Heute Entscheidung im Fall Landshut

Huskies: So geht die DEL2 bei Coronafällen vor

Laufduell mit dem Puck an der Kelle:  Landshuts Christoph Fischhaber (links) gegen Kassels Eric Valentin in der Saison 2019/20.
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Bild aus der vergangenen Saison: Landshuts Christoph Fischhaber (links) gegen Kassels Eric Valentin.

Nach sechs offiziellen Spieltagen in der DEL2 sind bereits vier Teams von Coronafällen betroffen. Für die Liga keine einfache Situation. DEL2-Chef Rene Rudorisch erklärt, wie damit umgegangen wird. Heute soll es außerdem eine Entscheidung über das Freitagsspiel gegen Landshut geben.

Erreichbar ist Rene Rudorisch gefühlt immer. Als Chef der zweiten deutschen Eishockey-Liga für die 14 Vereine und all die, die mit ihnen zu tun haben. Doch er sagt: „Mir ist momentan lieber, ich höre von den Klubs gar nichts.“ Denn meist verheißt der Anruf eines Teams derzeit, dass es von Corona betroffen ist. „Jedes Mal, wenn solch eine Meldung auftaucht, ist alles anders, meine Tagesplanung zerstört“, sagt der 41-Jährige.

Nach sechs Spieltagen ist kaum einer wie vorgesehen mit sämtlichen sieben Ansetzungen über die Bühne gegangen. Natürlich ist die Liga vorbereitet, hat im Spielplan bis zum Hauptrunden-Ende am 11. April bereits viele Spieltage unter der Woche freigehalten. Dennoch sagt Rudorisch: „Ich bin schon überrascht, nach wenig Problemen in der Vorbereitung, dass es relativ schnell losging, sowie in der Form und in der Anzahl der Fälle.“

Und so steckt er nun mittendrin in einem Lernprozess, „Corona und Profisport ins Händelbare zu bringen, das ist momentan gut möglich durch die Pufferzeiten im Spielplan. Wir sind in einem frühen Stadium der Saison und haben noch viel Platz“, betont Rudorisch. „Die Tendenz zeigt, dass wahrscheinlich jeder Klub mal ein Problem mit Corona haben wird. Die Frage ist: Wie oft trifft es einzelne Mannschaften?“ Eine Zwangspause wegen zu vieler Ausfälle werde es aus seiner Sicht nicht geben: „Vielleicht kann mal ein kompletter Spieltag ausfallen.“ Eventuell aber könnte die Liga im Februar vor der Frage stehen: „Wie gehen wir damit um, wenn wir nicht mehr alle Spiele spielen können?“

Vier Fälle: Seitdem die DEL2 am 6. November in die Saison gestartet ist, hat es Rudorisch mit vier betroffenen Vereinen zu tun. Die Bayreuth Tigers erwischte es als erste nach dem zweiten Spieltag, gestern Abend war das erste Nachholspiel angesetzt. Dann folgten Kaufbeuren, die Lausitzer Füchse und Landshut. Der Fall des EVL betrifft auch die Huskies, die am Freitag ein Heimspiel gegen Landshut haben. „Die Prüfung läuft“, erklärt Rudorisch. Ein Ergebnis solle es heute geben.

Kaufbeuren ist da einen Schritt weiter: „Die Quarantäne läuft am Samstag ab. Es wäre aber unverantwortlich, die Mannschaft schon am Sonntag spielen zu lassen“, erklärt der Ligachef. Deshalb sind die Partien in Bad Nauheim und zuhause gegen Frankfurt auf zwei Dienstage im Januar verlegt worden.

Bei den Lausitzer Füchsen, die sich nach einem Verdachtsfall vorsorglich in häusliche Isolation begeben haben, soll ebenfalls heute ein Ergebnis vorliegen. Das auf Dienstag vorgezogene Derby gegen Crimmitschau hatte die Liga nach dem Verdachtsfall bereits wieder auf den ursprünglichen Termin am 9. März verlegt.

Die Abläufe: Treten bei einem Spieler Symptome auf, wird ein Schnelltest gemacht, das zuständige Gesundheitsamt und die Liga informiert. Das Team begibt sich vorsorglich in Quarantäne. Bei den Betroffenen wird danach ein PCR-Test durchgeführt, der ein belastbares Ergebnis liefert. Im Falle eines positiven Befundes legt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen ersten Grades fest, die für 14 Tage in Quarantäne müssen. Das kann auch bedeuten, dass nicht die gesamte Mannschaft als Kontaktpersonen ersten Grades definiert wird, deshalb nicht alle Akteure in Quarantäne müssen und somit spielfähig wären.

Das ist wiederum wichtig für die Entscheidung der DEL 2. Denn die Liga-Statuten sehen vor: „Wenn neun Feldspieler und ein Torwart zur Verfügung stehen, muss die Mannschaft antreten“, erklärt Rudorisch. Tritt das Team nicht an oder die geforderte Spielerzahl wird aus anderen Gründen nicht erreicht, wird die Partie mit drei Punkten für den Gegner gewertet.

„Coronabedingt haben wir diese Regel aufgeweicht.“ Heißt: Kann eine Mannschaft die erforderlichen zehn Spieler nicht aufbieten, setzt die Liga die Partie neu an. Sind aber zehn spielfähige Spieler vorhanden, muss das Team antreten. Eine Gratwanderung für die Liga, so Rudorisch: „Wir dürfen nicht alles hinter Corona verstecken. Wir sind im Profisport und müssen Gleichmäßigkeit für alle Mannschaften garantieren. Wir müssen uns an die neuen Situationen rantasten.“ Foto: privat/nh

(Von Michaela Streuff)

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