Absage für 2019

Neuer Wirbel um Aufstieg von DEL2 in die DEL: Das sagen die Huskies

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Bleibt das Derby auch in den nächsten Jahren zweitklassig? In dieser Szene zu sehen sind Husky Manuel Klinge (links) und Frankfurts Pawel Dronia.

Kassel. Ein sportlicher Aufstieg in die erste Liga im deutschen Eishockey ist vorerst weiter nicht möglich. Nun haben sich auch die Kassel Huskies zu dieser Entwicklung geäußert.

Eigentlich wollte die DEL2 Ende April mit einer positiven Nachricht aufwarten. Nämlich der, dass es im Sommer 2019 wieder einen Auf- und Abstieg zwischen den beiden höchsten Spielklassen im deutschen Eishockey geben wird. Nun aber droht neuer Wirbel in jener Frage, die seit Jahren für Diskussionen sorgt. Die Durchlässligkeit zwischen DEL und DEL2. Denn am Dienstagmittag hat die DEL im Alleingang bekanntgegeben, dass die vertraglich vereinbarten Voraussetzungen für die Wiedereinführung zum Saisonende 2018/19 nicht von allen sechs Vereinen der DEL2, die ihre Unterlagen fristgerecht bis 31. März eingereicht hatten, erfüllt worden seien.

Heißt im Umkehrschluss: Die DEL bleibt weiterhin eine geschlossene Gesellschaft, in die nur ein neues Team nachrücken kann, wenn ein Erstligist zurückzieht und seine Lizenz verkauft. Die Unterlagen eingereicht hatten die Kassel Huskies, die Bietigheim Steelers, der neue Meister Löwen Frankfurt, die Dresdner Eislöwen, der SC Riessersee und die Starbulls Rosenheim.

René Rudorisch, Geschäftsführer der DEL2, meldete sich kurz nach der Entscheidung mit einer Pressemitteilung zu Wort. „Wir werden die Begründung der Ablehnung und weitere Schritte nun sehr genau prüfen und bis dahin keine weiteren Stellungnahmen abgeben“, erklärte er. Möglicherweise wird nun das Schiedsgericht einberufen.

Huskies-Geschäftsführer Gibbs "sehr überrascht"

Entsprechend äußerte sich auch Huskies-Geschäftsführer Joe Gibbs. Er sagte am Dienstagnachmittag: „Ich kenne bislang auch nur die Informationen aus der Pressemitteilung. Ich bin sehr überrascht. Wir haben all die Unterlagen eingereicht, die unseres Wissens nach erforderlich waren. Wir werden jetzt Gespräche führen.“ Auch, um die genaueren Hintergründe für die Entscheidung der DEL zu erfahren. Denn die teilte in einer Mitteilung lediglich mit, dass die Prüfung der Unterlagen von der Rechtsanwaltskanzlei „Bird&Bird LLP“ vorgenommen wurden. Der nächste Bewerbungsstichtag für eine Umsetzung der Aufstiegsfrage im Sommer 2020 sei nun der 31. März 2018.

Die DEL2 hatte die geforderten Unterlagen von sechs DEL2-Klubs bis zum 31. März eingereicht. Diese beinhalteten gemäß der Vereinbarung zwischen DEL und DEL2 den Nachweis einer Spielstätte mit mindestens 4000 Plätzen sowie die Hinterlegung einer Bankbürgschaft in Höhe von jeweils 816.000 Euro.

Noch einmal Joe Gibbs: „In der populärsten deutschen Sportart Fußball ist Auf- und Abstieg möglich. Das sollte es auch im Eishockey geben. Jetzt beginnt noch dazu die Weltmeisterschaft, die unseren Sport in den Fokus rückt. Für die Fans ist diese Entscheidung schwer zu verstehen.“

Hintergrund: Auf- und Abstiege

Vor einem Jahr waren es die Hamburg Freezers, die mit ihrem Rückzug aus der DEL den Zweitligisten einen Strich durch die Aufstiegsrechnung für 2018 machten. Denn die Gunst der Stunde zum Nachrücken nutzte ausgerechnet Bremerhaven - ein wirtschaftlich wie strukturell potenter Motor der DEL2-Aufstiegskampagne.

Damals war die DEL heilfroh, ihre Starterfeld rasch wieder komplettieren zu können. Und brauchte nicht einmal offiziell zu entlarven, dass die DEL2 intern gemauschelt hatte, um Heilbronn (!) und Riessersee als seriöse DEL-Kandidaten erscheinen zu lassen. (sam)

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