Torhüter Kuhn bekommt nach Derby Sonderlob

Nach Derbysieg: Huskies heute in Kaufbeuren

War am Donnerstag kaum zu bezwingen: Huskies-Torwart Jerry Kuhn(links(. Rechts: Joel Keussen und Frankfurts Kyle Sonnenburg.
+
War am Donnerstag kaum zu bezwingen: Huskies-Torwart Jerry Kuhn(links). Rechts: Joel Keussen und Frankfurts Kyle Sonnenburg.

Huskies-Torhüter Gerald Kuhn zeigte beim 4:1-Derbysieg Galaform und bekam von Trainer und Mitspielern ein Sonderlob. Heute geht es für den DEL2-Spitzenreiter um 17 Uhr in Kaufbeuren weiter.

Kassel – Sie kamen aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus: Das Videoteam der Löwen Frankfurt, das am Donnerstagabend in der Kasseler Eissporthalle unweit der Sprecherkabine saß und filmte, konnte nicht fassen, was dieser Torhüter im Gehäuse der Kassel Huskies da alles hielt.

„Jerry war ganz stark“, sagte Trainer Tim Kehler. Vor allem eine Parade in der 54. Minute dürfte es in jedes Highlight-Video schaffen: Da parierte Kuhn zunächst einen Distanzschuss von Leon Hüttl, beim Abpraller tauchte er nach links ab und fischte auch den Nachschuss von Luis Schinko weg. Lob gab es dafür von Joel Keussen: „Das klingt zwar komisch, aber: Jeder, der Jerry kennt, ist von dieser Leistung nicht überrascht. Er ist seit Wochen überragend“, sagte der Verteidiger, der selbst erheblichen Anteil am Derbysieg hatte.

Keussen überzeugt mit Technik und mit Wucht

Beim 1:0 tanzte er im Stile eines Torjägers Gästetorwart Bastian Kucis aus, beim 2:1 zog er in Überzahl von der Blauen Linie ab – der Schuss wurde noch leicht von Lois Spitzner abgefälscht. „Ich bin ein offensiver Verteidiger, bereite mich deshalb auf alle möglichen Situationen vor. Das Hauptaugenmerk liegt aber schon auf den Direktschüssen in Überzahl“, so Keussen, der in der Vergangenheit schon für die hessischen Huskies-Rivalen Bad Nauheim und auch Frankfurt gespielt hat. Beim 3:1 von Phil Cornet war er ebenfalls mit auf dem Eis, Spitzners 4:1 ins leere Tor bereitete er vor.

„Das Spiel war deutlich enger, als es das Ergebnis aussagt. Es war ein guter Vorgeschmack auf die Playoffs“, so Keussen. „Die Unterzahl hat uns das Spiel gewonnen. Wir waren gut beim Fünf-gegen-Fünf, aber sehr gut in Unterzahl.“ Zwar trafen die Löwen gleich im ersten Powerplay, fünf weitere Überzahlsituationen aber blieben ungenutzt. „Wir haben auch für Jerry sehr hart gespielt, nachdem wir ihn am Dienstag in Heilbronn etwas im Stich gelassen haben“, sagt Keussen.

Fraglich, wer von den Verletzten wann einsteigen kann

Der einzige Wermutstropfen: Brett Cameron musste im Mittelabschnitt verletzt raus, verfolgte das letzte Drittel geduscht von der Tribüne aus. „Er hat sich am Unterkörper verletzt“, sagte Kehler bei der Pressekonferenz. Ob Cameron oder einer der anderen verletzten Spieler wie Ryon Moser und Corey Trivino heute in Kaufbeuren dabei sein kann? „Schauen wir mal.“

Gut möglich also, dass bei den Huskies wieder einmal die Reihen durcheinandergewirbelt werden. „Bei uns kann jeder mit jedem spielen“, sagt Derby-Doppeltorschütze Lois Spitzner.

In Kaufbeuren brillieren die Importspieler

Die ersten beiden Spiele gegen die Allgäuer entschieden die Huskies deutlich für sich. Auf ein 4:1 auswärts Ende Dezember folgte ein 5:0-Erfolg zuhause kurz nach dem Jahreswechsel. Beim ESV sind vor allem die Importspieler gefährlich. Mit John Lammers (20 Tore + 32 Assists), Tyler Spurgeon (15+26) und Branden Gracel (14-21) sind drei Kanadier die Topscorer, auch der Finne Sami Blomqvist kommt nach überstandener Verletzung immer besser in Fahrt (13+9). Kaufbeuren verlor am Donnerstag nach Verlängerung in Dresden, zuvor feuerte das Team von Trainer Rob Pallin vier Siege am Stück.

„Mir gefallen die vielen Spiele hintereinander. Zwar machen die Beine irgendwann schlapp, aber wir sind Profis, dafür spielen wir Eishockey“, sagt Spitzner.

Von Björn Friedrichs

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.