Eishockey

Renaissance der Kassel Huskies: Spektakel und Spannung, Stimmung und Spaß - Zwischenbilanz des DEL2-Spitzenreiters

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Steht für den Aufschwung der Huskies: Michi Christ blüht wie die anderen Kasseler Jungs endlich wieder auf. 

Spektakel und Spannung, Stimmung und Spaß – das Kasseler Eishockey erlebt nach zwei Jahren der Tristesse eine Renaissance. Eine Zwischenbilanz zur Lage beim  DEL2-Spitzenreiter.

Spektakel und Spannung, Stimmung und Spaß – das Kasseler Eishockey erlebt nach zwei Jahren der Tristesse eine Renaissance. „Wir sind total stolz, nach dem ersten Saisondrittel als Tabellenführer in die Pause zu gehen“, sagt Trainer Tim Kehler. Eine Konstellation, die die Fans begeistert, Derek Dinger aber überrascht. „Das war angesichts des großen Umbruchs nur zu erhoffen, aber nicht zu erwarten“, erläutert der Verteidiger. „Wenn uns im Sommer jemand einen solch guten Start vorhergesagt hätte, dann hätte ich gesagt: Ui, das ist aber hoch gegriffen.“ – Eine Zwischenbilanz: 

Die Spiele der Kassel Huskies

Sie hatten keinen wirklichen Ausrutscher, diese Huskies, aber viele Höhepunkte. Das sensationelle 10:2 gegen Bietigheim, dazu Hattricks, Doppelpacks und begeisternde Aufholjagden. Es gab reichlich Spektakel und Spannung, jeder Erfolg forcierte Stimmung und Spaß in der Halle. 

Das Personal der Kassel Huskies

Topscorer: Corey Trivino.

Elf Neuzugänge haben bislang das Huskies-Trikot getragen – allesamt haben sie die Erwartungen erfüllt. Eine tolle Quote – klar besser als in den vergangenen Jahren. Alex Karachun (10 Tore + 5 Vorlagen) als bester Torschütze, Ben Duffy (7 + 12), Justin Kirsch (6 + 13), Austin Carroll (6+7) und Ryon Moser (5+10) sind spielerisch deutlich stärker als ihre Vorgänger, überzeugen als Vollstrecker und arbeiten allesamt intensiv nach hinten.

Spencer Humphries (6 + 6) erweist sich trotz einiger Risikopässe als der erhoffte Topverteidiger, Nathan Burns und Noureddine Bettahar sind vorzügliche Teamplayer. Aber: Mit den Neuen und mit dem neuen Trainer sind auch die Altbewährten wieder deutlich besser geworden. Corey Trivino (5+15) wird nächste Woche den Roten Helm tragen, auch Richie Mueller sowie die Kasseler Jungs Derek Dinger als neuer Stratege, Alex Heinrich, Marco Müller und nicht zuletzt Michi Christ haben sich enorm gesteigert. 

Die jungen Eishockey-Spieler

Denis Shevyrin (24 Jahre - 3 Tore + 8 Vorlagen) und Stephan Tramm (20 - 3 + 3) in der Abwehr sowie Lois Spitzner (22 - 5+2) sind drei Volltreffer und auf Anhieb zu festen Größen avanciert. Die vierte Reihe Ein Pfund, mit dem die Huskies wuchern. Trainer Kehler setzt konsequent alle verfügbaren Kräfte ein. Schon neun Treffer allein von Spitzner (5) und Christ (4) bestätigen ihn. 

Die Baustellen bei den Kassel Huskies -  Kein Licht ohne Schatten

Abwehrstratege: Derek Dinger.

„Die großartige Konstanz in den Heimspielen geht uns auswärts noch ab. Da haben wir viel Luft nach oben“, sagt Derek Dinger. So waren gerade die Gastspiele in Ravensburg (2:5) und Bad Tölz (1:5) aus der Sicht von Humphries „richtig schlecht“. Und, natürlich, „unsere Specialteams sind noch längst nicht das, was wir uns wünschen“. 

