Eishockey

Mit dem neuen Trainerduo Gross/Pellegrims spricht Alles für die Adler

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Mannheims Trainer obenauf: Pavel Gross gestikulierend auf der Bank, vor ihm der Ex-Kasseler Phil Hungerecker. ARCHIVFoto: Uwe Anspach/dpa

2:1 führen die Adler Mannheim in der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft im Eishockey. Heute steht Spiel vier in München an. Können die Kurpfälzer mit dem neuen Trainerduo Pavel Gross/Mike Pellegrims die Ära der EHC-Dominanz brechen?

Alle reden vom Sommer. In Mannheim und München aber reden die Sportfans über Fußball, natürlich, und trotz des schönen Wetters über Eishockey. Denn neben den Waldhof-Buben, die endlich in die dritte Kicker-Klasse zurückkehren, und den Bayern sorgen die Puckjäger im DEL-Gigantenfinale für heiße Diskussionen. Vor dem vierten Playoff-Finalspiel heute in München (19.30 Uhr/Sport1) geht es um zwei Fragen: Können die Adler mit dem nächsten Erfolg die Serie auf 3:1 stellen? Können die Adler die Ära Münchner Dominanz brechen?

Mit jeweils rund 15 Millionen Euro pro Saison kalkulieren München und Mannheim, verfügen über dreimal so viel Geld wie die kleinen Klubs der Liga wie Schwenningen und Bremerhaven. Dreimal hintereinander hat der EHC viel effektiver gewirtschaftet, war 2016, ’17 und ’18 Meister. Die Adler indes ließen ihrem siebten Meistertitel 2015 drei Enttäuschungen folgen – schon in Preplayoffs, Viertel- und Halbfinale war Endstation.

Darauf reagierte Geschäftsführer Matthias Binder mit rigidem Personalwechsel und dem Ende der Toronto-Connection – nicht nur bei den Spielern. Manager Teal Fowler musste für Marcus Kuhl weichen, bei den Trainern folgte auf Meistermacher Geoff Ward erst Greg Ireland, dann Sean Simpson. Die Assistenten Craig Woodcroft und Ron Pasco wurden geschasst, dann Colin Muller und Bill Stewart.

Jetzt aber scheint es endlich wieder zu passen mit der Führungsriege in der Kurpfalz. Der Finne Jan-Axel Alavaara (44) kam als Manager, ebenfalls aus Wolfsburg Pavel Gross (50) und Mike Pellegrims (51). Der Ex-Kasseler gab sogar seinen Job als Chefcoach in Düsseldorf auf, um wieder Gross’ Assistent zu sein – wie zuvor bei den Grizzlys. „Mit Pavel macht das Arbeiten Spaß, wir funktionieren als Team super“, sagt „Pelle“. Klar, dreimal hatten sie als Spieler einst gemeinsam in Mannheim den Titel geholt.

Komplettiert wird das Trainerteam u. a. vom Finnen Pertti Hasanen (64), von Torwarttrainer Rostislav „Hugo“ Haas (50) und von Teammanager Youri Ziffzer (32). Sie alle brennen mit Gross darauf, die Meisterschaft zu holen. In seinen elf Jahren in Wolfsburg, ab 2010 als Cheftrainer, scheiterte er dreimal erst im Finale, viermal im Halbfinale. Meist stand dem gebürtigen Tschechen Don Jackson gegenüber – und im Weg. Der Amerikaner führte 2011 die Eisbären Berlin zum Titel und nun dreimal die Münchner. 2016 und 2017 gewannen Gross’ Teams nur eins von neun Finalspielen gegen Jacksons EHC.

Nun spricht alles für die Trendwende zugunsten von Pavel Gross, Mike Pellegrims und ihren Adlern. Die führen 2:1, waren aber in allen drei Duellen das bessere, weil auch ausgeruhtere Team. Sie legten dreimal das frühe 1:0 vor – durch Ben Smith (24.), durch Chad Kolarik nach 81 Sekunden und durch Matthias Plachta mit dem DEL-Rekordtor nach fünf Sekunden.

Sie brachen beim 4:1 den Heimfluch, denn im siebten Kräftemessen in dieser Saison gewann erstmals das gastgebende Team. Die Mannheimer ließen in den drei Finalspielen nur drei Gegentore zu. Was DEL-Rekordtorjäger Michael Wolf an der Adler-Deckung vor dem überragenden Torwart Dennis Endras verzweifeln lässt: „Wir schaffen es nicht einmal, die Scheibe zum Tor zu bringen.“

Noch mehr Zahlen, die für den Herausforderer gegen den Titelverteidiger sprechen? Die Specialteams in Über- und Unterzahl sind mit 117:93 Prozent klar besser. Auch bei den Bullys ist Mannheim mit 120:87 vorn. Darüber wird geredet – vor allem in München.

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