelmäßig zum öffentlichen Lauf in der Eishalle ging, brachte ihm das Schlittschuhlaufen bei.

Dann begann Schnell seine Eishockeykarriere bei den Kleinschülern unter Trainer Milan Mokros. Auf dem Rücken die Trikotnummer sieben. Wie sein großes Vorbild, der damalige Huskies-Verteidiger Drew Bannister. Schnell eiferte ihm nach: Stürmer oder Torwart wollte er nie werden, sondern ein echter Blueliner, einer, der von der Blauen Linie richtig Druck machen kann. Dafür arbeitet Schnell hart. Er lebt nicht ausschließlich von seinem Talent, sondern gibt im Training Vollgas.

„Immer hundert Prozent“, sagt DNLII-Kapitän Tim Lucca Krüger über seinen Teamkameraden, den er als „echten Führungsspieler“ bezeichnet, der auch abseits des Eises ein wichtiger Faktor fürs Team sei. Weil er professionell eingestellt ist. „Mit 16 war das mal anders“, gibt Schnell zu. Da stand Eishockey nicht immer an erster Stelle. „Aber dann hat mich der Ehrgeiz gepackt. Ich möchte etwas erreichen, mein Hobby zum Beruf machen“, erklärt er.

Die Chancen stehen nicht schlecht für den gebürtigen Felsberger, der seit August eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik bei DSV in Baunatal absolviert und noch zu Hause bei Mutter Tanja wohnt. Im Sommer durfte er die Vorbereitung der Huskies mitmachen, läuft zudem seit dieser Saison für die Hannover Scorpions in der Oberliga auf. Dort erlebte er gegen Berlin einen ganz besonderen Moment: „Mein erstes Oberliga-Tor“, erinnert sich der Schalke-Fan zurück, der gern mal vor richtig vielen Zuschauern auflaufen würde. „Ein Wintergame vor 50 000 Fans ist mein großer Traum.“

In Hannover schauen immerhin bis zu 1000 Anhänger zu. „Da war ich anfangs schon nervös“, erzählt Schnell. Doch seine Eishockeykumpels sind für ihn wie eine zweite Familie. „Wir machen praktisch alles zusammen, das ist mein großer Rückhalt.“ Auf den Busfahrten zu Auswärtsspielen wird alles besprochen: Stärken auf dem Eis und Schwächen – seit einem verschossenen Penalty bei einem Knabenturnier tritt Schnell nicht mehr vom Penaltypunkt an – die gemeinsame Silvesterparty oder die Weihnachtsgeschenke: Schnell hat von seiner Familie ein Scorpions-Trikot mit seinem Namen bekommen. Eishockey und die Eissporthalle bestimmen eben sein Leben.

Von Carina Wagener

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