Nationalmannschafts-Kapitän und melden sich zu Wort

Eishockeyspieler fordern auf: „Man hört uns nicht laut genug“

Porträtfoto von Denis Shevyrin.
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Als Privatperson positioniert: Denis Shevyrin.

Es sind Worte, die aufrütteln. Und zugleich Worte, die in den Sozialen Netzwerken so häufig geteilt wurden, dass man vom sprichwörtlichen durch die Decke gehen sprechen kann.

Am Dienstag hat sich Moritz Müller, Kapitän der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft und Vorsitzender der neuen Spielergewerkschaft, zu Wort gemeldet. Bis Mittwochmittag wurde sein Beitrag knapp 9000-mal geteilt, mehr als 5300-mal kommentiert. Die Reichweite und Resonanz sind also riesig.

So schreibt der Ex-Kasseler: „Wir sorgen uns alle um unseren Sport, aber man hört uns noch nicht laut genug!“ Und: „Wir brauchen gerade jetzt lösungsorientiertes Denken, um dem Eishockey zu helfen. Anstatt darüber zu sprechen, was man alles nicht darf, muss man über Szenarien sprechen, wie man es machen kann. (...) Die Eishockey-Familie muss dringend auf sich aufmerksam machen.“

Auch Denis Shevyrin, in der vergangenen Saison Kapitän des DEL2-Klubs Kassel Huskies, hat Müllers Worte auf seinem privaten Instagram-Profil weitergedreht, dort seine persönliche Meinung kundgetan: „Wir“ sind Sportarten wie Eishockey, Basketball, Handball usw., die massiv von den Veranstaltungsverboten betroffen sind und bis jetzt, so scheint es mir, mit der Arbeit, Bemühungen um neue Konzepte und Suche nach Lösungen allein gelassen werden.“

Auch sein Beitrag stieß auf große Resonanz. Er habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, sich in dieser Form zu äußern, erklärt Shevyrin. „Ich möchte zum Nachdenken auffordern. Darüber, wie wichtig Sport für unsere Gesellschaft ist. Und ob nicht gerade Profisport einen Beitrag zur Erleichterung der Situation leisten kann. Egal ob Spieler, Fan oder Ehrenamtlicher: Lasst uns gemeinsam nach Lösungen suchen. Wir wollen einfach Gehör. Denn auch bei uns geht es um Existenzen und die Erhaltung der tollen Entwicklung des Eishockeys in Deutschland in den vergangenen Jahren.“

Anlass für die deutlichen Worte ist die zusehends kompliziertere Lage für das Profi-Eishockey. Sowohl DEL als auch DEL2 wollen am 13. beziehungsweise 6. November in die neue Spielzeit starten – mit Fans. In Stein gemeißelt sind die Daten aber nicht. Denn Zuschauereinnahmen sind für den Sport überlebenswichtig. Und erst in der vergangenen Woche hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Rücksprache mit den Länderchefs mitgeteilt, dass eine Arbeitsgruppe bis Ende Oktober die Möglichkeiten für eine Rückkehr von Zuschauern in Sportarenen erarbeiten soll.

Zudem erschweren unterschiedliche Corona-Regelungen der Länder den Spielbetrieb. Beispiel Junioren-Eishockey: Denn jetzt wurde ebenfalls bekannt, dass Bayerns Erstliga-Teams vorerst nicht am bundesweiten Spielbetrieb teilnehmen dürfen. Infolgedessen wurde der fürs anstehende Wochenende geplante Saisonstart in der Deutschen Nachwuchsliga vorerst auf Ende September verschoben.

In zwei Wochen will das bayrische Kabinett auf Grundlage dann vorliegender Corona-Zahlen neu entscheiden.

(Von Michaela Streuff)

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