Eishockey

Mario Scalzo gibt heute Heimdebüt mit deutschem Pass bei Huskies

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Kann endlich wieder lachen: Verteidiger Mario Scalzo ist gesund und eingebürgert. Foto: Diekmann/nh

Wenn die Kassel Huskies heute um 18.30 Uhr gegen Bad Tölz auflaufen, ist erstmals Mario Scalzo dabei. Der 35-Jährige gibt sein Heimdebüt beim DEL2-Team. 

„Ich bin froh.“ Ein kurzer Satz, in dem doch viel mehr steckt. Denn er stammt von Mario Scalzo. Ein Hauch von französischem Akzent schwingt mit, als der 35-Jährige ihn ausspricht. Ein kleiner Hinweis auf seine franko-kanadische Heimat Saint Hubert im Bundesstaat Quebec. Die aber wird der Eishockey-Verteidiger künftig nicht mehr als Kanadier, sondern als Ausländer betreten: Denn seit Mittwoch ist Scalzo deutscher Staatsbürger und hat im Zuge dessen seinen kanadischen Pass abgegeben. „Ein komisches Gefühl“, gesteht er.

Überhaupt begleiten ihn in diesen Tagen viele Gefühle. Gestern Abend in Bayreuth hat er sein DEL2-Debüt für die Kassel Huskies gegeben, am morgigen Sonntag steht er im Gipfeltreffen gegen die Tölzer Löwen erstmals in einem Punktspiel für die Huskies in der heimischen Eissporthalle auf dem Eis (18.30 Uhr). „Ich bin gespannt, ein bisschen nervös, und einfach froh, dass ich jetzt endlich spielen kann“, erklärt er.

Mit einiger Verspätung. Seit August gehört er zum Kader, spielte eine starke Vorbereitung und verletzte sich dann ausgerechnet in der letzten Partie der Vorbereitung gegen Tilburg am 8. September. Das letzte Pflichtspiel liegt sogar schon ein Weilchen länger zurück. 2017 war es, als er mit dem französischen Klub Epinal in den Playoffs scheiterte. Danach legte Scalzo eine Pause vom Eishockey ein, arbeitete unter anderem am Bau, merkte jedoch irgendwann: „Ich will zurück. Mir hat der Sport gefehlt, der Alltag mit den Jungs in der Kabine, die Spiele.“ Es folgte der Rücktritt vom Rücktritt.

Die Huskies gaben ihm eine Chance. Tim Kehler war überzeugt. Und der Trainer ist nun froh, dass die Leidenszeit des Verteidigers ein Ende hat, der Konkurrenzkampf in der Defensive erhöht wird, der Kader mehr Tiefe bekommt. Kehler sagt: „Mario hat hart gearbeitet, um zurückzukommen. Mit seiner Erfahrung wird er eine Bereicherung für unsere Abwehr sein.“ Aber, so schickt der Coach hinterher: „Er wird ein paar Spiele brauchen, um in Schwung zu kommen. Diese Zeit werden wir ihm geben.“ Auch die Unterstützung seiner Mitspieler ist ihm gewiss: „Zum deutschen Pass haben sie mir gratuliert, und sie freuen sich für mich, dass ich endlich wieder fit bin“, erklärt Scalzo. Zwei, drei Wochen werde er wohl brauchen, um wieder richtig Fuß zu fassen.

Ab kommendem Wochenende bekommt er weitere Unterstützung – nämlich von seiner Familie. „Sie kommt für ein paar Tage zu Besuch. Das wird schön“, sagt er. Denn Ehefrau Lilli lebt mit dem gemeinsamen Sohn Filipe Giorgio (4) in ihrer Heimatstadt Speyer. Und dann kann er ihnen berichten. Wie es ist, endlich als Husky mit den Huskies auf dem Eis zu stehen.

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