Alex Heinrich über sein verrücktestes Saisontor

„Surfen auf der Bonuswelle“: Huskies-Verteidiger mit Torriecher

Schnürt die Schlittschuhe derzeit besonders gern: Alex Heinrich, Verteidiger der Huskies, an seinem Platz in der Kabine. Foto: Streuff

Kassel. „Das war mein verrücktestes Tor in dieser Saison.“ Alex Heinrich muss beim Gedanken daran lachen. Über jenes sehenswerte 6:2 beim 8:2-Sieg gegen die Ravensburg Towerstars.

„Ich kam von links, wollte mit der Rückhand am Torwart vorbeiziehen. Er hat sich langgemacht. Dann habe ich im Fallen im Reflex dem Puck hinterhergehauen, am Ende neben dem Tor auf dem Eis gelegen, auf den Schiedsrichter geschaut und nur gehofft, dass er Penalty pfeift.“

Doch der Pfiff blieb aus. Stattdessen tauchte Thomas Merl auf und jubelte. „Da dachte ich, es hätte jemand im Nachschuss getroffen. Aber Thomas sagte mir, ich hätte getroffen. Ich musste ziemlich lachen. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.“ Ein kurioser Treffer – und zugleich doch ein Zeichen dafür, dass es bei den Huskies und auch Heinrich in diesen DEL-2-Playoffs richtig rund läuft. In den bisherigen sechs Viertelfinal- und Halbfinalspielen erzielte der 28-Jährige vier Tore, gab drei Vorlagen und steht in der internen Huskies-Scorerliste auf Rang sechs. Beachtlich für einen Verteidiger.

Der damalige Coach Uli Egen war es, der den etatmäßigen Stürmer vor drei Jahren zum Aushilfsverteidiger machte – und weil Heinrich die Aufgabe trotz eigener anfänglicher Skepsis so gut machte, wurde es zur Dauerlösung. Der aktuelle Cheftrainer Rico Rossi sagt deshalb: „Ich kenne ihn gar nicht als Stürmer. Er ist in den vergangenen zwei Jahren der konstanteste Verteidiger im Team. Mit Marco Müller bildet er derzeit ein perfektes Team.“

Wobei: Sollte bei den Huskies mal Stürmernot ausbrechen, würde Rossi Heinrich wohl auch ohne zu zögern im Angriff aufbieten. Denn er sagt: „Er hat dieses ganz besondere Eishockey-Verständnis. Er könnte alles spielen, auf dem linken Flügel, auf dem rechten Flügel oder als Center“, erklärt der Coach.

Auch Heinrich hat seine Verteidigerrolle längst angenommen. „Ich bin da gut reingewachsen“, sagt er, „und habe ja auch meine Freiheiten nach vorn. Wichtiger aber ist, dass wir als Team erfolgreich sind.“ Besser als derzeit könnte es für die Huskies ja auch kaum laufen. Sweep gegen Frankfurt, 2:0-Führung in der Halbfinal-Serie gegen Ravensburg.

„Die Playoffs haben unseren Teamgeist auf eine neue Stufe gehoben. Wir spielen in festen Formationen zusammen, jeder weiß genau, was der andere macht. Jeder einzelne hat in den Playoffs noch mal eine Schippe draufpacken können. Und als Kasseler Playoffs mit den Huskies zu erleben, das ist immer etwas Besonderes.“

Diesmal kein Druck

Er genießt diese Tage deshalb. „Der Zweitliga-Aufstieg 2014 war sensationell, aber damals hatten wir einen Riesendruck. Es ging um Aufstieg oder Tod des Kasseler Eishockeys. In dieser Saison haben wir mit dem Erreichen der Playoffs das Saisonziel schon erreicht. Das befreit. Wir können das jetzt viel mehr genießen. Wir surfen gerade gewissermaßen auf der Bonuswelle.“

Und die erreicht ihren nächsten Höhepunkt am Freitag, wenn Spiel drei in Ravensburg ansteht. „Auch wenn es nur ein Sieg war: Die Erinnerung ans 8:2 wird helfen, sollte es im nächsten Spiel knapp werden“, erklärt Heinrich. „Wir denken zwar nur von Spiel zu Spiel, konzentrieren uns von Serie zu Serie. Aber unter den letzten vier im Halbfinale steht man nicht alle Tage. Und manchmal, da denkt man auch übers Finale nach.“

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