Bewegende Abschiedsmomente und weiter Bangen beim letzten Heimspiel der Kassel Huskies

Richer: „Bis zur nächsten Saison“

Bewegender Abschied von den Huskies: Trainer Stéphane Richer wurde nach dem Spiel am Freitag von den Fans gefeiert. Foto: Fischer

Kassel. Am Ende eines Abends der unerfüllten Hoffnungen gab es noch einmal großes Gefühlskino. Die Fans der Kassel Huskies wollten sich die letzten Augenblicke mit ihren Lieblingen in dieser Eishockey-Saison durch nichts verderben lassen.

Nicht von der am Freitag verkündeten Nachricht, dass es weiterhin keine Einigung gibt im Existenzkampf der Schlittenhunde. Schon gar nicht von der 5:6-Niederlage gegen die Augsburger Panther, die sportlich ohne Bedeutung war.

Kaum einer der 3500 Zuschauer verließ nach der Schlusssirene die Halle. Sie feierten den letzten kampfstarken Auftritt ihre personell arg gebeutelten Mannschaft. Vor allem aber feierten sie Abschied - in der Hoffnung, dies möge nur der Abschied von einzelnen Personen sein, nicht aber der von einem ganzen Team.

Ein bewegender Moment war es vor allem für Stéphane Richer. Der Trainer, der in der kommenden Saison Sportdirektor bei den Hamburg Freezers wird, bedankte sich für eine tolle Zeit in Kassel. „Das Spiel heute“, sagte er, „das war genau das Kassel, das ich kenne - mit einer Super-Stimmung von der ersten bis zur letzten Minute.“ Und er sagt den Satz, der den stärksten Beifall bekommt an diesem Abend: „Am Ende: Tschüss - und bis nächste Saison.“ Später , während der Pressekonferenz erklärt Richer noch: „Das Ergebnis war nicht wichtig heute. Wichtig war die unglaubliche Begeisterung dieser Fans.“ Und er lobt ein letztes Mal seine Mannschaft: „Sie verdient ungeheuren Respekt. Wenn die Spieler da, wo ich nächste Saison bin, so eine Einstellung zeigen, dann werde ich keine Probleme haben.“

Zwei Spieler werden ihrem Trainer nach Hamburg folgen. Der Wechsel von Thomas Holzmann stand seit längerem fest, nun bestätigt auch, Jean-Philippe Cote, dass er in die Hansestadt geht.

Cote nach Hamburg

Der Verteidiger unterschrieb einen Vertrag für ein Jahr. Das Duo wurde von Fans ebenso gefeiert wie Stürmer Ryan Kraft, der Kassel nach fünf Jahren verlässt. Einer, der bleiben will und dessen Vertragsverlängerung um drei Jahre stets als wichtiges Signal gesehen wurde, ist Manuel Klinge. Der Nationalspieler will die Hoffnung auf Rettung nicht aufgeben. „Sie war schon einmal größer“, sagt er, „aber ich hoffe immer noch sehr, dass bis Montag etwas passiert.“

Und dieses Bangen, diese Hoffnung war auch später im Vip-Raum Gegenstand fast aller Gespräche. Irgendwann rief ein Spieler beim Verlassen des Raums laut über die Schulter: „I want to be paid.“ Er möchte bezahlt werden. Auch dass ein verständlicher Wunsch am Abend der Abschiede.

Von Frank Ziemke

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