Mit der Raupe ins Topspiel

Huskies feiern Derbysieg gegen Bad Nauheim: Jetzt kommt Bietigheim

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Hatte sichtlich Spaß bei der Raupe: der US-Amerikaner James Wisniewski.

Kassel. Es sind Augenblicke, wie es sie in dieser Saison in der Kasseler Eissporthalle noch nicht gegeben hat. Minutenlanger Applaus. Fans, die noch nicht nach Hause wollen und fordern: Wir wollen die Huskies sehen.

Und Huskies, die sich das nicht zweimal sagen lassen, aufs Eis zurückkehren und das machen, was sie nur zu besonderen Anlässen tun: die Raupe. Besser lässt sich der erste Derbysieg der Saison nach dem bislang besten Auftritt der Saison ja auch nicht feiern. Noch dazu kommt das 6:1 gegen die Roten Teufel aus Bad Nauheim zur rechten Zeit.

Schließlich steht schon am Dienstag die nächste Herausforderung vor der Tür: Ab 19.30 Uhr ist Spitzenreiter Bietigheim zu Gast. Das sind die Auffälligkeiten des Derbysiegs, die Mut machen fürs Topspiel.

Der Auftritt

Die Mannschaft lieferte das, was der Trainer vorgegeben hatte: „Wir haben konzentriert und strukturiert gespielt. Das ist die Grundlage für ein erfolgreiches Spiel“, fasste Rico Rossi den Auftritt seines Teams zusammen. Ein Team, in dem sich kein Spieler scheute, Verantwortung zu übernehmen. „Es war eine super Mannschaftsleistung. Wir haben von Anfang an gezeigt, dass wir unbedingt gewinnen wollen. Wir hatten ja auch was gutzumachen, schließlich hatten wir bislang kein Derby gewonnen“, sagte Michi Christ.

Spätestens nach der ersten Unterzahl, die die Huskies in eine gefühlte Überzahl verwandelten, nahm ihr Spiel an Fahrt auf, das Momentum wanderte auf ihre Seite. Die Freude überwog am Ende. Auch bei dem, der kurz vor Schluss bei Reimers Ehrentreffer doch noch hinter sich greifen musste: „Derbysieg ist das, was zählt. Ein bisschen traurig war ich schon, aber dann habe ich mir gedacht: Derbysieg ist genauso geil wie ein Shut-out“, betonte auch Torhüter Mirko Pantkowski, der ganz besonders die Nachspielzeit genoss.

Die Nachspielzeit

Ehrenrunde. Raupe. Feier mit den Fans. „Das hat sich geil angefühlt. Es war eine super Stimmung, so kann es weitergehen“, sagte Pantkowski. Mittendrin: James Wisniewski bei der ersten Raupe seines Lebens. Das Grinsen im Gesicht des US-Amerikamers, der hinter Michi Christ übers Eis krabbelte, sprach Bände.

Schon eine Viertelstunde vor dem Ende sangen die 3700 Fans, die Lärm wie 5000 machten: „Oh wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehen.“ Kein Wunder, dass sich Pantkowski für heute Abend wünscht, „dass die Hütte genauso brennt wie gegen Bad Nauheim“.

Die neuen Kasseler Jungs

Auch das hat es schon lange nicht mehr gegeben: Gleich sechs Kasseler Jungs standen im Kader fürs Derby. Klar, Kapitän Alex Heinrich, Michi Christ, Adriano Carciola und Mirko Pantkowski waren gesetzt, Tim Lucca Krüger und Bastian Schirmacher aber nicht unbedingt. Die beiden 19 Jahre alten Angreifer, die die nächste Generation der Kasseler Jungs anführen, kamen nach einer guten halben Stunde zum ersten Mal aufs Eis.

Kasseler Jungs unter sich: Michi Christ (von links) mit den Eigengewächsen Tim Lucca Krüger und Bastian Schirmacher.

Im Schlussabschnitt stellte ihnen Rossi dann Verteidiger Kevin Maginot als dritten Stürmer dazu – und das Trio sorgte für gefährliche Momente vor Felix Bicks Kasten. „Sie haben am Ende richtig Gas gegeben, ganz großes Kompliment“, lobte nicht nur Christ. Auch Rossi befand: „Es geht uns nicht nur um Sieg und Niederlagen, sondern auch um die Entwicklung junger Spieler. Wir wollen die Jungs bringen, um anderen Stürmern eine Pause zu geben.“

Das wird gerade in den nächsten Wochen wichtig, wenn viele Spiele auf dem Programm stehen.

Der Ausblick

Klar, dass Heimspiele gegen den Dauerspitzenreiter Bietigheim zu den schwersten Aufgaben gehören. Im ersten Duell am zweiten Spieltag unterlagen die Huskies erst nach Verlängerung 3:4. Und gehen gestärkt ins zweite Spiel: „Wir haben natürlich Selbstvertrauen nach so einem Spiel. Wir geben unser Bestes, spielen zu Hause und hauen alles rein“, verspricht Michi Christ und fügt augenzwinkernd an: „Und vielleicht gibt’s dann auch noch mal die Raupe.“

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