Einschätzung zur neuen Saison

DEL2-Saison startet – Experte tippt: EV Landshut und Löwen Frankfurt vorn dabei

Wer hebt dieses Jahr ab? Hier fliegt Joel Keussen von den Kassel Huskies nach seinem Traumtor beim 4:1-Derbysieg im März gegen die Löwen Frankfurt über Torhüter Bastian Kucis hinweg. Huskies und Löwen treffen auch in dieser Spielzeit wieder in der DEL 2 aufeinander.
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Wer hebt dieses Jahr ab? Hier fliegt Joel Keussen von den Kassel Huskies nach seinem Traumtor beim 4:1-Derbysieg im März gegen die Löwen Frankfurt über Torhüter Bastian Kucis hinweg. Huskies und Löwen treffen auch in dieser Spielzeit wieder in der DEL 2 aufeinander.

Morgen geht sie los, die neue DEL2-Saison: Experte Steffen König gibt schon vor dem Saisonstart eine kleine Einschätzung.

Kassel – Am Freitag steigt der erste Spieltag in der zweiten deutschen Eishockeyliga. 14 Mannschaften sind dabei – und sie alle haben unterschiedliche Ziele: Während es für viele Klubs vor allem darum geht, eine gute Rolle zu spielen, zählt für andere nur die Meisterschaft. Doch wer ist wirklich reif für den Titel? Wer ist ein Playoff-Anwärter? Und wer schaut eher nach unten als nach oben?

Die Favoriten

König zählt gleich vier Teams zu den Mitfavoriten auf den Titel: Landshut, Ravensburg, Frankfurt und Kassel haben für ihn die besten Chancen auf die Meisterschaft. „Zwischen diesen Teams entscheiden nur Nuancen. Ich glaube, Landshut wird in diesem Jahr sehr stark sein, die haben sich wirklich gut verstärkt“, sagt er. Vor allem der Sturm um Neuzugang Marco Pfleger, DEL-2-Topscorer der vergangenen Saison, sei herausragend besetzt. Und auch in der Defensive sieht König die Niederbayern gut aufgestellt – der Mix stimmt. „Für mich sind sie Top-Favorit auf den Titel“, prognostiziert er.

Auch die Löwen Frankfurt kämpfen um die Meisterschaft, sind das einzige Team, das aufsteigen kann. Vor allem in der Spitze sei die Mannschaft stärker geworden. „Mit Matt Carey, Carson McMillan und Bobby Raymond haben sie starke Spieler aus der DEL hinzugewonnen“, sagt König. Angreifer Carey könnte schnell zu einem der besten Akteure der Liga werden. „Frankfurt wird auf einem ähnlichen Level wie Landshut spielen, da entscheiden am Ende wirklich nur Kleinigkeiten“, erwartet der Experte.

Ravensburg habe sich vor allem mit Trainer Peter Russell, den der Klub aus Freiburg holte, gut verstärkt. „Außerdem haben sie tolle ausländische Spieler verpflichtet, vielleicht besitzen sie sogar das beste ausländische Quartett ligaweit“, sagt König.

Die Huskies schätzt er ein Stück weit dahinter ein. Vor allem in der Offensive werde es schwierig, die Abgänge zu ersetzen. „Dort hat Kassel Qualität verloren. Ich bin gespannt, ob sie weiterhin so torgefährlich sind wie in der vergangenen Saison“, erklärt König. Mit Jamie MacQueen sei immerhin ein Top-Spieler zurückgekehrt.

Die Playoff-Aspiranten

Ähnlich wie in den vergangenen Jahren rückt die Liga leistungstechnisch immer enger zusammen. König: „Es ist schwierig, dort Mannschaften hervorzuheben. Wahrscheinlich am gehen die Plätze fünf und sechs am ehesten an Bad Nauheim und Dresden.“

Die Südhessen haben ihre vier Ausländerstellen allesamt im Sturm besetzt. Vor allem Taylor Vause, der aus Österreich kam, schätzt König als Schlüsselspieler ein. Bei Dresden interessant: Während die anderen Mannschaften vor allem auf ausländische Spieler aus Nordamerika setzen, stehen für die Ostdeutschen vier Schweden auf dem Eis. „Das ist natürlich erstmal ungewöhnlich, aber auch sehr vielversprechend. Qualität bringen sie auf jeden Fall mit“, sagt König.

In der Defensive haben sich die Eislöwen stark verjüngt. Neuzugang Simon Karlsson ist mit 28 Jahren der älteste Abwehrspieler bei den Dresdenern. Pluspunkt: Mit Jordan Knackstedt konnte der Klub einen sehr guten Scorer der vergangenen Jahre halten. „Mit Andreas Brockmann sind sie auch auf der Trainerbank gut aufgestellt. Ich denke, das wird eine erfolgreiche Saison für Dresden“, sagt König.

Die Außenseiter

Die Selber Wölfe sind als Aufsteiger Abstiegskandidat Nummer eins. „Vor allem, weil sie einen Großteil ihres Oberliga-Kaders mit in die DEL 2 genommen haben. Mit Lukas Slavetinsky und Lanny Gare stehen zudem zwei Spieler im Aufgebot, die älter als 40 Jahre sind und meiner Meinung nach ihre beste Zeit schon hinter sich haben“, schätzt König ein.

Einen großen Qualitätsverlust mussten die Tölzer Löwen erleiden. „Vor allem im Tor und im Sturm sind sie schwächer besetzt als in der vergangenen Spielzeit. Sie könnten abstürzen, vielleicht bis in die Playdowns.“

Wäre da noch Bayreuth, die fast schon traditionell im Keller stehen. König: „Auch dort wird es qualitativ schwierig.“

Endlich wieder Eishockeyzeit, endlich wieder Fans in der Kasseler Halle – morgen (01.10.2021) geht die DEL2 wieder los, die Huskies treffen am ersten Spieltag auf die Tölzer Löwen (19.30 Uhr). Die HNA-Sportredaktion hat zum Saisonstart sieben – mehr oder weniger – gewagte Thesen aufgestellt. (Pascal Spindler)

Zur Person

Steffen König (36), geboren in Kassel, ist als Sachbearbeiter beim Regierungspräsidium tätig. Er arbeitete jahrelang ehrenamtlich im Medienteam der Kassel Huskies. Seit 2019 begleitet er deren Spiele als Kommentator bei Radio HNA. König ist verheiratet, hat einen Sohn. Die Familie wohnt in Vellmar. 

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