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Huskies-Torhüter Thomsen plötzlich im Mittelpunkt: „War immer mein Traum“

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Von: Björn Friedrichs, Pascal Spindler

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Stand plötzlich im Huskies-Tor: Jan Ole Thomsen erfuhr erst am Morgen des Spieltags, dass er im Kasseler Kader steht. Am Abend stand er dann sogar zwischen den Pfosten.
Stand plötzlich im Huskies-Tor: Jan Ole Thomsen erfuhr erst am Morgen des Spieltags, dass er im Kasseler Kader steht. Am Abend stand er dann sogar zwischen den Pfosten. © Andreas Fischer

Die Kassel Huskies verlieren unglücklich gegen die Heilbronner Falken. Ein Mann steht dabei besonders im Mittelpunkt: Ersatztorhüter Jan Ole Thomsen. Heute spielen die Huskies schon wieder, sind in Kaufbeuren zu Gast.

Kassel – Was war das für eine irre Eishockey-Partie zwischen den Kassel Huskies und den Heilbronner Falken: Nach dem ersten Drittel liegt die Mannschaft von Trainer Tim Kehler bereits 0:3 zurück, feiert im Mitteldrittel eine fulminante Aufholjagd. Nach 60 Minuten steht es 4:4. Verlängerung. Doch in der gehen die Huskies endgültig K.o., unterliegen den Falken schließlich 4:5 (0:3, 4:1, 0:0 –0:1). Wir blicken zurück auf die Partie und schauen voraus auf das heutige Duell in Kaufbeuren (19.30 Uhr).

Das Heilbronn-Spiel

„Wir haben im ersten Drittel kein gutes Spiel gezeigt. Auf die Leistung danach bin ich aber sehr stolz“, beurteilte Huskies-Trainer Tim Kehler den Auftritt seiner Mannschaft. Was er meint: Nach dem deutlichen Rückstand durch Jeremy Williams (14.), Kenney Morrison (17.) und Valentino Klos (19.) kämpfte sich sein Team im Mitteldrittel eindrucksvoll zurück. Jamie MacQueen (22.), Brett Cameron (23.) und Joel Keussen (27.) glichen innerhalb weniger Minuten aus. Den Treffer zum Heilbronner 4:3 durch Justin Kirsch (31.) egalisierte erneut Cameron (39.). Erst in der Verlängerung gelang Brock Maschmeyer das 5:4 für die Gäste (62.).

Huskies-Angreifer Cameron nach der Partie: „Ich denke, wir waren nach dem ersten Drittel das bessere Team, aber wir müssen es schaffen, 60 Minuten so zu spielen.“ Tatsächlich zeigten die Huskies in dieser Saison schon mehrfach ein enttäuschendes erstes Drittel. Ein Blick auf die Statistik zeigt: In den ersten zwanzig Minuten kassierten die Huskies 40 Gegentore – ein durchschnittlicher Wert. Allerdings erzielten sie in dieser Zeit auch nur 30 eigene Tore. Zum Vergleich: Liga-Schlusslicht Selb hat im ersten Drittel bislang 29-mal getroffen.

Kehler erklärt dazu: „Das ist das Ergebnis der aktuellen Situation. Wir haben 18 Spiele in 35 Tagen, sind am Mittwoch erst um 5 Uhr morgens aus Bayreuth zurückgekehrt, müssen regenerieren und wieder spielen.“ Sicher könne sein Team bessere Leistungen als im ersten Drittel zeigen. „Aber wir haben momentan auch keine Trainingszeit, in der wir daran arbeiten können“, stellt er klar.

Die Torhüter

Die erste Überraschung gab’s vor Spielbeginn. Huskies-Goalie Jerry Kuhn stand wegen Erkältungssymptomen nicht im Aufgebot, dafür spielte Jonas Neffin. Mit Jan Ole Thomsen saß ein 21 Jahre alter Ersatzmann ohne Zweitliga-Erfahrung auf der Bank – und bekam nach 20 Minuten seinen großen Auftritt.

Aufgrund von Sehproblemen konnte Neffin nicht weiterspielen, Thomsen rückte bei 0:3-Rückstand ins Tor. Erst am Morgen habe ihn Kehler informiert, dass er am Abend gebraucht werde. „Er hat einen überragenden Job gemacht“, lobte der Trainer. Und auch Mitspieler Cameron erkannte: „Er hat stark gespielt, obwohl viel Druck auf ihm lag.“

Thomsen, normalerweise in der Regionalliga für die Harzer Falken aktiv, zeigte mehrfachstarke Paraden, vor allem im Schlussdrittel. „Es war immer mein Traum, in der DEL 2 auf dem Eis zu stehen. Die Saves werde ich mir sicher auf DVD brennen“, sagte er lachend. Ob er auch heute im Kader steht, ist offen. Kuhn ist nach seinem Ausfall wieder spielbereit, Neffin wird wohl ausfallen. Am Freitagabend wurde bekannt, dass Nick Ekrot aus der U20 der Eishockey-Jugend Kassel für die DEL2 lizenziert wurde.

Das Kaufbeuren-Spiel

Auch Kassels heutiger Kontrahent aus Kaufbeuren hat personelle Probleme auf der Torhüterposition. Maximilian Meier und Dieter Geidl sind verletzt, mit Thomas Höneckl wurde erst in dieser Woche ein Ersatzmann aus Österreich verpflichtet. Sportlich befand sich Kaufbeuren zuletzt leicht im Aufwind, gewann die vergangenen zwei Spiele, steht aber dennoch knapp vor der Playdown-Zone. Für die Huskies geht es vor allem darum, nicht noch in die Pre-Playoffs abzurutschen. Angreifer Cameron: „Wir müssen aufpassen, uns auf unser Spiel fokussieren.“

Von Pascal Spindler

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