Zuvor schwere Vorwürfe gegen Rossing

Eishalle: Strom abgeschaltet, dann zahlte Betriebsgesellschaft

Kassel. Die Turbulenzen um die wirtschaftliche Situation der Kasseler Eissporthallen-Betriebsgesellschaft (KEBG), die Huskies und den Verein der Eishockey-Jugend Kassel (EJK) haben am Donnerstag einen neuen Höhepunkt erreicht.

Weil die KEBG seit Oktober ihre Stromrechnungen nicht bezahlte, stellten die Städtischen Werke am Donnerstag kurzzeitig den Strom ab, und in der Eissporthalle gingen während des öffentlichen Eislaufs plötzlich die Lichter aus. Eine Stunde später schon war eine Abschlagszahlung beim Energieversorger eingegangen und Heidi Hamdad, Sprecherin der Städtischen Werke, bestätigte: "Der Strom fließt wieder, wir haben eine Teilzahlung erhalten und sind nun zuversichtlich, dass wir bis zum Jahresende auch die Restschuld erhalten werden.“ Die Austragung des Freitag-Spiels der Huskies gegen Bad Nauheim und der beliebten Eisdisco am Samstag jedenfalls wolle man nicht gefährden.

Später bestätigte und erklärte Eissporthallen-Geschäftsführer Stefan Traut das Geschehen, das auch in einem Missverständnis mit einem Mitarbeiter der Städtischen Werke bei einer Terminabsprache begründet gewesen sei. Angesichts der Einnahmen aus dem öffentlichen Eislauf in den bevorstehenden Ferien, den Eishockeyspielen gegen Nauheim (Freitag) und Dortmund (26.12.) sowie fälligen Sponsorenzahlungen zum Jahreswechsel werde die Restschuld bis zum 31. Dezember beglichen. "Sollte das nicht ausreichen", so Traut, "könnten die Städtischen Werke eine 50.000 Euro umfassende Bürgschaft von KEBG-Gesellschafter Dennis Rossing ziehen."

Und noch eine Überweisung hat Traut heute geleistet: Auch die Eishockey-Jugend, die Außenstände von 25.000 Euro von der KEBG einfordert, habe nach einem Gespräch mit dem EJK-Vorsitzenden Marc Berghöfer eine Abschlagszahlung erhalten. Traut: "Wir haben eine gemeinsame Vereinbarung getroffen und gehen auch hier davon aus, dass bis zum 31. Dezember alle Außenstände von uns bezahlt werden."

Klubchef Berghöfer hatte zuvor schwere Vorwürfe gegen Rossing als Huskies-Sponsor und potenziellen Investor in der Salzmann-Fabrik formuliert. Während die Hängepartie um die Baugenehmigung für das Salzmann-Gelände und den Mietvertrag für das künftige Technische Rathaus weitergehe, drehe Rossing offenbar dem Eishockeysport den Geldhahn zu. Es sei moralisch verwerflich, dass offenbar ein Zusammenhang zwischen Salzmann, der Eissporthalle und damit auch der KEBG hergestellt werde, sagte Berghöfer: „Alle machen einen Riesen-Job. Die ganze Region tut unendlich viel für diesen tollen Sport. Nur einer derzeit nicht. Aber wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Dennis Rossing zu seiner Verantwortung steht. Die Huskies sind derzeit keine Herzensangelegenheit für ihn.“ (sam/ach/mis)

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