Das Aus in den Playoffs

Riesenkampf ohne Happy-End: Kassel Huskies verlieren 6:7 gegen Frankfurt

13 Tore, Aufholjagden, und ein unfassbares Eishockey-Spiel, das eine Liebeserklärung an diese Sportart war, an dessen Ende aber kein Happy-End für die Huskies steht.

Sie verlieren nach einem mitreißenden Auftritt auch das vierte Spiel der Playoff-Halbfinal-Serie gegen die Löwen Frankfurt 6:7 (1:0, 3:5, 2:2). Doch es ist ein Auftritt, der in die Kasseler Geschichtsbücher eingehen wird.

Die Fans, das war von Beginn an klar, gaben nicht nur den siebten und achten Mann für ihre Mannschaft, sondern auch gleich das Motto vor:

„Huskies geben niemals auf“, skandierten sie in Dauerschleife. Eine tolle Kulisse war das. Dazu passte der, der das Eröffnungsbully einwarf: Jamie MacQueen, das Playoff-Monster des Vorjahres.

Es war klar, dieses Spiel sollte nicht das letzte der Serie, nicht das letzte der Saison sein. Klar, nach drei Niederlagen standen die Huskies mit dem Rücken zur Wand. Und diese Tatsache mobilisierte noch einmal ordentlich Kräfte. Von Beginn an suchten die Huskies den Weg in Richtung Frankfurter Tor. Doch es dauerte elf Minuten, bis Manuel Klinge zur Stelle war. Bis der Kapitän mit all dem Frust aus den ersten Duellen die Scheibe in die Maschen drosch. In 5:3-Überzahl war das, weil Christoph Gawlik und Lukas Laub zeitgleich in der Kühlbox saßen.

Nun war es aber auch nicht so, dass die Löwen sich versteckten. Doch da war eben jener Keller, der in den Playoffs ja gern zur Höchstform aufläuft. Tat er auch diesmal wieder. Krake Keller war da gegen Joel Keussen, gegen Mike Card, gegen Brett Breitkreuz.

Doch 23 Sekunden nach Wiederbeginn, da war auch Keller machtlos. Ex-Husky Matt Tomassoni zog von der Blauen Linie ab und weil der Schuss noch abgefälscht wurde, konnte die Krake im Kasseler Tor nichts ausrichten. Was allerdings folgte, gehört in die Kategorie unfassbar. Das 1:1 leitete ein Drittel ein, für das es nur dieses Wort gibt. Unfassbar waren da einige Schiedsrichter-Entscheidungen. Warum Lasse Kopitz, der mit so manchen fragwürdigen Entscheidungen gegen beide Mannschaften aufwartete, nach Toni Ritter auch Derek DeBlois und Drew MacKenzie auf die Strafbank schickte, bleibt wohl sein Geheimnis. In Überzahl stellte C. J. Stretch auf 2:1 (25.), Dronia erhöhte kurz danach auf 3:1 (30.). Die Vorentscheidung?

Denkste. Aus dem 1:3 machen DeBlois und Klinge ein 3:3 – das mit den Powerplay-Toren läuft an diesem Abend.

Doch weil ja vieles unfassbar ist in diesem Drittel, geht es so weiter.

Wieder legen die Löwen vor. Beim 3:4 durch Christoph Gawlik vergisst Keller die Krake zu machen, der Schuss gehört in die Kategorie haltbar (36.). Beim 3:5 durch Richie Mueller (39.) aber ist der Keeper chancenlos. Wieder liegen die Huskies mit zwei Toren zurück. Ist das nun die Vorentscheidung?

Pustekuchen. Denn wenn die Huskies was können, dann Aufholjagd. Jack Downing legt quer auf Adriano Carciola – 4:5, 34 Sekunden nach dem fünften Gegentreffer.

Kassel Huskies verlieren 6:7 gegen Frankfurt

Wer nun denkt, dieser Mittelabschnitt ist nicht zu toppen, der liegt falsch. Die Huskies haben Glück, als Mueller nur die Latte trifft. Und sie antworten auf ihre Weise: Braden Pimm besorgt das 5:5 – 54 Sekunden nach Wiederbeginn. „Huskies geben niemals auf“, singen die Fans. Selten war das wohl so wahr. Dann haben die Kasseler Pech: DeBlois trifft nur den Pfosten.

Im Gegenzug besorgt stattdessen Brett Breitkreuz die neuerliche Führung für die Löwen (45.). Auf den Sitzen hält es keinen mehr. Hier ahnt jeder: Heute ist nichts unmöglich. Und die Huskies haben Phil Hungerecker. Der krönt ein tolles Solo - 6:6 (51.). Als eigentlich alles nach Verlängerung riecht, da ist Pawel Dronia zur Stelle. Er besorgt 77 Sekunden vor dem Ende den Schlusspunkt und besiegelt das Aus der Huskies im Playoff-Halbfinale.

SR: Kopitz (Iserlohn), Z: 5137

Tore: 1:0 (10:26) Klinge (DeBlois, Pimm - 5:3), 1:1 (20:23) Tomassoni (Jarrett), 1:2 (24:15) Stretch (Pistilli - 5:4), 1:3 (29:17) Dronia (Gawlik), 2:3 (31:38) DeBlois (Downing -5:4), 3:3 (34:00) Klinge (MacKenzie, Carciola - 5:4), 3:4 (35:22) Gawlik (Jarrett, Tomassoni), 3:5

(38:14) Mueller, 4:5 (38:48) Carciola (Downing), 5:5 (40:54) Pimm (DeBlois), 5:6 (44:32) Brett Breitkreuz (Keussen), 6:6 (50:17) Hungerecker,

6:7 (58:43) Dronia (Stretch)

Strafminuten: Kassel 16, Frankfurt 12

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Rubriklistenbild: © Fischer

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