Moritz Müller debütiert heute, Oliver Granz trifft Ex-Klub

Zwei Verteidiger im Fokus

Konzentriert: Verteidiger Oliver Granz.
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Konzentriert: Verteidiger Oliver Granz.

Eine der längsten Auswärtsfahrten mit knapp 500 Kilometern hält der Freitag in der DEL2 für die Kassel Huskies bereit: Sie müssen an die polnische Grenze nach Weißwasser.

Kassel - Einer, der den Ort bestens kennt, ist Oliver Granz. Schließlich hat der Kasseler Neuzugang hier die beiden letzten Spielzeiten verbracht und trifft nun erstmals auf seinen Ex-Klub. Neben Granz steht ein weiterer Verteidiger im Fokus – denn Moritz Müller, Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und Leihgabe aus Köln, gibt heute sein Pflichtspieldebüt im blau-weißen Dress.

Moritz Müller

Am vergangenen Wochenende noch Deutschland-Cup in Krefeld als Kapitän mit der Nationalmannschaft gegen Lettland, heute DEL2-Debüt bei den Lausitzer Füchsen. Moritz Müller ist aktuell der Mann zwischen den Eishockey-Sphären. Seit Mitte der Woche ist er – neben Marcel Müller und Dominik Tiffels eine von drei Kölner Leihgaben – zurück in seiner Heimatstadt Kassel.

Fragend: So schaut Moritz Müller auf dieser Aufnahme. Fragezeichen aber stehen keine hinter seinem ersten Pflichtspieleinsatz für die Huskies heute Abend in Weißwasser.

Und heute in Weißwasser treffen die drei Kölner eventuell auf einen Mitspieler von den Haien. Die Lausitzer Füchse haben nämlich aufgrund einiger Ausfälle kurzfristig Verstärkung aus der DEL bekommen. So wird Marcel Kurth von den Schwenninger Wild Wings ausgeliehen, und aus Köln wechselt Lucas Dumont auf vorerst unbestimmte Zeit nach Weißwasser. Die Lausitzer Füchse hoffen auf einen rechtzeitigen Abschluss der Lizenzierung, sodass beide Spieler heute gegen die Huskies zum Einsatz kommen können.

Mit Müllers Rückkehr zu den Huskies verschwinden auch etwas die Sorgen von Trainer Tim Kehler. Der hatte zuletzt nur fünf oder sechs Verteidiger zur Verfügung, mit Paul Kranz, Stephan Tramm und Oliver Granz sind gleich drei von ihnen noch deutlich unter 25. Letztgenannter sagt zu Müllers Anwesenheit in Kassel: „Es ist schon cool, als junger Spieler auf einmal mit dem Kapitän der Nationalmannschaft in einer Kabine zu sitzen. Ich hatte auch erst einmal ziemlich Respekt. Aber er ist mega nett, redet und erklärt uns viel.“

Oliver Granz

108 Einsätze (drei Tore, 29 Vorlagen) als Lausitzer Fuchs hat der gebürtige Landshuter absolviert, bevor er im Sommer ein Husky wurde und damit das Weißwasser-Trio komplettiert. Denn auch der noch verletzte Joel Keussen und Clarke Breitkreuz folgten dem Ruf aus Kassel.

Erstmals trifft der 23-jährige Granz nun auf seine alte Mannschaft. „Das wird spannend“, sagt er. „Für mich ist es sicherlich ein wenig leichter, da keine Fans dabei sind.“ Die Drähte zur Mannschaft sind noch da. „Ich kenne den Coach recht gut, dazu Jungs wie Fabian Dietz und Thomas Reichel ebenso.“ Vorteil Granz: Er weiß, welches System der kanadische Trainer Corey Neilson spielen lässt. „Schnell und hart in den Ecken sein“, erklärt er. „Aber ich bin mir noch nicht sicher, ob sie das umsetzen können, weil die Mannschaft recht jung ist.“

Einer der jüngsten Verteidiger ist Granz selbst, nur Stephan Tramm ist noch ein Jahr jünger (22). Allerdings ist Granz mit 1,75 Meter auch einer der Kleinsten im Kader. „Das versuche ich auszugleichen, in dem ich hart und schnell spiele.“ Dabei profitiert er auch von seinen Erfahrungen mit Weißwasser. „Besonders das erste Jahr war sehr schön, da haben wir kontinuierlich unter den Top drei gestanden“, erinnert er sich. In Kassel will er nun den nächsten Schritt gehen. Auch um sich gleich zwei Träume zu erfüllen. Endlich einmal Meister werden. „Denn das wird Zeit.“ Und in die DEL aufsteigen.

Tim Kehler kann auch auf Rutkowski bauen

Mit Moritz Müller und auch erstmals mit dem kanadischen Neuzugang Troy Rutkowski gehen die Kassel Huskies heute um 19.30 Uhr bei den Lausitzer Füchsen an den Start.

„Weißwasser ist unter Corey Neilson ein gut gecoachtes Team. Sie machen Druck auf den Puck und haben eine hohe Arbeitsrate. Mit Mac Carruth haben sie einen der besten Torhüter der Liga in ihren Reihen“, sagt Huskies-Trainer Tim Kehler. Respekt hat er zudem vor Nick Ross: Der Füchse-Neuzugang und Verteidiger hat bei den zwei Auftaktniederlagen (2:3 n.P. gegen Bayreuth, 4:5 n.V. in Dresden) fünf Scorerpunkte gesammelt. „Ihn kenne ich noch aus Amerika, wo ich gegen ihn gecoacht habe. Er ist ein starker Offensivverteidiger“, so Kehler.

Kehler kann beim Auswärtsspiel an der polnischen Grenzen erstmals in einem Ligaspiel auf Moritz Müller bauen. Auch Neuzugang Troy Rutkowski feiert sein Debüt. „Wir als Team müssen uns erst wieder daran gewöhnen, sechs bis sieben Stunden im Bus zu sitzen, und dann Leistung zeigen zu müssen. Das ist sowohl mental als auch körperlich eine echte Herausforderung“, sagt Kehler. Mit dem Auftakt-Wochenende war er zufrieden: „Es hat sich gegen zwei Top-Teams gezeigt, wie schwer es in der Liga ist. Unsere kleine Abwehrgruppe und die Torhüter haben einen exzellenten Job gemacht. Vorne wollen wir effektiver werden.“

Von Björn Friedrichs Und Michaela Streuff

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