Er gewinnt sein Lachen zurück 

Neuer Torwart „Jerry“ Kuhn hat mit den Kassel Huskies noch viel vor in dieser Saison

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Der Spaß steht ihm ins Gesicht geschrieben: Der neue Huskies-Torwart Gerald „Jerry“ Kuhn (links) beim Training mit Derek Dinger. 

Nach dem Tausch mit den Grizzlys Wolfsburg hat Eishockey-Zweitligist Kassel Huskies einen neuen Torwart: Gerald "Jerry" Kuhn. Wir trafen ihn nach dem Training und führten ein interessantes Interview.

Er brauchte dringend einen Tapetenwechsel. Dafür hat er das Wolfsburger DEL-Team verlassen und in Kassel angeheuert, in der zweiten Eishockey-Liga. Zunächst bis zum Saisonende, aber wenn es gut läuft wohl auch mit Optionen für Spieler und Klub für die Zukunft. Darüber haben wir gesprochen mit Gerald Kuhn, dem neuen Torwart, vor dem nächsten so wichtigen Heimspiel mit den Huskies am Freitag, 19.30 Uhr, gegen Bayreuth. Das sagt „Jerry“ Kuhn über ...

  • seine Vorfahren: Mein Urgroßvater war Deutscher, der dann nach Amerika ging. Ihm verdanke ich meinen deutschen Pass. Aber mehr weiß ich nicht. Heute spricht meine Frau besser Deutsch als ich.
  • seinen Abschied aus Wolfsburg: Das ist eine längere Geschichte. Nach einer tollen Saison 2016/17 haben wir entschieden in Wolfsburg zu bleiben und nur einen Monat im Sommer daheim in Detroit verbracht. Aber dann starb Mika, der Hund unserer Familie. Und schließlich auch noch mein jüngster Bruder. Das war mental sehr hart für mich, und ist es bis heute. Und zu dem persönlichen Tief kam dann hinzu, dass es auch sportlich mit den Grizzlys nicht mehr lief, wir hatten endlos viele Verletzte und haben zu wenige Spiele gewonnen. Kurzum: Ich brauche einfach frischen Wind, einen Tapetenwechsel.
  • die Entscheidung für Kassel:Rico Rossi war einer der Ersten, der sich intensiv um mich bemüht hat. Mit meinem Berater ist er seit Weihnachten schon in Kontakt, mich hat er vor gut zwei Wochen angerufen. Ich weiß, dass ich früher nie gern als Gast nach Kassel gekommen bin, die Stimmung der Fans war immer super und für auswärtige Teams ganz schwer, hier zu bestehen. Da muss es super sein, jetzt Teil dieser Huskies zu sein.
  • die Perspektive mit den Huskies: Natürlich sehe ich hier die große Chance, mit den Kasselern noch viel mehr Spiele zu bestreiten als in Wolfsburg. Für die Grizzlys wird die Saison vermutlich nach den nächsten sieben Spielen zu Ende gehen angesichts von elf Punkten Rückstand auf einen Platz in den Preplayoffs. Ich bin sicher, dass die Kasseler Mannschaft das Talent und die Spielertypen dafür hat, noch weit zu kommen. Dazu will ich gern beitragen.
  • seinen ersten Eindruck: Wie Wolfsburg hat auch Kassel ein hartes Jahr. Aber hier redet niemand vom Urlaub oder vom Sommer. Die Saison ist noch lange nicht zu Ende, und Playoffs machen so viel mehr Spaß als die Hauptrunde. Ich werde gut aufgenommen hier und habe in den ersten Trainings mein Lachen und den Spaß auf dem Eis endlich wiedergefunden. Am Freitag kommt meine Frau mit unseren beiden Kindern, und ich freue mich riesig auch auf das Spiel gegen Bayreuth.
  • über den November 2015: Dieses Spiel hier mit Bremerhaven damals mit den vielen Strafminuten am Ende war für mich längst abgehakt, ich war ja nur indirekt an dem Spektakel beteiligt. Kurios war es 2017/18 bei der Begrüßung von Carter Proft als neuem Spieler in Wolfsburg. Er hat sich bei mir für das Foul entschuldigt, das Anlass war für die Prügeleien der Feldspieler. Und jetzt, als Rico Rossi mich erstmals angerufen hat, meldete sich Rico und hat sofort gesagt, ich soll bloß nicht gleich wieder auflegen wegen der alten Geschichte. Am Dienstag dann, als mein Wechsel klar war, hat aus Landshut auch Benoit Doucet mich angerufen, unser Trainer damals in Bremerhaven. Er hatte ja auch ein wenig Theater mit Rico. Nun hat er gelacht und schöne Grüße an Rico ausgerichtet.

Zur Person Gerald „Jerry“ Kuhn

Gerald „Jerry“ Kuhn (32) stammt aus Southgate bei Detroit (Michigan/USA). Der Eishockeytorwart ging 2011 von der Western Michigan University nach Idaho in die drittklassige East Coast Hockey League und kam 2012 mit 26 nach Europa. Er gewann auf Anhieb 2013 mit Ljubljana (Laibach) die Alpenliga, erreichte 2015 mit Pustertal das Halbfinale in Italien. 

Nach vier Einsätzen für Krefeld (2013/14) ging Kuhn 2015 nach Bremerhaven, wurde Hauptrunden-Zweiter gleichauf mit Bietigheim (je 111 Punkte) und stieg dann trotz des Viertelfinal-Aus gegen Dresden (3:4) als Nachrücker für Hamburg in die DEL auf. Seit 2017 spielte er in Wolfsburg. „Jerry“ ist verheiratet und hat zwei Kinder – Andi (3) und Brixen (1). Der Playoff-Spezialist hat seit 2011 stets mit seinen Teams die K.o.-Runden erreicht.

Kassel Huskies: Das ist der Spielplan für die Saison 2018/2019

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