Eishockey: Zuversicht auf Playoffs wächst

DEL2-Chef Rudorisch: „Die erste Etappe ist geschafft“

Eishockey DEL2 EC Kassel Huskies : Heilbronner Falken,  51 Philippe Cornet, 92 Simon Thiel, 3 Matthias Nemec. - - Husky Philippe Cornet ist mit zwei Punkten pro Spiel der effektivste Mann in der DEL2.
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Husky Philippe Cornet ist mit zwei Punkten pro Spiel der effektivste Mann in der DEL2.

Halbzeit in der 2. Deutschen Eishockey-Liga: Fast planmäßig haben nun auch die Kassel Huskies 26 von 52 Hauptrunden-Spieltagen bestritten. „Damit haben wir die erste wichtige Etappe auf dem Weg zu Meisterschaftswertung und Aufstieg geschafft“, bilanziert René Rudorisch, der DEL2-Geschäftsführer.

Kassel/Neuss - Nur wenn nämlich alle 14 Teams jeweils 26 Spiele bestritten haben – im besten Fall zweimal gegen jeden Rivalen – kann der Titel vergeben werden. Und wenn dann auch noch mindestens drei Playoff-Runden auf jeweils mindestens zwei Siege bestritten werden, (nur) dann dürfen Kassel, Frankfurt oder Bietigheim (und nur einer dieses Trios) als möglicher Meister in die DEL aufsteigen.

„Es gab zwischenzeitlich einige Probleme wegen Mannschaften, die in Quarantäne mussten. Das hatten wir so heftig nicht erwartet. Aber seit dem Jahreswechsel entspannt es sich mehr und mehr und mit jedem Dienstag holen wir mehr ausgefallene Spiele nach“, erläutert Rudorisch. Nur noch 19 Spiele sind nachzuholen, zwei davon mit Huskies-Beteiligung. „Das stimmt mich optimistisch, dass wir die Hauptrunde tatsächlich wie geplant durchbringen können.“

Der DEL2-Geschäftsführer: René Rudorisch stammt aus Greiz.

Wenn auch vermutlich bis zum Ende ohne Fans. „Obwohl die Inzidenzwerte fallen, schwindet da die Hoffnung von Tag zu Tag angesichts der Sorge wegen der Coronavirus-Mutationen“, gesteht Rudorisch ein und sagt: „Ich träume von spektakulären Playoffs mit vielen Fans. Aber realistischer wäre es wohl, auf die nächste, dann relativ normale Saison 21/22 zu hoffen.“

Ob dann noch alle 14 Klubs dabei sein können? „Das hoffen wir sehr“, sagt Rudorisch. Klar. Aber: „Aktuell haben wir vielfach Probleme mit der Liquidität, weil es derzeit keine Unterstützung der öffentlichen Hand mehr gibt aus den Töpfen von 2020 und die Klubs ihre Auslagen für Januar, Februar und März irgendwie vorstrecken müssen.“ Wenn der Staat seine Hilfen fortschreibt, das Budget pro Klub von 800 000 auf 1,8 Millionen Euro erweitert und dann auch die EU mitspielt, „dann können die Klubs wohl durchhalten, vielleicht auch trotz eines kleinen Minus“, so der Ligenleiter. Dafür gebe es derzeit nur positive Zeichen, noch keine Gewissheit. „Aber genau diese Perspektive und Klarheit benötigen wir schnellstens. Zumal die neuen Hilfen wohl erst ab 1. März beantragt werden könnten und eine Auszahlung erst Wochen später möglich wäre.“

Und wenn der Staat weitere Hilfen verweigert, angesichts leerer Kassen verweigern muss? „Dann steigt das Risiko für uns und die Klubs enorm an“, so Rudorisch. Gerald Schaumburg

DEL2 in Zahlen: Mehr Tore, weniger Strafen, überragender Cornet

2,00 Scorerpunkte pro Spiel mit 15 Toren und 11 Vorlagen hat Neu-Husky Philippe Cornet in nur 13 Spielen gesammelt – einsame Spitze in der DEL2. Ihm folgen mit deutlich mehr Spielen Kaufbeurens John Lammers (1,77 - 16+23) und Landshuts Liga-Topscorer Zach O’Brien (1,76 - 21+23). Vierte sind Landshuts Marcus Power (1,60 - 17+21) und Heilbronns Dylan Wruck (1,60 - 9+28), der in dieser Rangliste in der Vorsaison mit 1,72 Zählern gewann.

5 Spiele im Rückstand sind die Löwen Frankfurt unter anderem gegenüber den Eispiraten Crimmitschau, die am wenigsten betroffen waren von coronabedingten Ausfällen. Aber: Alle Nachholspiele sind bereits terminiert für die nächsten Dienstage bzw. inzwischen schon absolviert.

6,71 Treffer werden pro Spiel erzielt, das sind fast so viele wie im Rekordjahr 2018/19 mit 6,85. Am treffsichersten sind die Tölzer Löwen mit 4,17 Toren pro Spiel vor den Kassel Huskies mit 4,00 und den Bietigheim Steelers (3,77). In der Abwehr sind die Huskies top mit nur 2,11 Gegentoren pro Partie vor Ravensburg (2,92), Bad Tölz (3,08) und Frankfurt (3,0).

9,71 Strafminuten nur kassieren die Teams pro Spiel – viel weniger als in der Vorsaison (12,34). „Die Atmosphäre ist steriler ohne Fans, es fehlt das Salz in der Suppe – die Emotionen“, sagt Ligenleiter René Rudorisch. „Die Reaktionen von Zuschauern im Wechselspiel mit Spielern und Schiedsrichtern sind kaum da, auf dem Eis lassen sich die Beteiligten weniger provozieren.“ Die Folge sind deutlich weniger Zwei- und Zehn-Minuten-Strafen. Die wenigsten „Zwangspausen“ gab es 2017/18 mit 12,23 Minuten pro Spiel.

9,90 Euro „Eintritt“ zahlen die Fans bei Sprade-TV, wenn sie ein Spiel sehen wollen. Im Vorjahr waren nur 6,50 Euro fällig. Aber: Knapp 8 Euro davon erhalten die Klubs, die also von der Verdoppelung der Einschaltquoten auf inzwischen mehr als 160 000 und der Preiserhöhung direkt profitieren. Laut DEL2 sitzen pro Buchung 3,1 Zuseher vor der Glotze, insgesamt also knapp 500 000 bisher. (sam)

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