Interview vor dem ersten Heimspiel 

Neuer Huskies-Trainer Tim Kehler vor erstem Heimspiel: "Spiel eins eines Prozesses"

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Neue Gesichter für die Kassel Huskies: der neue Coach Tim Kehler (links) und Neuzugang Corey Trivino.

Seit einer Woche ist Tim Kehler nun in Kassel: Der zweite neue starke Mann an der Bande der Huskies spricht im Interview über das erste Heimspiel heute gegen Bietigheim (19.30 Uhr) und die Zusammenarbeit mit Bobby Carpenter. 

Eine Woche ist er jetzt in Kassel. Schon heute steht für Tim Kehler, der neue zweite starke Mann an der Bande des Eishockeyzweitligisten, die erste große Herausforderung auf dem Programm: Ab 19.30 Uhr sind die Bietigheim Steelers, der amtierende DEL2-Champion, zu Gast. Es ist der erste Auftritt nach der zweiwöchigen Länderspielpause, in der die Huskies aber aktiv waren und erst am Donnerstag Stürmer Corey Trivino verpflichtet haben.

Im Interview spricht der neue Huskies-Cheftrainer über die Aufgabe und die Zusammenarbeit mit seinem gleichberechtigten Trainer-Kollegen Bobby Carpenter.

Herr Kehler, Sie haben eine Frankfurter Vergangenheit. Hat das Ihre Entscheidung für Kassel beeinflusst?

Kehler: Nein. Die größten Rivalen sind letztlich ja auch die Teams, über du die am meisten weißt. Ich habe großen Respekt vor Kassel und dem Erfolg, den die Huskies gehabt habt haben. Kassel hat eine Vision, wohin es gehen will. Mein Ziel als Coach ist es, die Mannschaft auf dem Weg auf ein höheres Level zu begleiten. Die Gelegenheit, hier in Kassel zu arbeiten, ist eine wunderbare.

Die Huskies stehen aktuell auf Platz elf. Was denken Sie über die Mannschaft, die momentane Situation?

Kehler: Nach einer Woche kann ich sagen: Es gibt viele gute Stücke, die dieser Verein schon zusammengesetzt hat. Am wichtigsten aber: Die Qualität ist da, der Charakter der Mannschaft stimmt. Das zeigt ihr Willen, sich auf ein neues System und neue Trainingsideen einzulassen. Die gesamte Situation ist ja für alle eine große Umstellung. Die Spieler sind offen und aufnahmebereit. Und das freut mich.

Sie arbeiten nicht allein: Bobby Carpenter und Sie sind Cheftrainer auf Augenhöhe. Wie klappt die Zusammenarbeit?

Kehler: Bobby hat große Erfahrung in Nordamerika und international gesammelt. Mit mir an Bord kann er sich auf seine Stärken konzentrieren: Er liest das Spiel sehr gut, hat als ehemaliger Spieler und Trainer in den Topligen eine andere Innensicht auf so manches. Unsere Zusammenarbeit entwickelt sich von Tag zu Tag. Das Feedback der Spieler ist sehr positiv. Insgesamt habe ich sehr großen Respekt vor Bobby, ich freue mich darauf, mit ihm zusammenzuarbeiten und unsere Partnerschaft zu entwickeln. Denn letztlich haben wir alle dasselbe Ziel: Wir wollen, dass sich die Huskies gut entwickeln und Erfolg haben.

Sind Sie sich denn in allem einig?

Kehler: Vier Augen sehen ein Spiel besser als zwei. Klar gibt es Punkte, die Diskussionen erfordern. Aber die führen wir intern. Wir werden nach außen beide mit einer Stimme sprechen, auch gegenüber den Spielern.

Wie ist denn die Rollenverteilung?

Kehler: In den vergangenen Tagen haben wir im Training viel gemeinsam gemacht: das Spiel fünf gegen fünf durch die Zonen, Special Teams. Wie wir uns die Arbeit im Spiel auf der Bank teilen? Mit Bobbys Erfahrung als Stürmer wird er sich sicherlich um die Angreifer kümmern, ich werde mich auf die Verteidiger konzentrieren. Von Spiel eins an werden wir herausfinden, wie wir uns am besten ergänzen und wie wir den Spielern am besten helfen können. Wir wollen eine Umgebung schaffen, in der sie sich am besten entwickeln können und so spielen, wie es auch die Fans gern sehen wollen.

Wie schwierig ist es für eine Mannschaft, sich auf die neue Gesamtsituation einzustellen?

Kehler: Bobby hat bereits ein paar Dinge umgestellt. In einigen Bereichen war er mit der Entwicklung zufrieden, in anderen aber nicht. Die Pause war für die Spieler gut, um die Köpfe freizubekommen. Und diese erste gemeinsame Woche war wichtig für Bobby und mich, um neue Ideen zu implementieren. Die Jungs geben ihr Bestes.

Wie werden die Huskies heute Abend auftreten?

Kehler: Es wird einige Veränderungen in der Struktur geben. Wir werden in der Defensiv-Zone organisierter sein, da haben wir Dinge vereinfacht. In der Offensive werden wir dichter am Puck arbeiten. Wenn wir die Scheibe verlieren, werden wir aggressiv arbeiten, um sie zurückzubekommen und unser Tempo ausspielen. Außerdem haben wir einen guten Mix mit viel Talent. Mit diesem Talent wollen wir glänzen. Das Team wird hart arbeiten, alles geben, kurzum ein Team sein, dem die Fans gern zuschauen.

Und wie ist Ihre Gefühlslage vor dem ersten Spiel?

Kehler: Ich habe all das vermisst. Wenn du als Trainer arbeitest, steckt dir Eishockey im Blut. Für mich ist es Spiel eins, ein neuer Start. Wir haben noch genügend Zeit, diese Saison zu einer erfolgreichen zu machen. Ich will keine Panik bei den Spielern sehen. Es ist Spiel eins eines Prozesses, der uns ständig besser machen soll – und der hoffentlich erst Ende April endet.

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