Datenbank für Huskies-Fans

Seit zehn Jahren: Alles Wichtige zum Kasseler Eishockey gibt's im Huskywiki 

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Das Gedächtnis des Kasseler Eishockeys: Die Homepage des Huskywiki.

Kassel. Im Huskywiki erfahren die Kasseler Eishockey-Fans seit 2008 alles Wichtige rund um ihr Lieblingsteam. Wir stellen die Macher vor.

Sie möchten wissen, wie viele Spieler seit 1964 in Kassel dem Puck nachgejagt sind? Sie wollen erfahren, wie viele Trainer in den vergangenen 54 Jahren Kasseler Eishockey-Geschichte geschrieben haben? Kein Problem. Denn es gibt sie tatsächlich, die Antworten auf diese und viele, viele weitere Fragen: Im Huskywiki, einer Internetdatenbank aus nordhessischer Sicht.

Die Macher und das gute Gedächtnis der Eishockeystadt Kassel sind Tim Rosenthal (30 Jahre) und Christoph Loose (33). Der eine Polizist aus Vellmar und in Hannover im Einsatz, der andere aus Wolfhagen und seit 2009 Lehrer für Sport und Französisch an der Albert-Schweitzer-Schule. Nach den am nächsten Dienstag beginnenden Playoffs der Huskies werden sie im kommenden Mai das zehnjährige Bestehen des Huskywiki feiern. „Damals, 2008, haben wir bei Null angefangen und fast alles in Handarbeit neu angelegt. Aber inzwischen eröffnen ganz vielfältige Links immer neue Welten und Quellen im Internet“, erklärt Loose.

Die Macher des Huskywikis: Tim Rosenthal (l.) und Christoph Loose.

Die Idee wurde spontan geboren, wie das eben so läuft. Rosenthal hatte 1999 bei einer Verlosung Karten für ein Huskies-Spiel gewonnen, blieb hängen und wurde zum Stammgast auf dem Heuboden.

„Ich bin seit jeher Computerfan, habe Spaß an Archiven und Statistiken“, sagt er. In der Halle traf er auf Loose, der 1999 mit 15 Fan wurde und begeistert ist „vom Faktensammeln, vom Bewahren historischer Daten und Augenblicke“. Zwei, die seither das ehrenamtlich betriebene Hobby eint und die sich perfekt ergänzen im Bemühen, „alte Schätzchen nicht verloren gehen zu lassen“.

2009 holten die Huskies das Duo auch ins inzwischen zwölfköpfige (!) Medienteam, das gemeinsam auch bei Pressekonferenzen, als Bodycheck-Redaktion und Sprade-TV-Kommentatoren ganz vielfältig tätig ist und den angestellten Pressesprecher David Nolte nach Kräften unterstützt.

Das Huskywiki-Prinzip ist angelehnt an Wikipedia: „Möglichst viele Leute sollen ihr Wissen einbringen und die Datenbank immer weiter ausbauen“, erläutert Rosenthal. „Aber leider blieb im Laufe der Zeit fast alles an Christoph und mir hängen.“ Was den Spaß am Hobby allerdings nicht trübt. „Denn wir haben über die Jahre so viele tolle Leute kennengelernt wie die Eishockey-Urväter Hello Spohr und Willy Kurrat und Fotograf Hajo Thienemann, die ganz viel zu erzählen und beizusteuern haben“, sagt Loose.

Das Angebot ist inzwischen immens und sogar für Zeitungsmacher ein echter Fundus. Archiviert sind Daten, Statistiken und Steckbriefe über alle bekannten Spieler der Kasseler Eishockey-Historie, über alle Trainer und alle Spiele. Es gibt fast 4000 Artikel und 2700 Fotos, viele Geschichten, Anekdoten und Personalien von den Anfängen 1964 bis zur Gegenwart. Eine ewige Scorerliste fehlt ebenso wenig wie die Rekorde, die Trikots, die Rückennummern und die Kapitäne aller Jahrgänge. Auch die Teams sind verewigt: 89ers, Vizemeister 1997, Wiederaufsteiger 2008, Generationen-Team 2001, Jetzt-erst-recht-Team 2015 und die Sweeper 2016.

„Derzeit stellen wir gerade die Namen aller Schiedsrichter zusammen und listen auf, wie die Spiele der Huskies unter ihrer Leitung ausgegangen sind“, berichtet Rosenthal. Beispielsweise hat Referee Stefan Vogl von April 2008 bis März 2010 insgesamt elf Spiele der Kasseler gepfiffen, allesamt wurden sie verloren.

Die Resonanz ist gut, „schließlich sind wir offenbar in Deutschland ziemlich einmalig“ (Rosenthal), könnte aber größer sein: „Bei Google sind wir bei vielen Eishockeyanfragen mit Kassel-Bezug inzwischen fast immer unter den Topadressen“, weiß Christoph Loose. „Aber wir hätten gern noch mehr Informationen aus der alten Zeit und suchen nach Berichten von Zeitzeugen vor allem aus den 1980er-Jahren.“ So hat Dany Coutu, der von 1977 bis 1981 in Kassel als kanadischer Eishockeypionier tätig war, sein privates Fotoalbum original ins Huskywiki eingebracht.

Die Kosten für die Datenbank halten sich mit 150 Euro pro Jahr für den Server in Grenzen. „Und unsere Arbeit ist unser Hobby“, sagt Rosenthal. Auf Werbung im Web werde bewusst verzichtet, „denn das würde den Charakter unseres Projekts zerstören“.

Die Antworten auf unsere Eingangsfragen bleiben wir natürlich nicht schuldig: Sam Povorozniouk ist der Spieler Nummer 630 in der Kasseler Eishockey-Historie, Rico Rossi die Nummer 31 bei den Trainern. Wer all die anderen sind und waren, lesen Sie im Huskywiki.

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