Ex-Husky

"Bin jetzt auf der anderen Seite": Löwen-Keeper Proske über das Halbfinal-Derby

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Frankfurts Torhüter Florian Proske (l.) nach dem 3:2-Erfolg der Huskies im Dezember mit Markus Keller.

Kassel. Wenn die Huskies im Playoff-Halbfinale ab Freitag auf Frankfurt treffen, beginnt für Florian Proske eine besondere Serie. In der vergangenen Saison wurde der junge Torhüter mit den Huskies Meister.

In diesem Jahr ist er per Förderlizenz von den Adler Mannheim nach Frankfurt ausgeliehen und geht als Nummer zwei in die Playoffs. Im Interview spricht der 20-Jährige über das Derby und den Seitenwechsel.

Herr Proske, fühlen Sie sich derzeit ein wenig wie Goethes Faust? Der sagte ja: Zwei Herzen schlagen ach’ in meiner Brust. 

Florian Proske: Nein. Ich habe mich in Kassel sehr wohlgefühlt, die Stadt und die Fans sind toll. Aber das Sportliche ist bei mir etwas auf der Strecke geblieben. Deshalb habe ich einen Tapetenwechsel gebraucht. Ich benötige Spielpraxis, um mich weiterzuentwickeln. Davon hatte ich in Kassel zu wenig. Da kam die Chance, nach Frankfurt zu wechseln. Ich fühle mich hier richtig wohl und habe viel gespielt, unter anderem zweimal gegen Kassel. Das war eine große Ehre. Jetzt in den Playoffs bin ich eben auf der anderen Seite als in der letzten Saison. Das ist schon komisch. Aber ich hoffe natürlich, dass wir mit den Löwen als Sieger das Eis verlassen.

Als Ex-Husky nach Frankfurt – war der Empfang da ungemütlich?

Proske: Nein, ganz im Gegenteil. Ich bin super aufgenommen worden. Auch von den Fans gab es keine negativen Sprüche, weil ich im letzten Jahr in Kassel gespielt habe. Klar musste ich durch gute Leistungen zeigen, dass ich alles für die Löwen gebe. Aber das ist mir gut gelungen.

Mussten Sie schon Tipps geben, wie die Löwen Kassel schlagen können? 

Proske: Nein. Die Mannschaften haben sich ja ziemlich verändert, die Spielweise ebenso. Gegen Kassel ist ohnhin immer Feuer drin, das wird eine coole Serie. Da werden sich zwei Topteams nichts schenken.

Was wird Ihre Rolle in den Playoffs sein?

Proske: Ich bin der zweite Torwart. Spielen wird Brett Jaeger. In den Playoffs wird der Torwart nicht gewechselt, so lange er gut und verletzungsfrei ist. Meine Aufgabe ist: Bereit sein für alles, was kommen kann. Von der ersten bis zur letzten Minute, auch wenn ich nur auf der Bank sitze. Und ich bin die Stimmungskanone. Ich feuere die Jungs an. Auch darin sehe ich meine Rolle.

Was unterscheidet Kassels Markus Keller von Jaeger?

Proske: Dass der eine Deutsch spricht und der andere Englisch. Nein, Scherz beiseite. Markus ist ein richtiger Playoff-Torhüter. Er spielt eine gute Saison, aber in den Playoffs ist er überragend. Das haben wir ja letztes Jahr gesehen. Da konnte ich mir was abschauen.

Was denn?

Proske: Die Ruhe, die er ausstrahlt. Er ist sehr fokussiert und hat sein Spiel gespielt. Brett ist ein sehr guter Arbeiter. Er ist der ruhigere von uns beiden und erfahrener mit seinen 34 Jahren. Beide sind in ihrer Art zu spielen, komplett verschieden. Brett ist schnell in der Bewegung von a nach b, Markus füllt das Tor sehr gut aus, hat ein gutes Stellungsspiel.

Wagen Sie einen Tipp?

Proske: Auf die Anzahl der Spiele will ich mich nicht festlegen. Aber klar, wir wollen mit Frankfurt ins Finale. Die Serie kann auch bis Spiel sieben gehen.

Also kein Sweep diesmal?

Proske: Nein. Wir lassen das auf keinen Fall zu. Die Jungs sind heiß. Vor allem die, die im vergangenen Jahr im Viertelfinale gegen Kassel verloren haben. Da ist noch ein bitterer Nachgeschmack vorhanden.

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