Gerald Kuhn ist mit 90,85 Prozent Fangquote ein verlässlicher Rückhalt, Leon Hungerecker (91,11) steht sogar noch besser da. Aber: Der 21-Jährige hat bislang nur vier der 16 Spiele bestritten. Die Fans tun sich noch schwer, die neuen Huskies anzunehmen, und strömen noch nicht wieder in die Halle. Zuviel Kredit wurde offenbar in der Vergangenheit verspielt. 

Der Zuschauerschnitt liegt nur bei 3211 Besuchern – trotz makelloser Heimbilanz und Kartenaktionen für Flutwellen-Helfer und Erstsemester-Studenten. Da muss mehr Werbung her. Immerhin: Die Stimmung in der Halle ist deutlich besser geworden, der Funke springt wieder über. Eishockey wird wieder ein Ereignis. Trotz einer Musikauswahl, die die Stimmung nicht anheizt.

Die Perspektive für die anstehenden Spiele

Zum Wiederbeginn am 15. November im Heimspiel gegen Weißwasser erwartet Trainer Kehler die Rückkehr der Rekonvaleszenten Alex Heinrich, Nathan Burns und Richie Mueller. Mario Scalzo dagegen ist noch nicht fit und wartet auf die Einbürgerung.

Die Liga - das Niveau ist gestiegen

Erfolgreich: Trainer Tim Kehler. 

Das Restprogramm verheißt große Spannung. Die Huskies haben zwar vier Punkte und das Nachholspiel in Landshut als kleines Polster, aber die acht Teams von Platz zwei bis neun trennen nur fünf Punkte. Die fünf Kellerkinder liegen da schon mehr als zehn Zähler zurück. 

Dennoch ist Tim Kehler beeindruckt vom enorm gestiegenen Niveau der Liga. „Auch die Teams am unteren Ende der Tabelle sind deutlich besser, es ist eng und es gibt keine leichten Spiele mehr.“ Gerade deshalb ist der Kasseler Coach „heilfroh über jeden Punkt, den wir schon haben“.

Die neuen Stars in der DEL2

Die Gründe für das gestiegene Niveau sind vielfältig. Da ist Neuling Landshut, der um die Ravensburger Meisterspieler Robbie Czarnik und Mathieu Pompei herum eine talentierte Truppe formiert hat. Alles andere als Kanonenfutter. Da sind zahlreiche starke neue Ausländer wie Mike Hammond in Weißwasser, Cam Spiro in Freiburg und Dylan Wruck in Heilbronn. 

Da sind aber auch Spieler wie Husky Alex Karachun, Liga-Topscorer Marco Pfleger (17+10) in Bad Tölz und Martin Buchwieser in Frankfurt, die aus der DEL kamen, sowie Jungspund Yannik Valenti in Heilbronn mit schon 14 Toren. „Die Personalstrategie der DEL hat so manchen guten deutschen Spieler seinen Platz im Oberhaus gekostet“, bilanziert Kaufbeurens Trainer Andi Brockmann. „Für die DEL2 zahlt sich das aus, fürs deutsche Eishockey insgesamt ist das sehr bedenklich.“

Geschäftsführer Joe Gibbs ist beeindruckt von der positiven Entwicklung der DEL2

Mit einem Lächeln im Gesicht hat sich Joe Gibbs in die kurze Pause verabschiedet. „Ich bin sehr zufrieden mit dem ersten Saisondrittel, die Huskies treten wieder als eine Mannschaft auf.“ Der Geschäftsführer sieht die Kasseler insgesamt auf einem guten Weg, „auch wenn wir noch lange nicht am Ende der Runde angekommen sind.“ Der Erfolg der Mannschaft bestätige, „dass wir im Sommer personell die richtigen Schritte unternommen haben“.

Daraus resultiere auch, dass die Huskies in diesem Herbst einmal nicht auf der Suche seien nach Verstärkungen für das Team. „Da herrscht Ruhe jetzt“, sagt Gibbs – „auch wenn wir die Augen immer offen haben.“ Allerdings sei der derzeit in Mannheim sportlich darbende Phil Hungerecker kein Thema.

Gibbs ist beeindruckt von der positiven Entwicklung der DEL2. „Seit 2014 ist Vieles professioneller geworden - bei fast allen Klubs. Es ist kein Zufall, dass die Liga sehr interessant ist für die Fans und jeder jeden schlagen kann.“

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