Drei Gründe

Triumphzug der Huskies ist auch für Trainer Rossi Genugtuung

Stolz auf seine Huskies: Für Trainer Rico Rossi ist der Finaleinzug mit den Kasselern ein besonderer Erfolg. Archivfoto:  Malmus

Kassel. „Rico Rossi kann auch Playoffs!“ Für Hallensprecher Sven Breiter war das der Satz des Abends. Voller Freude mit und für den Trainer der Kassel Huskies rief er diese Worte fast jedem entgegen nach dem Erfolg über Ravensburg.

Tatsächlich ist der Triumphzug der Huskies in der 2. Eishockey-Liga insbesondere für Rico Rossi ein bemerkenswerter Erfolg und eine besondere Genugtuung.

Dafür gibt es drei Gründe:

1. „Ich war gerade mit Heilbronn praktisch immer in den K.o.-Runden der zweiten Liga. Aber bis auf 2008, als wir im Halbfinale an Landshut gescheitert sind, war immer im Viertelfinale schon Endstation“, sagt Rossi. Das Team hat mit ihm nun den Playoff-Fluch des Coaches gebannt.

2. Vor einem Jahr liefen die Kasseler als klarer Favorit im Viertelfinale gegen Landshut auf, scheiterten aber in nur fünf Spielen. Damals waren Topleute wie Mike Collins platt, in der Hauptrunde verheizt bei endlosen Einsätzen auch in Über- und Unterzahl.

3. In der Hauptrunde dieser Saison wurde Rossi von einzelnen Fans massiv kritisiert, weil er häufig die Zusammenstellung der Formationen änderte und es so an Harmonie im Zusammenspiel mangelte.

Auch diese beiden Punkte sind nun abgehakt. „Denn auch mit 50 bin ich noch lernfähig“, sagt „RR“ und lacht. „Im vergangenen Jahr hatten wir unseren Kader in nur ganz kurzer Zeit zusammengestellt. Der dritte Hauptrunden-Platz war eine Sensation, auch für uns. Aber es fehlte die Tiefe im Kader, das Leistungsgefälle war zu groß.“ Auf Grund dieser Erfahrung sei das aktuelle Team mit besserer Planung zusammengestellt worden. „Wir wollten unbedingt diese breitere Basis. Und wissen jetzt, dass wir das erreicht haben“, erklärt Rossi. Denn nun ist sie einer der größten Trümpfe, diese viel größere Breite mit viel mehr Spielern auf ganz hohem Niveau.

Das hat sich gegen Frankfurt ausgezahlt und gegen Ravensburg auch. So war das Toptrio der Towerstars mit Dauerläufer Brian Roloff, Austin Smith und Konstantin Schmidt am Ende ausgelaugt und verlor die Duelle mit Kassels Paradereihe um Jamie MacQueen und Braden Pimm deutlich und entscheidend. Rossi: „Vor einem Jahr noch war jeder Ausfall eine herbe Schwächung. Aber jetzt rückt immer einer nach. Diesmal fehlte Justin Kirsch, und wir haben das kompensiert. Michi Christ war weg, und wir haben dennoch Frankfurt bezwungen. Als zuletzt Lennart Palausch und Eric Stephan ausfielen, da waren Kevin Maginot, Dorian Saeftel und Sven Valenti sofort da – und jeder hat mit jedem auf Anhieb super harmoniert.“ Selbst ein kurzfristiger Reihenwechsel von Adriano Carciola und Jens Meilleur war für diese Huskies kein Problem.

Fakten, die in der Szene auffallen. So gab es Glückwunsch-SMS für den Kasseler von Daniel Hopp (Adler Mannheim), von Bill Stewart (Dresden), aus Rosenheim, Freiburg und Heilbronn, auch aus Frankfurt von Rich Chernomaz und den Löwen-Gesellschaftern.

Bleibt noch eines: Rico Rossi kann auch Finale. „Ich war zwar nur einmal in einer Endspiel-Serie, 2007 mit den Heilbronner Falken. Aber damals haben wir den Titel geholt.“ In der Oberliga. Und der Gegner war – Ravensburg.

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