Sieg gegen Nauheim nur ein erster Schritt

Fünf Gründe für den holprigen Saisonstart der Kassel Huskies

Endlich einen Sieg bejubelt: Die Huskies Lukas Laub, Lois Spitzner und Jake Weidner (von links) feiern einen Treffer beim Derby un Bas Nauheim.
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Endlich einen Sieg bejubelt: Die Huskies Lukas Laub, Lois Spitzner und Jake Weidner (von links) feiern einen Treffer beim Derby un Bas Nauheim.

Der erste Sieg ist geschafft. Aber es war nur der erste Schritt für die Kassel Huskies nach einem Fehlstart in die Saison der zweiten deutschen Eishockey-Liga DEL 2. Die Gründe.

Kassel-Bad/Nauheim - Nach drei Niederlagen, darunter die 1:6-Klatsche gegen Frankfurt, bedeutete das verdiente 3:1 in Bad Nauheim Balsam für die Seele. Eine Leistungssteigerung war im zweiten Derby erkennbar, trotzdem fehlt dem Team von Tim Kehler noch einiges.

Fünf Gründe, warum den Huskies der Saisonauftakt so schwer fällt:

1. Das bittere Saisonende wirkt nach. „Ich denke schon, dass das noch in vielen Köpfen steckt. Es kann eine Rolle spielen“, sagt Verteidiger Marco Müller. Gemeint ist natürlich der verpasste Aufstieg, diese bittere Niederlage gegen Bietigheim. Für sich selbst sagt Müller: „Ich war schwer enttäuscht, aber irgendwann habe ich einen Haken dran gemacht. Es muss ja weitergehen. Wir müssen auch jetzt wieder um den Titel spielen wollen. Das muss unser Ansporn sein.“ Ansonsten gilt aber: Viele Kasseler wirken derzeit noch blockiert, in den Köpfen nicht frei. Ein Beispiel: Verteidiger Troy Rutkowski, in der Vorsaison Garant für Tore und starke Leistungen. Seine Formkurve sank in den Playoffs. Ein Tief, aus dem er längst nicht heraus scheint.

2. Die Beine sind schwer. In den ersten drei Spielen wirkten die Huskies extrem langsam. In den Beinen. Aber auch in den Köpfen. Das führte zu verlorenen Laufduellen. Zu falschen Entscheidungen. Zu reihenweise Puckverlusten. „Ja das war so, die anderen waren spritziger als wir“, sagt Müller. Liegt es an der Vorbereitung? „Die war kurz und knackig, aber das hat uns im Vorjahr auch nicht geschadet“, urteilt er. Zusammen mit den vielen angeschlagenen Spielern schon vor dem Start wirkt es trotzdem, als sei die Mannschaft übertrainiert. In Nauheim wurde es besser. Trainer Tim Kehler freute sich nach dem Sieg über „die Konsequenz, mit der wir vor allem in der Verteidigung stark waren“.

3. Die Abgänge sind noch nicht kompensiert. Das betrifft vor allem die Offensive. Klar, Spieler wie Ryon Moser, Ryan Olsen und Philippe Cornet sind nicht leicht zu ersetzen. In der vergangenen Saison galt: Irgendeiner trifft immer. In dieser Saison gilt bisher: Es ist so schwer, ein Tor zu schießen. Bad Nauheim war da ein Lichtblick. Neuzugang Jake Weidner erzielte sein zweites Tor, Jamie MacQueen schaffte den Premierentreffer, Goldhelm Lois Spitzner unterstrich, dass von ihm derzeit die meiste Gefahr ausgeht. Nicht nur Marco Müller hofft deshalb, „dass dieser Sieg ein Befreiungsschlag war“.

4. Die Überzahl ist eine Last. Es zieht sich ein wenig durch die Ära Kehler. Selbst in der letzten Erfolgssaison war das Überzahlspiel der Huskies mäßig. Bestenfalls. In dieser Saison ist es, vorsichtig gesagt, ausbaufähig. Zwei Gegentore mit einem Mann mehr auf dem Eis gegen die Löwen waren der Tiefpunkt. Das gab es in Nauheim nicht. Aber bei den wenigen Überzahlsituationen sorgten die Kasseler auch dort für null Gefahr.

5. Das Kasseler Duo fehlt. Michi Christ und Derek Dinger haben ihre neue Rolle gefunden bei den Huskies. Das ist gut so. Ebenso gut ist, dass auf dem Eis weiter Kasseler Jungs stehen. Christ und Dinger aber waren Führungsspieler. Ihr Wort galt. Diese Hierarchien müssen nun neu aufgebaut werden. Fernab davon: Christs Wucht vor allem in Unterzahl und Dingers Übersicht als Stabilisator an der Seite Rutkowskis täten den Huskies derzeit auch sportlich noch gut. (Von Frank Ziemke)

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