Für den Traum vom Profi-Dasein

Huskies-Talent Tim Lucca Krüger pendelt zwischen DEL2 und Oberliga

Stolz auf seinen Platz in der Kabine der Kassel Huskies: Tim Lucca Krüger. Foto: Streuff

Kassel. Eigentlich kann Alex Heinrich und Marco Müller kaum jemand trennen. Die beiden Verteidiger sind nicht nur ein eingespieltes Duo auf dem Eis. Sie sitzen auch in der Kabine nebeneinander.

Fast jedenfalls. Wäre da nicht Tim Lucca Krüger. Denn der 19-Jährige hat erstmals einen festen Platz in der Umkleide der Kassel Huskies. Er gehört damit zu jenen fünf Talenten der Eishockey-Jugend Kassel (EJK), die in dieser Saison zum erweiterten Kreis der DEL2-Mannschaft gehören. In der Praxis heißt das: Sie trainieren zweimal pro Woche mit der Zweitliga-Mannschaft und sind außerdem per Förderlizenz auch für den neuen Koooperationspartner Harzer Falken aus Braunlage in der Oberliga Nord spielberechtigt.

Fast ein wenig ehrfürchtig setzt sich der junge Angreifer am Dienstagmittag auf seinen Eckplatz. Zweimal pro Woche macht er das. Nämlich dann, wenn er dienstags und mittwochs vormittags mit den Profis unter Chefcoach Rico Rossi aufs Eis geht. Der Kanadier hat das Quintett auf Empfehlung von Nachwuchstrainer Jürgen Trattner zu den Profis hochgezogen und erklärt: „Wir hoffen, eine neue Generation von Kasseler Jungs aufzubauen. Deshalb wollen wir ihnen die Chance geben, sich zu empfehlen und zu entwickeln. Denn in diesem Geschäft schenkt ihnen niemand etwas. Sie müssen sich es selbst erarbeiten.“ Krüger traut er einiges zu. „Lucci ist der talentierteste aus dem Kreis, in seiner Entwicklung am weitesten. Er arbeitet hart, ist ein ehrlicher Junge und hat ein gutes Spielverständnis.“

Krüger war in der vergangenen Saison fester Bestandteil des Kasseler DNL-2-Teams und sammelte zeitgleich als Förderlizenzler für die Hannover Scorpions (13 Einsätze) erste Oberliga-Erfahrungen. „Die helfen mir jetzt. Ich habe eine super Chance bekommen, die ich nutzen will. In Braunlage kann ich Spielpraxis sammeln. Bei den Huskies lerne ich das DEL-2-Niveau kennen: Das Tempo ist schneller, es wird viel körperlicher gespielt“, erklärt Krüger. Im Sommer schon hat er sich auf die neuen Herausforderungen vorbereitet. Fitnesstrainer Christian Bachmann hat ihn und zwei andere Talente in Form gebracht.

Das soll sich nun auszahlen. Denn neben den Einheiten bei den Huskies geht Krüger dreimal pro Woche abends in Braunlage mit den Falken aufs Eis. Von donnerstags bis sonntags werden die Kasseler eine Wohngemeinschaft in Braunlage beziehen. Um zumindest ein wenig die vielen Autofahrten zu reduzieren. Denn knapp 120 Kilometer trennen Kassel und Braunlage. „Wir kennen mittlerweile verschiedene Wege, denn die A7 ist ziemlich oft dicht“, sagt der 19-Jährige und lacht. In zwei Kleinbussen der EJK pendeln die Kasseler hin und her. „Ich habe noch nie so viel trainiert, aber auch selten so viel Zeit im Auto verbracht.“

Doch genau das gehört zum Einsatz, den die Huskies sehen wollen. „Ich habe extra ein Fernstudium begonnen, damit ich per Laptop von jedem Ort aus lernen kann“, sagt er. Das wäre das zweite Standbein neben dem Eishockey. Doch Krüger lebt und arbeitet derzeit vor allem für seinen großen Traum: „Profi bei den Huskies werden.“ So wie sein Vorbild Manuel Klinge.  

Steckbrief von Tim Lucca Krüger

Tim Lucca Krüger (19) ist in Kassel geboren, in Ahnatal aufgewachsen und lebt in Guxhagen.

Eishockey: Als Dreijähriger begann er bei der Eishockey-Jugend und durchlief sämtliche Nachwuchsteams.

Ausbildung: Realschulabschluss Gesamtschule in Guxhagen, Fachabitur an der Reuter-Schule in Kassel, nun Fernstudium Sportbusiness-Management in Düsseldorf

Familienstand: ledig

Auch sie spielen für die Harzer Falken

Insgesamt sechs Talente der Huskies haben eine Förderlizenz für die Harzer Falken erhalten: Torhüter Leon Hungerecker (19), die Verteidiger Nils Bergk (19) und Nico Schnell (18) sowie neben Tim Lucca Krüger die Stürmer Bastian Schirrmacher (19) und Louis Trattner (19). Das Sextett ist allerdings nicht das einzige mit Bezug zu Kassel.

Fest zum Kader gehören Alexander Engel (34, Husky von 2011 bis 2014), Artjom Kostyrev (35, Husky von 2011 bis 2014), Florian Böhm (26, bis 2014 bei der EJK und den Huskies) und Fabian Pyszynski (24, bis 2014 in Kassel).

Das sagt der Braunlager Trainer Norbert Pascha

... über die Kooperation: Ich bin froh, dass wir die Kooperation mit den Kassel Huskies bekommen haben. Es ist eine Ehre für Braunlage. Die Zusammenarbeit ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Wir wollen uns gut verkaufen.

... den Draht zu Rico Rossi: Ich habe selbst als Spieler unter ihm in Bayreuth gespielt und weiß, wie er arbeitet. Das ist sicherlich ein Vorteil. Wir liegen auf einer Wellenlänge, unsere Kommunikation funktioniert gut.

... die Kasseler Jungs: Der erste Eindruck ist klasse. Sie sind professionell eingestellt und nehmen ihre Aufgabe an. Wir hatten in der vergangenen Saison einen kleinen Kader. Ich erhoffe mir, dass sie den Konkurrenzkampf anheizen und Druck machen. Sie sollen alle viel Spielpraxis bekommen.

... das Ziel in der Oberliga: Wir wollen uns stabil entwickeln. Ich möchte gern, dass wir in Braunlage für die Liga angemessen trainieren und auftreten. Denn die Qualität haben wir.

Testspiel: Freitag, 20 Uhr, Braunlage: Harzer Falken - Kassel Huskies

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