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Ein 1:8 als Motivation

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Auf einen Schluck: Bryan Schmidt bangt um seinen Einsatz gegen Iserlohn. Archivfoto:  Koch
Auf einen Schluck: Bryan Schmidt bangt um seinen Einsatz gegen Iserlohn. Archivfoto:  Koch

KASSEL. Die Zahlen sind eindeutig: Drei Siege nur in 19 Spielen mit nur neun Punkten, der vorletzte Tabellenplatz und schon zwölf Zähler Rückstand zum zehnten Rang. Auch vor dem heutigen Heimspiel der Huskies gegen Nachbar Iserlohn, dessen stimmgewaltige Fans ab 19.30 Uhr für ein Heimspiel der Gäste in der Kasseler Eissporthalle sorgen wollen, gibt es wenig Hoffnung auf Besserung, nicht einmal neue Argumente.

„Der Frust ist groß. Bei uns Verantwortlichen, bei den Spielern, die sich selbst immer mehr unter Druck setzen, und natürlich bei den Fans“, sagt Stéphane Richer und gesteht: „Ich habe die Nase ein wenig voll.“ Nicht vom Ärger der Anhänger - „ich verstehe, dass die Leute sauer sind“. Aber von immer neuen zermürbenden Niederlagen und immer neuer Schelte. Richer: „Die zweite Liga war den Fans zu langweilig mit den vielen Siegen. Wir wollten unbedingt zurück in die DEL. Nun sind wir da, spielen aber mit einem Team mit Zweitliga-Budget. Die Jungs kämpfen, geben alles. In Hamburg, nun auch in Köln. Aber unser Bestes ist nicht immer gut genug, es fehlt an spielerischer und mentaler Qualität. Das ist auch eine Frage des Preises.“

Ist vor diesem Hintergrund das heutige Duell für ihn und seine Mannen also ein Schicksalsspiel? Wirft Richer hin im Fall einer weiteren Pleite? „Nein“, sagt der Kanadier trotz allen Frusts, „ich habe gewusst, auf was ich mich einlasse, und arbeite gern mit jungen Spielern. Klinge und Holzmann stehen im Nationalteam, Derek Dinger ist auf einem guten Weg, und auch René Kramer zeigt nach seiner Rückkehr aus Dresden gute Spiele. Ich gebe seit vier Jahren alles für den Erfolg der Huskies und möchte das auch bis zum Saisonende tun. Ich bin niemand, der flüchtet.“

Aber was kommt danach, Herr Richer, retten Sie dann die Miesers, wie Hamburger Gazetten über ihre Freezers schreiben? „In den nächsten zwei Wochen werde ich über meine Zukunft Auskunft geben“, erläutert jetzt der 43-Jährige, der noch immer vergeblich auf Signale zur Perspektive der Huskies wartet.

Aber auch da scheint es im Hintergrund nun endlich Bewegung zu geben - elf Wochen vor Saisonende. Das jedenfalls wird vor dem Neujahrsempfang am 13. Januar gleichermaßen signalisiert im Sponsorenkreis der Huskies, aus dem Umfeld von Eissporthallen-Mieter und Multihallen-Investor Dennis Rossing und aus dem Dunstkreis von Inhaber Rainer Lippe, der gestern nicht zu erreichen war.

Fakten? Fehlanzeige. Die Ungewissheit bleibt. Aber auch die Hoffnung. „Wir müssen nach vorn blicken, dürfen uns nicht aufgeben“, sagt Richer. Auch wenn Sean Tallaire weiter verletzt fehlt und der Trainer um Bryan Schmidt mit Kniebeschwerden bangt, lässt er nur einen einzigen Blick zurück zu: „Unsere 1:8-Niederlage in Iserlohn am 8. Oktober muss unseren Spielern sehr im Gedächtnis sein. Eine bessere Motivation gibt es nicht.“ Allen Zahlen zum Trotz.

Im Internet können Sie vom Spiel heute unseren Liveticker verfolgen und am Mittwoch ab 7 Uhr ein Video sehen:

www.hna.de

Von Gerald Schaumburg

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