Hitziges Derby zwischen Kassel und Frankfurt ließ den Huskies-Trainer kalt

Rossi: „Das hat Spaß gemacht“

Es ging zur Sache: Husky Braden Pimm (rechts) beim Duell mit Frankfurts Nils Liesegang. Foto: Fischer

Kassel. Dass es kein normaler Test werden würde, war klar. Dass man dieses Duell nicht Freundschaftsspiel nennen können würde, ohnehin. Es ist ja Eishockey. Es ist ein Derby. Es ist Kassel Huskies gegen Löwen Frankfurt. Aber dass es so kommen würde? Mit Keilereien ohne Ende. Faustschlägen. Bösen Checks an der Bande. Vier Spieldauerstrafen. 200 Strafminuten.

Einer schien nicht überrascht. Und fand die hitzige Schlacht auf dem Eis am Ende gar nicht so schlimm. „Es ist ein Derby. Es ist intensiv. Es gab keine Verletzten. Das hat doch Spaß gemacht“, sagte Rico Rossi mit einem Augenzwinkern. Der Trainer der Huskies hatte wohl kommen sehen, dass in diesem Test handfeste Zeichen gesetzt würden. Den Verzicht auf Routinier Sven Valenti begründete er so: „Sven ist 40. Das muss er sich nicht antun. Deshalb haben wir ihn heute lieber rausgelassen.“ Auch Adriano Carciola wurde geschont.

Rossi hielt sich auch nicht damit auf, Vorwürfe in Richtung Frankfurt zu formulieren – was beispielsweise angesichts des gesundheitsgefährdenden Checks von Nico Oprée gegen den Hals von Carter Proft durchaus möglich gewesen wäre. Umgekehrt waren natürlich auch die Kasseler keine Kinder von Traurigkeit. Proft revanchierte sich mit einem Faustkampf. Marco Müller ging später für einen Check ebenfalls frühzeitig in die Kabine.

Für Rossi ist die Häufung der Rangeleien auch ein Statement vor Saisonbeginn: „Du zeigst deiner Mannschaft, dass du dabei bist. Dass die Mitspieler sich auf dich verlassen können.“ Einen anderen Aspekt brachte die Strafenflut zudem: Es gab reichlich Zeit, Über- und Unterzahl zu trainieren. Das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen. Beim 6:5-Sieg nach Penaltyschießen erzielten die Gastgeber vier Tore in Über- und eins sogar in Unterzahl. „Dafür, dass das im Training noch kein Schwerpunkt ist, sah es schon richtig gut aus“, lobte Rossi.

Der besonders angetan war von Taylor Carnevale. „Ein super Auge, super Assists“, attestierte er dem Stürmer. Und auch der Testspieler bekam gute Noten: Jackson Kuhn überzeugte mit viel Einsatz und trug sich zudem in die Torschützenliste ein. „Wir beobachten seine Entwicklung intensiv“, sagt Rossi. Der 22-jährige Kanadier wartet aber auf einen deutschen Pass.

Von Frank Ziemke

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