Rote Teufel empfangen Kassel – 19.30 Uhr erstes Bully

Huskies: Heute zum Derby nach Nauheim

Harry Lange steht auf der Spielerbank über seinen Spielern.
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Er ist der neue Cheftrainer der Roten Teufel: Harry Lange.

Wieder mal Derbyzeit in DEL2: Heute Abend sind die Kassel Huskies ab 19.30 Uhr zu Gast bei den Roten Teufeln in der Wetterau. Wir übertragen die Partie im Liveradio.

Sie haben nur beste Erinnerungen an ihren letzten Auftritt im Colonel-Knight-Stadion, dem Zuhause der Roten Teufel Bad Nauheim. Denn am 28. Dezember haben die Kassel Huskies in der Wetterau nicht nur einen Derbysieg gefeiert, sondern auch den höchsten Erfolg der aktuellen Saison in der zweiten deutschen Eishockey-Liga. Damals aber waren die Umstände auch noch andere als heute Abend, wenn sich ab 19. 30 Uhr beide Teams zum vierten und letzten Mal in der Hauptrunde treffen.

Okay, schon Ende 2020 waren die Huskies Tabellenführer. Die Roten Teufel aber lagen unter Trainer Hannu Järvenpää als Fünfter nur sechs Punkte hinter den Kasselern. Zweieinhalb Monate später aber hat sich bei den Roten Teufeln einiges verändert – allerdings kaum zum Besseren. Hinter ihnen liegen eine coronabedingte Zwangspause, ein Trainerwechsel und das Abrutschen in der Liga ans Tabellenende.

Der Wechsel auf der Cheftrainerposition? Hat augenscheinlich erst einmal wenig gebracht, wenn man ausschließlich die Statistik betrachtet. Der Finne Järvenpää ist Geschichte, als Nachfolger setzte man im Klub auf eine Identifikationsfigur und Teil der Oberliga-Meistermannschaft von 2013: Harry Lange, zuvor dreieinhalb Jahre als Assistent beschäftigt, wurde befördert. Acht von neun Spielen unter dem Cheftrainer Lange allerdings haben die Roten Teufel verloren. Die Mannschaft habe sich trotzdem gefangen, heißt es aus der Wetterau. Denn sechsmal unterlag sie nur mit einem Tor Unterschied und eine weitere Begegnung erst in der Schlussminute deutlich. Nur einmal, in Crimmitschau, enttäuschte das Team so richtig.

Und bei den heimstarken Freiburgern am Montag schnupperten die Roten Teufel an einer Überraschung, glichen ein 0:3 aus, erzielten 31 Sekunden vor dem Ende das 4:4 – und verloren doch noch „in herzergreifenderweise verloren“, wie Huskies-Trainer Tim Kehler es nennt. Denn 0,4 Sekunden vor dem Ende – selbst im Eishockey ein Wimpernschlag – kassierten die Roten Teufel noch das 4:5. Wenig hilfreich für Lange indes ist auch die Personalsituation. Zwar sind Cason Hohmann, James Arniel und Kelsey Tessier gefährliche Offensivkräfte, den Roten Teufeln aber fehlt die Tiefe. Dass allein elf Förderlizenzler aus Köln im Kader stehen, zeigt, wie abhängig der Zweitligist vom DEL-Partner ist.

Siehe beispielsweise die Torhüterposition: Sollte sich Felix Bick, die Nummer eins, verletzten, wird es eng. Weil die Leihgabe Philipp Maurer wegen einer Coronainfektion im Kölner Team zuletzt in Quarantäne war, saß mit Nicolas Moll ein 17 Jahre altes Eigengewächs aus der DNL-Mannschaft auf der Bank. Lizenziert ist auch David Paton – der 35-Jährige aber hat seine Karriere eigentlich beendet und hat zuletzt vor zwei Jahren mit der zweiten Mannschaft in der viertklassigen Regionalliga gespielt.

Doch trotz aller ungleichen Vorzeichen – Kehler warnt: „Sie kämpfen hart. Wenn sie noch in die Playoffs wollen, brauchen sie Punkte. Und für sie haben die Playoffs deshalb schon begonnen.“

(Von Michaela Streuff)

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