Die Diskussion über die Zukunft der Kassel Huskies ist in vollem Gange – Ärger hinter den Kulissen

Zukunft der Huskies: Das Säbelrasseln geht weiter

Kassel. Es wird mal wieder heftig diskutiert über die Kassel Huskies – und eine herrschende Meinung hat sich bisher nicht herauskristallisiert. Die Frage, die der Vorstand der Eishockey-Jugend Kassel (EJK) mit ihrem Vorsitzenden Marc Berghöfer aufgeworfen hat.

Sollen die Rechte an der ersten Mannschaft bei der EJK bleiben, oder sollen sie an die Unternehmensgruppe Rosco gehen? Bei einer Internet-Abstimmung unter www.hna.de votierten bis gestern Nachmittag 40,9 Prozent für eine Übertragung der Rechte, was gleichbedeutend damit wäre, dass der Bad Hersfelder Unternehmer Dennis Rossing wieder das Sagen hätte. 31,5 Prozent waren dagegen. 21,6 Prozent bevorzugten einen Mittelweg.

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Derweil geht das Säbelrasseln hinter den Kulissen weiter. Während sich Dennis Rossing trotz Anfrage auch gestern nicht meldete, erklärte Stefan Traut seinen Unmut über das Vorgehen Berghöfers. Traut ist Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft KEBG und somit Betreiber der Eissporthalle. Er sprach von Provokationen.

Unmut über den Termin

Berghöfer und der EJK-Vorstand haben für den morgigen Freitag zu einer Infoveranstaltung geladen, in der die Mitglieder ein Votum abgeben sollen – für oder gegen die Übertragung der Rechte. Traut sagt, er habe zwar grundsätzlich in diese Abstimmung eingewilligt, nichtsdestotrotz ärgere er sich über Form und Termin.

Diskussion zeitlich begrenzt

Die Infoveranstaltung findet morgen vor dem Spiel der Huskies gegen die Löwen Frankfurt statt. Dass an deren Ende gar nicht mehr alle Mitglieder abstimmen können, weil sie als Ordner oder gar als Spieler auf dem Eis fungieren müssen – dieser Kritik trat Berghöfer gestern entgegen: „Die Diskussion ist auf eine Stunde begrenzt. Es werden alle ihre Stimme abgeben können.

Das haben wir im Vorfeld auch mitgeteilt.“ Fest steht: Bindende Wirkung hat das Votum nicht – sollte es überhaupt zu einem solchen kommen. Berghöfer sagt, es ginge ihm nur um ein Meinungsbild für eine mögliche Mitgliederversammlung. Der EJK-Vorsitzende verteidigte sein Vorgehen und begründete es mit der Ankündigung Rossings ihm gegenüber, ohne die Übertragung der Rechte nicht über die Zukunft verhandeln zu wollen.

„Deshalb habe ich es als meine Pflicht angesehen, die Mitglieder zu informieren und sie in die Entscheidung mit einzubeziehen.“ Während sich Rossing nicht äußerte, klang Traut am Nachmittag zunächst recht versöhnlich, am Abend aber stellte er klar: „Mein Ziel ist ein langfristiger Kooperationsvertrag mit Übertragung der Rechte auf einer vernünftigen Basis.“ Auch Traut pocht also auf die Übertragung der Rechte.

Derzeit läuft die Vereinbarung der EJK mit ihm bis zum 30. April, bis zu jenem Datum, an dem der Pachtvertrag Rossings mit Hallen-Eigentümer Simon Kimm ausläuft. Berghöfer könnte sich mit einem langfristigen Kooperationsvertrag auf vernünftiger Basis anfreunden - allerdings ohne die Übertragung der Rechte. Er sagt: „Es ist ja nicht so, dass ich nicht mehr mit Herrn Traut oder Herrn Rossing zusammenarbeiten möchte, wenn wir die Rechte behalten.“

Keine Stellungnahme gab es von Hauptsponsor VW. Auch andere Sponsoren wollten lieber nichts sagen.

Von Florian Hagemann und Gerd Brehm

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