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Schreckmoment um Jerry Kuhn: Torhüter gibt nach Schlittschuh-Treffer am Hals Entwarnung

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Von: Pascal Spindler

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Musste gegen die Füchse vorzeitig vom Eis: Huskies-Schlussmann Jerry Kuhn.
Musste gegen die Füchse vorzeitig vom Eis: Huskies-Schlussmann Jerry Kuhn. © Andreas Fischer

Glück im Unglück für Huskies-Torhüter Jerry Kuhn. Im Spiel gegen die Lausitzer Füchse bekam der 36-Jährige einen Schlittschuh an den Hals, musste vom Eis. Kuhn selbst hat nach der unglücklichen Aktion bereits Entwarnung gegeben.

Kassel – Es war der Schreckmoment in der Kasseler Eissporthalle. Einer, der auch ganz anders hätte ausgehen können. 55 Minuten waren am Sonntag in der Partie zwischen den Kassel Huskies und den Lausitzer Füchsen gespielt, Nordhessens Eishockeyspieler hatten sich bereits eine souveräne 4:1-Führung herausgeschossen, eilten zum 13. Sieg in Serie, ehe die Scheibe in Richtung Kasseler Tor gespielt wurde. Ein Zweikampf – und plötzlich lag Jerry Kuhn am Boden.

Der Huskies-Goalie krümmte sich, nahm seinen Helm ab und fasste sich sofort an den Hals. Wild gestikulierend rief das Schiedsrichterteam die Ärzte herbei. Auch Kuhns Mitspieler erkundigten sich prompt nach ihrem Rückhalt, der am Tag danach selbst Entwarnung gab: „Ich bin okay, mir geht es gut. Auch wenn es eine sehr angsteinflößende Aktion war.“

Doch was genau war auf dem Eis passiert?

Die Füchse spielten die Scheibe vor das Kasseler Tor, wo Gäste-Angreifer Louis Anders bereits lauerte. Husky Tom Geischeimer gab seinem Gegenspieler einen kleinen Stoß, brachte ihn aus dem Tritt – und Anders hob ab. Mit dem Oberkörper voran landete er auf dem Eis, hatte die Schlittschuhe dabei unkontrolliert in der Luft in Richtung Kasseler Tor gerichtet, wo sie Kuhn unterhalb des Helms trafen. Wurde dem Torhüter etwa mit den scharfen Kufen der Hals aufgeschlitzt?

Kassel Huskies: Erinnerungen an NHL-Torhüter Clint Malarchuk

So etwas passierte im Eishockey schon einmal. 1989 wurde der damalige NHL-Torhüter Clint Malarchuk unglücklich von einem Schlittschuh am Hals getroffen, verlor unaufhörlich Blut, das das Eis unter ihm rot färbte. Ein Athletiktrainer handelte damals sofort, drückte auf die aufgeschlitzte Vene und rettete ihm das Leben.

Bei Kuhn floss dagegen kaum Blut, auch wenn er sich sofort intuitiv an den Hals griff. „Das war ein Schock, jeder hat sofort geschaut, was da passiert ist. Zum Glück ist es nichts Schlimmes“, sagte Teamkollege Alec Ahlroth nach der Partie. Auch Gäste-Trainer Petteri Väkiparta befand nach der 1:4-Niederlage, dass die Gesundheit Kuhns das Wichtigste sei.

Der Huskies-Torhüter hatte riesiges Glück. Er trägt auf dem Eis lediglich einen kleinen Halsschutz am Brustpanzer. Der zweite Kasseler Goalie Jake Kielly hingegen vertraut auf einen größeren Halsschutz, der zusätzlich an seinem Helm befestigt ist. In der DEL 2 gibt es dafür keine genauen Vorgaben. Jeder Torhüter spielt so, wie er sich selbst am wohlsten fühlt.

Kassel Huskies: Sebastian Wieber rückte ins Blickfeld

Nach einer kurzen Behandlungspause ging es für Kuhn direkt in die Kabine. Der 19 Jahre alte Sebastian Wieber hütete fortan das Tor der Huskies, kam zu seinem ersten DEL-2-Einsatz überhaupt. „Zum Nachdenken blieb keine Zeit. Natürlich war ich total aufgeregt, aber es war eine geile Erfahrung. Man hofft immer, dass man seine Chance bekommt. Natürlich nicht so, dass sich dafür einer verletzten muss“, sagte der plötzlich im Tor stehende Wieber. Drei Paraden legte er bei seinem Fünf-Minuten-Auftritt hin, hielt gleich zweimal besonders stark.

Kurz vor Spielende kam auch Kuhn wieder aus der Kabine, hatte einen Kratzer am Hals und wurde genäht. Das Sprechen fiel ihm noch ein wenig schwer, der Kehlkopf war angeschwollen. Einem Einsatz heute gegen die Heilbronner Falken (19.30 Uhr) steht derweil nichts im Weg, wenngleich Huskies-Trainer Bo Subr zwischen den Pfosten wohl wieder auf Kielly setzen wird.

Von Pascal Spindler

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