Die Huskies können erhobenen Hauptes den Sommer genießen – Traut verneint finanzielle Engpässe

Nach Saison-Aus für die Huskies: Kein Grund zum Trübsalblasen

Geknickt: Martin Fous verlässt sein Gehäuse. Der Huskies-Torwart kassierte in Halle fünf Gegentreffer und hat jetzt früher als erwartet Sommerferien. Die Playoffs finden ohne die Huskies statt. Foto: Schachtschneider

Kassel. Das Aus kam plötzlich und unerwartet, und deshalb überwiegt auch am Tag danach noch die Enttäuschung. So sagt beispielsweise Trainer Jamie Bartman: „Die Enttäuschung wird erst nachlassen, wenn wir in der kommenden Saison einen Sieg gefeiert haben.“

Dabei hat Bartman genug Gründe, den Sommer zu genießen, denn beim Rückblick auf die Eishockey-Saison der Kassel Huskies überwiegen die erfreulichen Erkenntnisse. Wir haben vier positive Aspekte gesammelt, denen allerdings das Verletzungspech gegenübersteht, von dem die Huskies am Ende der Saison gebeutelt wurden.

Aspekt 1: Identifikation

Was der sportliche Leiter Daniel Lammel bei den Huskies plant, lesen Sie hier.

Die Begeisterung der Fans ist nicht nur auf die (meistens) großartigen Leistungen der Mannschaft zurückzuführen, sondern auch auf deren Zusammenstellung. Adam Ondraschek, Stephane Robitaille, Sven Valenti, Alexander Engel, Niels Hilgenberg, Semen Glusanok, Emanuel Grund, Julian Grund, Dennis Klinge, Manuel Klinge, Stefan Heinrich, Alexander Heinrich, Michael Christ, Artjom Kostyrev, Marc Roedger, Florian Böhm, Patrick Berendt: 17 Huskies hatten schon vor dieser Saison einen Bezug zum Kasseler Eishockey und/oder dieser Region. Viele der genannten Akteure absolvieren mithilfe der Huskies eine Ausbildung.

Aspekt 2: Fortschritte

Niels Hilgenberg, Dennis Klinge, Stefan Heinrich, Florian Böhm und Patrick Berendt haben den großen Sprung von der Hessen- in die Oberliga gewagt. Die schwere Prüfung in einer anderen Eishockey-Welt haben zwar nicht alle bestanden, fest steht aber, dass die jungen Huskies große Fortschritte gemacht haben.

Aspekt 3: Leitwolf

Es ist so, als würde Lukas Podolski beim KSV Hessen Fußball spielen. Manuel Klinges Rückkehr war ein Coup der besonderen Art und hat im vergangenen Sommer die Vorfreude auf die Eishockey-Saison immens gesteigert.

Aspekt 4: Vernunft

Stefan Traut

Die Huskies haben zudem gezeigt, dass der Aufbau einer neuen Mannschaft nicht unbedingt ein finanzielles Abenteuer sein muss. So werden sie auch nicht dadurch zurückgeworfen, dass sie bei den Playoffs fehlen. Stefan Traut, der Geschäftsführer der Eishockey-Betriebsgesellschaft, sagt: „Ich hätte das Geld, das uns die Playoffs gebracht hätte, gern genommen, aber finanziell können wir das Aus durchaus verkraften.“ Traut fügt hinzu: „Ich kalkuliere nie mit Geld, das ich nicht habe.“

Aspekt 5: Verletzungspech

Niemand sollte behaupten, dass die Huskies mit Sven Valenti, Marek Vorel und Danny Reiss die Playoffs erreicht hätten. Fest steht jedoch, dass die Mannschaft aufgrund der Verletzungen dreier Leistungsträger arg geschwächt war. Alexander Heinrich und Jiri Mikesz waren zwar am Ende der Saison wieder dabei, doch deren Verletzungen hatten unerwünschte Spätfolgen. Als die beiden Stürmer ersetzt werden mussten, ließen ihre Kollegen viel Kraft, die schließlich gegen Duisburg und Halle fehlte. Trainer Bartman sieht aber trotz aller Enttäuschung auch im Scheitern einen positiven Aspekt, bezeichnet die Oberliga-Endrunde als Playoffs und sagt: „Man muss in den Playoffs erst mal verlieren, um zu lernen, wie man gewinnen kann.“

Von Gerd Brehm

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